[Rezension] This is not a love scene von Cori Mccarthy

Ich habe mich extrem auf dieses Buch gefreut, weil ich Irland als Setting toll finde ich ich ein schönes, romantisches Wohlfühlbuch erwartet habe, dass ich genießen kann. Leider war trotz der tollen Leseprobe das Gegenteil der Fall.

Das Buch ist 2020 mit 448 Seiten erschienen und darum geht es:

Die Ferien an einem Filmset in Irland verbringen – was nach einem absoluten Traum klingt, ist für Iris der reine Horror. Denn der Film basiert auf den Büchern, die ihre Großmutter geschrieben hat – und die, da ist sich Iris sicher, haben ihre Familie zerstört. Iris wünscht sich deshalb nichts mehr, als dass der Dreh gecancelt wird. Doch einmal am Set angekommen, ist sie nicht mehr sicher, ob sie die Sache wirklich so schlecht findet. Und das liegt nicht nur an Eamon, dem süßen Co-Star des Films …

Vielen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar, das beeinflusst meine Meinung jedoch nicht.

Mein Problem 1: Zu viel von allem

Ich mag Popkulturreferenzen, meistens kenne ich die erwähnten Schauspieler: innen,  Künstler: innen, Filme, Musik und weitere Themen. Hier lese ich allerdings lieber in Maßen statt in Masse. Ein paar Referenzen und Erwähnungen sind auch, in diesem Buch war es mir insgesamt zu viel. Erwähnt wurden bspw.

Taylor Swift, Shannara Chronicles, Gandalf, Orlando Bloom, Narnia, George Lucas, Goodreads, Jane Eyre, Alice im Wunderland, Der goldene Kampf, Lex Luthor, Amazon Prime, Florence Welsh, Comic-Con, Harry Potter, Downton Abbey, Daisy Ridley, Vance Joy, Michael Jackson und weitere.

Vieles ist subjektiv gesehen Allgemeinwissen (besonders in der Zielgruppe), allerdings musste ich manches auch nachschauen. Dr. Jillian Holtzmann kannte ich z.B. überhaupt nicht, weil ich den neuen Ghostbuster Film nicht gesehen habe, sie wird allerdings öfters erwähnt und gefühlt verehrt, dabei wird in ein paar Jahren meiner Meinung nach niemand etwas mit dem Namen anfangen, der Film ist ja auch nicht gerade gut angekommen. Das macht das Buch sehr kurzlebig, obwohl es zum Thema passt, was mich gleich zum nächsten Punkt bringt.

Dieses Buch spricht sehr wichtige Themen an, was wirklich klasse und so wichtig ist! Das fand ich super.

„Nicht weiß genug für bestimmte Rollen, nicht schwarz genug für andere.“

This is not a love Scene, S. 238.

Aber auch hier hat mir das richtige Maß gefehlt, denn ich mag Botschaften in Bücher lieber subjektiv als wenn sie gefühlt mit dem Holzhammer in Leser: innen eingeprügelt werden. Das Buch thematisiert Feminismus, Sexismus, Social Media, Cancel Culture, Rassismus, Homophobie, Gender, Pansexualität und kritisiert die Filmindustrie. Ich hätte allerdings nicht fünf Mal lesen müssen, dass das fiktive Fantasy Werk Elementia eine feministische Antwort auf Herr der Ringe ist, da habe ich beim zweiten Mal schon verstanden.

Mein Problem 2: Die Protagonistin Iris

Iris wurde mir ziemlich schnell unsympathisch, bis sie mir im Laufe des Buches immer mehr auf die Nerven ging. Im Klappentext wurde Iris Abneigung gegenüber den Fantasy Büchern und ihrer Fans zwar erwähnt, ich hatte jedoch nicht erwartet, dass es SO schlimm sein würde.

„Hergott, haben denn alle Fantasy-Nerds einen Tattoo-Tick?“

This is not a love scene, S.39.

Auch viele Seiten später bezeichnet Iris die Mitarbeiter am Set oder Fans noch als „Fantasy-Spinner“ (S. 74) und „Fantasy-Freaks“ (S. 165), was ich extrem abwertend empfand. Den Spitznamen „Miesmacherin Iris“ (S. 126) hatte sie für mich absolut zurecht, wobei es nicht dadurch besser wurde, dass das Buch meine Gedanken aussprach:

„Bestimmt fragte er sich auch, warum seine große Schwester immer alles so schwierig machen musste.“

This is not a love Scene, S. 44.

Iris ganzer Charakter und auch ihre Beziehung zu ihrem Bruder empfand ich als anstrengend. Ja, sie hat mehr die Mutter Rolle als die Schwester Rolle eingenommen und das ist in dem Alter weder einfach noch in Ordnung, aber dieser Plot wurde schon so oft in Büchern, Serien oder Filmen thematisiert und nie fand ich ihn so anstrengend wie hier. Iris schreit viel, ist immerzu wütend, sagt ihm, er habe ihr Leben zerstört und macht sein iPad kaputt, als er ein Video von ihr abspielt, was sie nicht mag. Als ihr Freund am Set gute Arbeit leistet, schwankt Iris als Reaktion darauf zwischen „Stolz und glühender Eifersucht.“ (S. 261)

Ich habe mich auf ein schönes Wohlfühlbuch gefreut und stattdessen beim Lesen schlechte Laune bekommen. Zwischen den Zeilen schwingt viel Wut und negative Gefühle mit, was weder mit der Insta Love noch mit dem sich hoch schaukelnden Familienkonflikt besser wurde. Und dann ist Iris, die alles ja so hasst und keine Ahnung vom Filmleben hat, plötzlich diejenige, die mehr als einmal den Tag und damit den ganzen Filmdreh rettet.

Was ich trotzdem mochte:

Wie schon erwähnt mochte ich den Anfang sehr! Der Schreibstil ist flüssig und witzig (dabei lache ich nicht so oft bei Büchern, also ist das umso schöner), die Dialoge waren klasse.

„Er ist atemberaubend.“

„Ich atme gerne.“ (S. 29)

Die Charaktere fand ich toll und auch die Familiengeschichte interessant. Iris Vater ist nämlich auch Autor, dabei verkauft er sich gar nicht so gut, wird aber aufgrund seines Nachnamens trotzdem immer wieder eingekauft und dann doch mit seiner berühmten Mutter (Iris Oma und Autorin der Elementia Bücher) verglichen wird, obwohl man Thriller und Fantasy nicht miteinander vergleichen kann. Das fand ich zu Beginn des Buches noch spannend. 

Fazit

Die Idee und das Setting haben mir gut gefallen, auch der Anfang war toll, Leider änderte sich das dann schnell, ich konnte mich überhaupt nicht mit Iris anfreunden, einiges war mir zu viel, der Plot hat das auch nicht ausgeglichen und es hat sich sehr gezogen. Ebenso fand ich die Textpassagen aus der fiktiven Fantasy Geschichte Elementia absolut überflüssig. Ich weiß, dass das Buch auch bei einigen sehr gut angekommen ist und das freut mich, aber ich persönlich würde das Buch nicht weiter empfehlen.


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