[Holly Hepburn] Warum ich Süße Träume im Cottage am Strand abgebrochen habe

Der neue Roman von Holly Hepburn hatte alles, um zu einem meiner Lieblingsbücher zu werden: Eine Protagonistin, in die ich mich hineinversetzen kann, ein verträumtes Setting an schottischer Küste und eine schöne Liebesgeschichte. Trotzdem habe ich das Buch leider nach gut 110 Seiten abgebrochen und erkläre in diesem Beitrag warum.

Disclaimer: Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar. Das ist keine Rezension in dem Sinne, weil ich das Buch nicht komplett gelesen habe. Ich kann lediglich begründen, was mir nicht gefallen hat anhand dessen, was ich gelesen habe.

Darum geht es in dem Buch

Ein kleines Cottage in Schottland, ein großer Traum und eine neue Chance auf die Liebe

Schriftstellerin Merry liebt ihr Leben im glitzernden London: Ihre romantischen Liebesgeschichten stehen bei den Leserinnen hoch im Kurs, eine glamouröse Buchparty folgt auf die nächste. Doch als ihr Verlobter sich aus heiterem Himmel von ihr trennt und obendrein eine gemeine Schreibblockade ihren neuen Roman gefährdet, muss ein Neuanfang her. Merry zieht in ein entzückendes kleines Cottage auf den wunderschönen Orkney-Inseln vor der Küste Schottlands, um bei langen Strandspaziergängen wieder zu sich selbst zu finden. Doch die naseweisen Inselbewohner denken gar nicht daran, den Neuzugang in Ruhe zu lassen. Und dann gibt es da noch Niall, den charmanten Leiter der örtlichen Bücherei, und den unverschämt attraktiven Bootsbauer Magnus, dessen Vorfahren von den Wikingern abstammen … (Quelle: www.penguinrandomhouse.de)

Fakten zum Buch

  • Originaltitel: Coming Home to Brightwater Bay
  • Übersetzerin: Melike Karamustafa
  • Seitenzahl: 512 Seiten
  • Erschienen am: 11.04.2022

Grund 1: Fehlendes Tempo und Spannung

Bei Liebesromanen erwarte ich nicht allzu viel Action und finde es in Ordnung bis sogar gut, wenn die Handlung etwas langsamer ist. Hier hatte ich jedoch die ganzen 100 Seiten über das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Nie hatte ich den Gedanken, dass Jetzt hat die Geschichte angefangen, weil es so vor sich hin plätschert. Merry besucht einen Ort, der grob beschrieben wird, denkt darüber nach, dass sie nicht schreibt und Freitag die Lesung ist. Meiner Meinung nach fehlte ein klarer roter Faden, der die Handlung antreibt. Merry schlendert so durch die Straßen, lernt Leute kennen, bleibt mal hier stehen und mal da, es gibt ein bisschen Smalltalk und das Bummeln ist ja alles ganz schön und entspannt, aber mir fehlte ein Ziel abseits von „Ich muss einen Text für die Lesung schreiben“, genau das macht sie nämlich nicht. Es ist nicht so, das sie versucht zu schreiben und es nicht kann und sich dann mit Ausflug X ablenkt oder aktiv versucht, durch Ausflug Y Inspiration zu sammeln. Durch ihre Prokrastination bleibt sie sehr passiv und ich habe mich mehr als einmal (eigentlich bei jedem einzelnen Kapitel) bei dem Gedanken erwischt: Puh, noch ganz schön viele Seiten. So macht Lesen mir keinen Spaß. Ich mag es lieber, wenn die Protagonistin und Handlung aktiver ist, wenn es klare Ziele und Konflikte gibt. So finde ich das Buch für mich eher geeignet als Reiseführer Inspiration zum Blättern als als spannenden Liebesroman zum Lesen und Genießen.

Obwohl es inhaltlich nicht meinen Geschmack getroffen hat, bleibt die Aufmachung und Ausstattung wunderschön.

Grund 2: Anstrengende Protagonistin und flache Liebesgeschichte

Es gibt wenig, was ich in Liebesromanen anstrengender finde als lügende Protagonist*innen und leider gehört Merry dazu. [KLEINER SPOILER:] Denn sie belügt sowohl den charmanten Leiter der örtlichen Bücherei Niall als auch den attraktiven Bootsbauer Magnus und erzählt beiden, dass sie einen Freund in London hat, obwohl der im ersten Kapitel des Buches Schluss gemacht hat. Ja, es ist verständlich, weil sie sich erst einmal voll und ganz aufs Schreiben (was sie ja nicht macht) und die anstehende Lesung vorbereiten will (was sie auch nicht macht) anstatt von potenziellen romantischen Beziehungen abgelenkt zu werden. Aber ich finde, das ist eine anstrengende Art, Konflikt zu sähen, weil dann sehr viele Seiten dafür drauf gehen, dass beide Männer nicht wissen, dass sie ja doch Interesse hat und sich nichts anbahnt, weil sie ja vermeintlich vergeben ist, bis dann irgendwann die Lüge aufgedeckt wird…Nein, danke. Dafür haben ich keinen Nerv und bevorzuge lieber Liebesromane, die ohne diese Art von Lügen auskommen und dafür in 100-200 Seiten weniger erzählt werden.

Außerdem steht und fällt ein Liebesroman für mich mit der Liebesgeschichte, bei der ich mitfiebern kann, was hier leider nicht der Fall war. Der erste potenzielle Love Interest Niall teilt mit Merry natürlich die Liebe zu (ihren) Büchern und sie findet ihn auf Clark Kent Art auch attraktiv. Magnus hingegen lernt sie kennen, als ihr Auto liegen bleibt. Hier wird also das Klischee des Mannes als Retter in der Not bedient, was in Ordnung wäre, wäre es nicht so unglaublich flach beschrieben. Merry vergleicht Magnus innerhalb der ersten Begegnung bestimmt fünf Mal mit einem „Wikinger“, weil er so groß (2 Meter) und stark ist und stellt sich vor, wie er die Reifen wechselt, wie er ihr Auto mit einer Hand hochhebt, während seine Chris Hemsworth Frisur im Wind weht und wie viel besser er seinen Job machen würde, wäre er oberkörperfrei. Es ist nicht schlimm, wenn das erste Kennenlernen zwischen Prota und Love Interest nur auf erster sexueller Anziehung durch das Aussehen basiert, aber wenn das auf so platte Art passiert, bin ich raus. Das trifft leider auch nicht mal meinen Humor.

Fazit

Süße Träume im Cottage am Strand hatte alle Voraussetzungen, ein neues Lieblingsbuch von mir zu werden, so wie „Herzklopfen in der kleinen Keksbäckerei“ es war. Leider hat mich die Geschichte durchgehend gelangweilt und genervt, sodass ich nach zwei Monaten und über 100 gelesenen Seiten das Buch abbreche und lieber eins lese, das eher meinen Geschmack trifft. Vielleicht gefallen mir ihre anderen Bücher besser, zwei habe ich ja noch zum Lesen.

Holly Hepburn Bücher

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