[Fantasy Jugendbuch] Wie ähneln sich die Buchcover?

Bisher hatte ich bei den Neuerscheinungen für 2020 und 2021 das Gefühl gehabt, dass die Bücher sich ähneln. Im Fantasy Genre (konkret Urban Fantasy) geht es mir anders: Ich empfinde die neuen Buchcover auf den ersten Blick gar nicht ähnlich. Aber ich bin ja hier, um mich intensiver mit meiner Wahrnehmung und Covern zu beschäftigen und meinen Horizont zu erweitern. Also drehe ich das Spiel diesmal um und schaue, inwiefern sich die Cover ähneln.

Ich finde, dass es vier grobe Kategorien gibt, in die sich die Cover einteilen lassen. Es gibt Menschen auf dem Cover, Motive, reale (oder fantastisch reale) Orte/Gegenstände und es gibt Cover, in denen die Schrift im Fokus steht, meist motivisch eher reduziert.

1a. Cover mit Menschen im Profil, Halbprofil oder mit Vorderansicht

Fantasy Cover mit Menschen gab es vor einigen Jahren noch viel, viel mehr. Im Herbstprogramm einiger Verlage tauchen Menschen zwar auf, sie nehmen aber nicht den größten Teil der neuen Fantasy Cover ein. Wie das bei Verlagen wie dem Drachenmondverlag aussieht, weiß ich nicht, weil ich da das neue Programm noch nicht gefunden habe.

Porträts von Menschen meint fast immer Frauen bzw. je nach Alter Mädchen. Bei den kommenden Fantasy Büchern haben sie natürlich gemeinsam, dass sie das Porträt oder Profil einer Frau zeigen, aber da hört die Ähnlichkeit für mich auch schon auf und ist für mich auch mehr Konzept als tatsächliche Ähnlichkeit, weil das Covermodel und die Gestaltung immer unterschiedlich sind.

Menschen Cover Porträt Fantasy 2020

Bei den frontalen Porträts fällt bereits auf, dass die Farben immer unterschiedlich sind. Es gibt in dieser Kategorie keine Trendfarbe (bei einer anderen Kategorie gibt es das durchaus) Allerdings gibt es neben den Farben rot, blau, weiß, Akzenten in gelb, lila und grün keine Fantasy Cover, die überwiegend in orange oder pink gestaltet sind. Auch sind die Covermodels sehr spezifisch für das jeweilige Setting und Buch und unterscheiden sich voneinander.

  • Crescent City von Sarah J Maas lasse ich außen vor, weil das zwar als Jugendbuch beworben wird, ich aber aus bisherigen Rezensionen und dem englischen Marketing finde, dass es sich dabei um Fantasy für Erwachsene mit explizitem Content handelt.
  • Magic Tales. Verhext um Mitternacht von Stefanie Hasse passt auch zu den anderen Büchern der Autorin, denn auf jedem ihrer Romane sind Menschen abgebildet.

Stefanie Hasse Buchreihen

  • Die Nebel von Skye von Katharina Herzog spielt in den schottischen Highlands,  beim Cover wurde das Klischee der schottischen Frauen mit blasser Haut, Sommersprossen und roten Haaren aufgegriffen. Gleichzeitig wurde eine ähnliche Schrift wie für ihr anderes Fantasy Buch, Faye. Herz aus Licht und Lava, verwendet.

Katharina Herzog Fantasy

  • In Splitter. Aus Silber und Eis von Laura Cardea fragt sich die Prinzessin des Frühlings im Reich der Winter-Elfen, ob der Winterprinz doch nicht so gefährlich ist. Auf dem Debütroman der Autorin Mel. Wächterin der Dämonen sieht das Covermodel eher durchschnittlich aus, dahingegen sticht Splitter durch das graue Haar, die vereisten Wimpern, die weißen Augenbrauen und das Eiszapfen Diadem hervor.

Laura Cardea Bücher

Vortex. Das Mädchen, das die Zeit durchbrach von Anna Benning ist die Fortsetzung zum ersten Teil der Future-Fantasy Reihe und da muss ich glaube ich nichts weiter zum größten Auffälligkeit und Unterschied zum Rest sagen: Die Hautfarbe ist blau.

Vortex Reihe

  • Die Göttinnen von Otera. Golden wie Blut von Namina Forna, der erste Band einer  Trilogie, unterscheidet sich aus einem eher traurigen Grund von den anderen Covern: Die abgebildete Frau ist schwarz, alle anderen sind weiß (Vortex und Crescent City außen vor gelassen). Fantasy Cover mit Women of Color sind eine Seltenheit, wobei die Children of Blood and Bone Reihe da vor zwei Jahren wohl noch das bekannteste Beispiel in Deutschland ist.

