[Rezension] The Cousins von Karen M. McManus

Von Karen M. McManus habe ich bisher zwei Bücher gelesen. Ihren Debütroman One of us is lying fand ich in Ordnung, Two can keep a Secret habe ich geliebt! Als ich hörte, worum es im nächsten Buch gehen sollte, musste ich es natürlich haben, denn Familiengeschichten sind eigentlich immer interessant! Ich habe mich wirklich riesig auf dieses Buch gefreut und muss leider sagen, dass es mich umso härter enttäuscht hat und mir insgesamt nicht gefallen hat.

Darum geht es in dem Buch

Milly, Aubrey und Jonah Story haben ihre legendäre Großmutter Mildred Margaret Story nie kennengelernt. Ihre Eltern sind schon vor langer Zeit von der High-Society-Matriarchin enterbt worden. Da erhalten die Cousins einen Brief: Sie sollen den Sommer auf dem Story-Anwesen auf Gull Cove Island bei ihrer Großmutter verbringen. Obwohl sich Milly, Aubrey und Jonah seit Kindesbeinen nicht gesehen haben, sind sich ihre Eltern einig – das ist die Chance, sich wieder auszusöhnen. Doch als die Cousins auf der Insel eintreffen, wird schnell klar, dass Mildred Margaret Story andere Pläne verfolgt – und dass die Story-Familiengeschichte dunkle Abgründe birgt. Diesen Sommer werden Milly, Aubrey und Jonah alle Geheimnisse aufdecken. Auch das letzte und tödlichste.

Vielen Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar!

Wenn der Einstieg bereits schwer fällt

Das Buch hat es mir schon zu Beginn nicht leicht gemacht, in die Geschichte zu finden. Ich bin wirklich kein Fan von Infodump am Anfang und das habe ich hier leider mit voller Breitseite bekommen. Das erste Kapitel spielt sich aus Millys Sicht im Restaurant ab und beschreibt das Essen mit ihrer Mutter dort. Eine tolle Möglichkeit, die erste Perspektivfigur und ihre Beziehung zur Familie darzustellen. Nebenbei erfahre ich auch Millys Alter, Herkunft, Beziehung zur Oma. Das ist soweit in Ordnung, weil es relevant für den weiteren Verlauf und Einstieg der Geschichte ist, hätte mir da aber schon gereicht. Stattdessen erfahre ich außerdem noch den Beruf und das Aussehen der Eltern sowie der neuen Frau des Vaters, Informationen zur Scheidung und Ehe der Eltern, zum Thema Geld, die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, ihr Uni Leben, der Insel und angedeutet die Familiengeschichte der Mutter. Abgesehen davon, dass nicht alles relevant war für die Geschichte oder Millys Charakter, sind das Sachen, die ich lieber im Laufe des Buches Stück für Stück erfahren hätte. Genug Seiten gibt es ja. Nach 15 Seiten Informationsflut brauchte ich vor der nächsten Perspektive erst einmal eine Pause und meiner Vorfreude war optimistischer Skepsis gewichen.

Wenn kein einziger Charakter überzeugt

Es ist wirklich schade, aber mich konnte kein einziger Charakter im Buch wirklich überzeugen oder begeistern. Den Onkel Archer mochte ich einigermaßen, aber damit wars auch schon. Ich mochte weder eine der Perspektivfiguren Milly, Aubrey, Jonah oder Millys Mutter Allison, noch einen der Elternteile Archer, Allison, Anders und Adam. (Dass die Eltern alle Namen haben, die mit A beginnen, hat nicht wirklich dabei geholfen, die Charaktere gut auseinander zu halten.) Oder einen der zahlreichen Nebencharaktere. Warum? Das ist schwierig zu erklären. Theoretisch sind sie gut konstruierte Charaktere, haben ihre Macken, Ängste und Wünsche, eine Vergangenheit und interagieren untereinander, entwickeln sich weiter. Praktisch kam bei mir nichts an. Ich habe nicht mitgefiebert, ich lag nichts nachts wach und habe gegen die müden Augen angekämpft, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Die Charaktere und auch die Geschichte selbst haben mich ziemlich kalt gelassen, nicht berührt. Ich hatte relativ wenig Kopfkino Erlebnisse während des Lesens, konnte mein Autorengehirn überhaupt nicht abschalten und habe ständig daran gedacht, dass jetzt A passiert, damit später B passieren kann. Ich habe Worte gelesen, ohne dass sie wirklich bei mir angekommen wären. Das hängt auch damit zusammen, dass die Liebesgeschichte im Buch auf mich absolut konstruiert wirkte, ich konnte überhaupt nicht nachvollziehen, warum die beiden jetzt etwas miteinander anfangen. Außer dass es später für den Plot nötig war. Zum größten Teil plätscherte die Geschichte so vor sich hin, ich habe glaube ich vier Wochen lang immer mal wieder dran gelesen und mich mehr zum weiter gelesen gezwungen als es zu genießen. Wie auch, wenn ich nicht mit fiebere und fühle.

Wenn der Plot absurd wird

Für den größten Teil des Buches fand ich die Geschichte nicht spannend. Ich langweilte mich und erwischte mich nach den anfänglichen Seiten sehr oft bei der Frage, was für eine Geschichte eigentlich erzählt werden soll. Bei den vorherigen Büchern gab es immer Problem oder Konflikt X und das musste aufgedeckt werden und das bot einen spannenden roten Faden. Hier fehlte das, es ging um die Familie und das „große Geheimnis“, dabei passierte recht wenig. Ich hätte das Buch ständig weglegen und nicht mehr weiter lesen können, weil es mich einfach kaum interessiert hat, wie es aufgelöst wird. Aber ich wollte es ja doch wissen. Und dann kam irgendwann gegen Ende der Punkt, an dem es absurd wurde. Im Buch war mir etwa aber der Hälfte klar, worauf es hinaus laufen könnte, die tatsächliche Auflösung war dann doch etwas anders und ich habe nur mit dem Kopf geschüttelt. Ein anderes Wort als absurd fällt mir leider wirklich nicht ein, weil ich es als unlogisch, unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen empfand. Der Schreibstil war durchweg klasse und hat mich besonders zu Beginn begeistert, weil ich noch nicht wusste, wie sich das Buch entwickeln würde, aber so kann ich mich nur auf das nächste Buch freuen und darauf vertrauen, dass es mir wieder besser gefallen wird.


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