[Rezension] Acht perfekte Stunden von Lia Louis

Acht perfekte Stunden ist der erste Roman, den ich von Lia Louis gelesen habe und ich werde definitiv noch mehr von ihr lesen. Der Liebesroman war ganz anders, als ich erwartet habe und hat mir trotzdem sehr gut gefallen.

Worum geht es in dem Buch?

Alles hätte an diesem Tag geschehen können. Doch nie hätte Noelle geglaubt, dass ausgerechnet an diesem Tag ein Schneesturm sie auf der Autobahn festhalten würde – mitten in der Nacht, ohne Handyempfang. Und nie hätte sie gedacht, dass sie plötzlich im Wagen des charmanten Amerikaners Sam sitzen und bis in die frühen Morgenstunden das beste Gespräch ihres Lebens führen würde – acht perfekte Stunden lang. Aber Sam ist auf dem Weg zum Flughafen und beide wissen, dass sich ihre Wege am nächsten Tag für immer trennen werden. Doch was, wenn das Schicksal einen anderen Plan für sie bereithält? (Quelle: http://www.penguinrandomhouse.de)

Wie meine Erwartungen nicht erfüllt wurden

Aufgrund des Klappentextes habe ich erwartet, dass das Buch die Liebesgeschichte von Noelle und Sam erzählt. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, hätte ich mir allerdings gewünscht, dass der Klappentext etwas anders gewesen wäre. Denn Noelles Ex-Freund Ed spielt im Laufe des Buches eine wichtige Rolle, für mich ist es eher ein Liebesdreieck gewesen. Das war Anfangs gewöhnungsbedürftig, weil ich wie gesagt nicht damit gerechnet habe und ich hätte mir gewünscht, dass Ed weniger Fokus bekommt, damit die Liebesgeschichte zwischen Noelle und Sam richtig loslegen kann. Allerdings ist genau das auch realistisch – gerade in Anbetracht der Zeit, die Noelle und Ed zusammen waren im Verhältnis zur Zeit, die sich Noelle und Sam kennen – also fand ich das sehr interessant und wichtig, diesen Prozess zu erleben.

Warum es mir trotzdem gefallen hat

Die Charaktere haben mir insgesamt gut gefallen, weil ich sie realistisch und lebendig fand, ihre Sorgen und Wünsche gut nachvollziehen konnte. Aber was für mich das Buch abgesehen davon so besonders und schön zum Lesen gemacht hat, war der außergewöhnliche Schreibstil. Er war leicht und gut zu lesen (Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen) und Lia Louis schreibt viele Vergleiche. Oft gibt es ja Vergleiche, die man schon hundertmal gelesen hat (was auch nicht schlimm ist), aber hier war es wirklich so, dass ich sehr oft einfach innegehalten habe, weil ich diese Vergleiche noch nie irgendwo gelesen habe und erst einmal über das Bild nachdenken musste. Gleichzeitig war es nie so, dass ich die Vergleiche merkwürdig fand oder nicht verstanden habe. Es war einfach wunderschön.

Total steif und zurückhaltend und ernst, als wären wir in einem Raum voller unsichtbarer Stolperdrähte.

Acht perfekte Stunden, S. 149
Acht perfekte Stunden Cover

Über Abhängigkeit, Mental Health, Trauer und Veränderungen

Die Liebesgeschichte stand für mich nicht im Vordergrund, weil dafür zu spät zu wenig zwischen Noelle und Sam passiert und Ed zu viel Raum bekommt, aber abgesehen davon werden viele wichtige Themen behandelt, was mir gut gefallen hat. Das Buch war für mich eher ein Liebesdrama, Noelle kämpft noch mit der Verantwortung gegenüber ihrer Mutter, die einen Schlaganfall erlitten hat und seitdem nicht das Haus verlässt. Mir hat gefallen, dass es hierbei um die psychischen Folgen einer Krankheit ging und auch was das für Angehörige bedeuten kann. Aus eigener Erfahrung konnte ich mit in vielen Aspekten sehr gut mit Noelle identifizieren. Auch Trauer spielt im Laufe des Buches eine große Rolle durch Noelles Schulfreundin, die vor vielen Jahren verstorben ist. Damit einher gehen Veränderungen und wie bereit die Charaktere sind – oder auch nicht. Das Ende war selbst für meinen Geschmack kitschig und ich kann absolut verstehen, wenn für manche Leser*innen die ins Buch gehämmerte Botschaft von Schicksal zu viel ist, aber für mich war es passend. Die Geschichte ist in sich stimmig und das Ende setzte dem Kuchen die Kirsche auf, weil es sich gut ins Gesamtbild einfügt.

Fazit

Ein Liebesdrama, das – wenn auch anders als erwartet – unterhält und berührt. Allen voran durch die Geschichte der Protagonistin und wie sich die Autorin Zeit für wichtige Themen nimmt. Besonders der einzigarte Schreibstil hat für schöne Lesestunden gesorgt und ich werde zukünftig gerne weitere Romane der Autorin lesen.

Lia Louis bei Penguin

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