Auch die Schriftarten haben zwar gemeinsam, dass sie alle eher verspielt sind, wie für Fantasy üblich, aber es sind im Gegensatz zu den Thriller Cover mit oft sehr ähnlichen Schriftarten ganz unterschiedliche. Je nach Cover und Inhalt unterscheiden sich die Schriftarten, Farben, Strichstärke und Form der Serifen. (Das sind diese Striche am Anfang und Ende eines Buchstabens).

1b. Cover mit Menschen: Ganzfigur angeschnitten

Menschen Ganzkörper oder fast Fantasy 2020

Bei diesen Neuerscheinungen sind zwar auch Menschen abgebildet, aber im Gegensatz zu den Porträts sind die Menschen hier ganz oder zumindest angeschnitten abgebildet. Die Bücher haben zwar gemeinsam, dass sie Menschen zeigen, aber ich finde die Cover trotzdem sehr unterschiedlich. Zum einen liegt das an der vielfältigen Farbwahl, von rot über braun, silber, blau und schwarz ist alles dabei. Zum anderen liegt das an der Kleidung der Figuren, die immer anders ist und zum jeweiligen Cover Konzept passt (das hier ist keine Ballkleid Fantasy Cover Zusammenstellung) und zum dritten sind die dekorativen Elemente unterschiedlich. Es gibt Berge, Blitze, schmale Rahmen, wie sie im New Adult Bereich vor zwei Jahren sehr beliebt waren, florale Motive und einzelne Elemente, die spezifisch zum Buch passen.

Die Schrift und das Cover Konzept der Disney Twisted Tales Reihe ist einheitlich und doch individuell. An den Rahmen um den Autorennamen und einen ähnlichen Aufbau erinnere ich mich beim Cover des ersten Teils der Cassardim Reihe von Julia Dippel. Ähnlich sieht es auch mit den Büchern von G.A. Aiken aus und auch der marmorierte Hintergrund mit dem goldenen Rahmenmotiv und der Frau spiegelt sich in Band 1 der Reihe von Lisa Rosenbecker wieder.

Fantasy Bücher Cover

1c. Cover mit Menschen: Ganzfigur freigestellt

Diese Cover mit Menschen zeigen sie nicht wie zuvor mit verdeckten Motiven oder nur teilweise, sondern ganz, jeweils als Rückenansicht oder in Bewegung.

Fantasy Menschen Ganzfigur

Diese Cover unterscheiden sich für mich nicht nur durch die anderen Proportionen und das komplette Bild ohne Anschnitt oder viel Überlappung mit anderen Motiven, sondern bei mir kommt bei allen ein ähnliches Gefühl an: Romantisch. Die Konturen sind weich, es gibt Wolken, helle, pastellige Farben, Nebel, Wellen, lange oder weite Kleider und breite Flügel. Bei den anderen Covern mit Menschen fand ich die Motive etwas klarer abgegrenzt zum Rest des Covers.

Abgesehen von den unterschiedlichen Farben (obwohl Celestial City und Night of Crowns beide sehr hell und in einer ähnlichen Farbkombination gestaltet sind) unterscheidet sich bei diesen Covern auch die Schriftart sowie das Design der Schrift und die generelle Anordnung. Das Buch in der Mitte ist außerdem die Fortsetzung von Night of Crowns, bei dem das Covermodel, Setting und Schrift fast gleich ist, die Farbe aber im Gegensatz zum hellen zweiten Cover sehr dunkel, ähnlich wie bei der Cassardim Reihe von Julia Dippel.

Stella Tack Night of Crowns

1d. Cover mit Menschen: Halbfigur

In der letzten Unterkategorie zu Covern mit Menschen sind diese nur teilweise, meistens bis zur Brust dargestellt. Im Gegensatz zu den bisherigen Covern sieht man hier also weniger von der Frau auf dem Cover, manchmal verborgen im Schatten, nur bis zur Brust, kombiniert als Double Exposure (ein Bild im Bild) oder schwarz weiß von hinten.

Urban Fantasy Cover 2020

Außerdem ähneln sich hier die Farben in so fern, dass sie alle mal mehr, mal weniger in blau und lila Tönen gestaltet sind: Lila/Pink Muster, lila Schrift auf blauem Motiv, fast komplett blaues Cover und lila Motive und Elemente auf weißem Cover.

