[Rezension] Anna Bell – Gib mir ein Herz

Mit Gib mir ein Herz habe ich zum ersten Mal ein Buch von Anna Bell gelesen und mich auf einen lockeren Liebesroman gefreut, doch leider konnte mich das Buch nicht durchweg begeistern.

Worum geht es in dem Buch?

Seit dem Tod ihres Bruders, den sie noch immer schmerzlich vermisst, führt Izzy ein Doppelleben: Auf Instagram ist sie erfolgreich und glücklich, ihr Alltag jedoch sieht ganz anders aus. Die tollen Klamotten, die sie auf ihren Fotos trägt, kann sie sich gar nicht leisten und gibt sie nach den Aufnahmen zurück.
Deshalb ist sie auch einverstanden, als ihr der attraktive Luke vorschlägt, mit Hilfe einer Fake-Beziehung gemeinsam als Influencer Karriere zu machen. Ist auf Instagram nicht ohnehin alles Show?
Doch dann begegnet Izzy Aidan, der so ganz anders ist als Luke, ihre Interessen und ihren Humor teilt. Stück für Stück erobert Aidan Izzys Herz, und plötzlich wird ihr Doppelleben auf eine harte Probe gestellt: Wie soll sie ausgerechnet einem Social-Media-Gegner erklären, was sie da treibt? Gar nicht, beschließt Izzy – mit fatalen Folgen … Quelle: droemer-knaur.de

Infos zum Buch

  • Erschienen am: 01.06.2021
  • 416 Seiten
  • Übersetzung: Silvia Kinkel

Danke an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Der schöne Instagram Schein

Etwas, was mir gut gefallen hat, war die Art, wie die Autorin mit dem Thema Social Media umgegangen ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern mit der Thematik geht es nämlich mal nicht (nur) darum, Social Media generell zu verteufeln, sondern es wird verdeutlicht, dass Social Media genauso ein Job ist wie andere digitale Berufe. Es wird Arbeit, Zeit, Gedanken und je nach Beitrag auch Geld investiert, der bisweilen nicht zurück kommt, weil Unternehmen erst ab sehr hohen Zahlen auch bereit sind, für die Werbung Geld zu bezahlen. BIs dahin werden sogenannte Mikro-Influencer:innen als kostenloses Marketing genutzt. Gerade der Anfang des Buches hat das wunderbar realistisch und zugleich humorvoll illustriert, was mich des ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht hat. Die ersten gut 200 Seiten haben mich durchaus unterhalten, weil das Fake Dating von Luke und Izzy beim Lesen Spaß gemacht hat, ich mich in ihren Instagram Analysen widergefunden habe (Lichterketten Liebe!) und es wunderbare Seiten mit herrlichen Meta Dialogen, Medien Referenzen und Schlagabtauschen gab.

„Hör zu, das hier wird nicht To all the Boys I’ve loved before.“

(…) „Luke ist kein Peter Kavinsky, das steht mal fest.“

Gib mir ein Herz, S. 113

Die Balance zwischen Humor, Trauer und Komik

Humor ist extrem subjektiv. Anna Bells Roman war an einigen Stellen, in denen es um die Trauer nach dem Tod von Izzys Bruder ging, durchaus emotional. Viele Aspekte von Trauer, die auch noch Jahre nach dem Tod andauern werden thematisiert und Izzy setzt sich mit ihren Gefühlen auseinander, auch im Bezug zu ihren Eltern, sich selbst und wie das Leben von Bens Verlobter weiterging. Die Dynamik fand ich besonders spannend und schön, weil sie mit Izzy zusammen lebt und beginnt, ihr Leben weiterzuleben, was sich als schwieriger herausstellt, als zunächst gedacht. Gleichzeitig gab es besonders ein Kapitel, das vermutlich komisch sein sollte, aber absolut nicht meinen Geschmack von Humor treffen konnte, weil ich einfach überhaupt nichts mit Fäkalhumor anfangen kann. Das ist als kurze Szene oder Dialog vielleicht noch in Ordnung, als ganzes Kapitel fand ich es aber eher unangenehm und schräg als humorvoll.

Kein Like für die Liebesgeschichte

Liebesromane leben für mich von der Liebesgeschichte. Wenn die nicht überzeugt, wird der ganze Roman kein Highlight mehr und das war hier leider der Fall. Da es in dem Buch ein Liebesdreieck gibt und ich natürlich nicht spoilere, kann ich hierzu wenig sagen, außer, dass mich die Liebesgeschichte leider gar nicht überzeugen kann. In der Theorie passen die Charaktere hervorragend zusammen, auf Papier für mich nicht, weil zu viel nacherzählt wurde. Bei zu vielen entscheidenden Momenten bin ich als Leserin nicht aktiv dabei und während der letzten Kapitel wurde die Charakterisierung total überzeichnet und der Plot zunehmend klischeehaft und konstruiert.

Fazit

Ich glaube, dass ich nicht zur richtigen Zielgruppe gehöre, da Anna Bells Bücher nicht meinem Geschmack entsprechen. Das Thema Social Media wurde aber interessant umgesetzt und auch das Trauerbewältigung führt zu kleinen emotionalen Momenten. Die vielen Popkutur Referenzen und die Dialoge in der ersten Hälfte Spaß gemacht, aber die Liebesgeschichte konnte mich leider nicht begeistern.

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