Valentina Fast kenne ich noch von 2015 und 2016, als die 6 Bände ihrer Royal Glas Reihe erschienen sind. Wie bei der Reihe verspürt das Cover für mich trotz zentraler Frau im Schatten eine gewisse Leichtigkeit. Die Secret Academy Reihe spielt in London, hat mit dem MI6 zu tun und unterscheidet sich alleine schon deswegen von den anderen Covern, weil ein (realer) Ort unten dargestellt ist. Der zweite Band der Dilogie passt sich dem Design an:

Valentina Fast Secret Academy

Feuerkuss von Patricia Briggs finde ich tatsächlich individuell durch die Feuermale in der Haut. Die meisten anderen Cover haben zwar Menschen durchaus auch Frauen in Bewegung abgebildet, aber gerade in dieser Kategorie sind sie sehr starr und die Bilder stehen eher für sich. Bei Feuerkuss sehe ich das Profil der Frau, der Titel ist ähnlich präsent gestaltet wie bei Protect the Prince. Mich erinnert das Cover an Werwölfe, Vampire, Fantasy Lyx Cover. Die Protagonistin Mercy kann sich tatsächlich in einen Kojoten verwandeln. Fans der Autorin/Reihe werden das Buch außerdem als 11. Band einer Reihe wiedererkennen:

Mercy Thompson Reihe Cover

Protect the Prince ist wieder eine Fortsetzung, diesmal zu Kill the Queen von Jennifer Estep. Hatten wir in all diesen fantastischen Neuerscheinungen schon einmal Double Exposure als Konzept? Nein. Bei Die Macht der Moira hält die Frau das Schiff in den Händen, es gibt klar einen Vordergrund und Hintergrund. Bei Protect the Prince verschwimmen diese Ebenen, weil das Setting innerhalb des Motivs des Frau dargestellt ist. Dieses Coverkonzept ist in diesem Herbstprogramm also einmalig. Ein bekanntes Beispiel für so ein Design ist Der Prinz der Elfen von Holly Black, wo Setting und weitere Charaktere im Körper des Prinzen dargestellt sind. Ein aktuelles Beispiel ist die City of Elements Reihe von Nena Tramountani.

Jennifer Estep Kill the Queen Reihe Cover

Spinnenwinter von Jennifer Estep ist tatsächlich der 15. Band der Reihe. Das Design ist für Fantasy Romane eher unüblich, erinnert aber an ihre Mythos Academy Reihe, die ähnlich reduziert gestaltet ist. Es gibt nicht viele Motive, über die das Auge wandern oder etwas über den Inhalt erfahren kann, nur die lila Grafik mit der schwarz weißen Frau von hinten. Das Cover unterscheidet sich vom Rest durch die Reduzierung der Elemente und Farben, gleichzeitig passt es zur Reihengestaltung. Diese Gestaltung sah 2010 übrigens noch anders aus, da gab es frontale Gesichter auf den Covern. Bei der Reihe bin ich übrigens froh, dass auf dem Buch die Reihenfolge steht, sonst hätte mich die Collage wahnsinnig gemacht. Ich finde, die Bände sehen sich insgesamt sehr ähnlich.

Jennifer Estep Spinnen Reihe Buchcover

2. Typografie im Fokus

Neben den ganzen Menschen gibt es unter den Neuerscheinungen im Fantasy Genre natürlich auch noch Cover, die komplett ohne Gesicht und Körper auskommen. Eine Kategorie davon habe ich Typografie im Fokus genannt. Diese Cover haben für mich gemeinsam, das die Schrift vom Verhältnis zum Hintergrund und eventuellen Motiven sehr viel Platz einnimmt und der Titel auch inhaltlich im Vordergrund steht, weil es weder Menschen noch viele reale oder fantastische Motive und Elemente gibt.

2a. Gold und Silberne Schriftkunst

Gold rose gold silber schrift fokus fantasy cover 2020

  • In Cursed geht es um die 17-jährige Ember, die nach einem Autounfall von den Toten zurückgeholt wird, aber alles, was sie jetzt anfasst, stirbt. Dann taucht Hayden in der Schule auf, der ihr sagt, er könne ihr helfen, ihre Gabe zu kontrollieren und sie würde ihn auch gerne küssen und andere berühren. Das Cover habe ich durch die goldene Schrift, die Mischung aus verspielter Schreibschrift und der klaren Druckschrift, den marmorierten Hintergrund und den Gold Sprenkeln als New Adult eingestuft gehabt.
  • Finale ist wortwörtlich das Finale der Trilogie von Stephanie Garber, deren Reihendesign natürlich ebenfalls einheitlich gestaltet ist. Das goldene Herz und der knallige Lila Ton des Covers insgesamt stechen für mich hervor.

Caraval Trilogie Buch Cover

  • A Whisper of Stars von Tami Fischer merke ich mir dadurch, dass es die erste Fantasy Veröffentlichung der Autorin ist, die ich bisher nur durch ihre New Adult Trilogie kenne und durch das für Fantasy sehr ungewöhnliche Setting, nämlich Hawaiki! Beim Stöbern im Buchhandel ohne Blogger Background würde für mich die Schrift ins Auge springen, weil ich zwar im Fantasy Genre geschwungene und verspielte Schriften gewöhnt bin, aber nicht in der Art. Die Ausführungen beim A, W und S haben einen ähnlichen Aufmerksamkeitseffekt wie die Schrift von Finale. Außerdem spiegelt der Hintergrund die Sterne wieder und ein einzelnes Blatt ist für Fantasy Buchcover auch eher ungewöhnlich.
  • A Fate Darker than Love von Bianca Iosivoni sieht wie Cursed auch ein bisschen nach New Adult aus, allerdings liegt das nur am Konzept Schrift im Kombination mit dem Hintergrund und den Sprenkeln. Das schwarze Muster irritiert mich auf den ersten Blick, weil ich nicht eindeutig zuordnen kann, ob das die Schlieren von Wasserfarben erinnert oder an Äste von Bäumen. Vielleicht beides. Hier merke ich mir auch, dass die Schrift als einziges mit dem Motiv zusammenhängt, weil die schwarzen Linien in die Schrift gezogen werden und die Buchstaben durchbrechen. Vordergrund und Hintergrund verschmelzen miteinander.
  • Blue Sky Black ist wie A Fate Darker than Love blau, allerdings ist der Ton wesentlich dunkler, kühler und in Richtung lila, was zum rosegold der Schrift und des geometrischen Musters vorne passt. Das geometrische Muster unterscheidet es für mich auch vom Rest, weil es die Gestaltungsart der Schrift aufgreift und dennoch allgemein vom Motiv her eher reduziert bleibt.
  • Kaleidra von Kira Licht ist das erste Buch von allen Fantasy Neuerscheinungen, dass in dunkelgrün gestaltet ist. (Wenn man von der grünen Landschaft bei Nebel of Skye absieht) Durch die Farbwahl ist es einmalig und auch die Motive erinnern mich an Tattoos, die Dekoration ist sehr filigran, es gibt keine konkreten Motive, keine Menschen. Theoretisch gehört Band 3 der Trilogie nicht mehr ins Herbstprogramm, der erscheint nämlich Ende Oktober 2021, aber ich zeige die Reihengestaltung trotzdem.

Kaleidra Trilogie Kira Licht Cover

2b. Titelfokus in Blau und weiß

blaue cover schrift fokus fantasy 2020

Diese Bücher unterscheiden sich in ihren Cover Konzepten, haben aber zwei Aspekte gemeinsam: Neben dem Fokus auf den Titel und die Schrift, die den größten Platz des Covers einnimmt, ist es mal mehr mal weniger in blauen Farbtönen gestaltet und die Schrift sehr hell oder teilweise weiß.

  • Stolen hat als einziges Buch unter all den Neuerscheinungen ein Cover mit dicken Buchstaben, die zum einen diagonal verlaufend angeordnet sind und zum anderen innerhalb der Buchstaben das Gesicht einer Frau zeigen.
  • Wenn die Nebel flüstern erwacht mein Herz ist im Gegensatz dazu sehr verspielt und detailliert gestaltet. Verspielte Rahmen mit Setting Bild am unteren oder oberen Bildrand sind bereits von ihrer Fabelmacht Chroniken Reihe bekannt. Hier greift das Cover den Inhalt auf, denn die Vögel, der Nebel, das Schloss und die Rosen sowie Dornenzweige verweisen auf die romantisch düstere Das Schöne und das Biest Geschichte mit einem alten Fluch.
  • Night Rebel. Kuss der Dunkelheit setzt den Fokus wieder auf die Schrift, allerdings gibt es keine Schriftmischung, die beiden Titelwörter werden durch verschiedene Farben voneinander getrennt und als Dekoration dienen Blumen, die farblich zum lila blau Ton des restlichen Covers passen. Auch der zweite und dritte Teil der romantischen Trilogie rund um Vampire ist so gestaltet, nur anders eingefärbt. Für mich unterscheidets sich das Cover durch die ähnlich wie bei der Kaleidra Trilogie sehr feine Schrift, die meine Aufmerksamkeit anzieht und gleichzeitig leicht zu lesen ist.

Night Rebel Trilogie

 

2c. Titelfokus in altgold

Ich weiß, dass diese Cover nicht Altgold sind. Aber da ich weder Künstlerin noch Coverdesignerin sind, fehlt mir die sprachliche Feinheit, die Farbe zu beschreiben. Für mich sind das Goldtöne, die sich von den eher glänzenden, schimmernden Goldakzenten und Schriften in 2a unterscheiden.

gold schrift fokus fantasy cover 2020

  • Rowan & Ash unterscheidet sich zum Einen durch den Inhalt, denn (korrigiert mich bitte, wenn ich da falsch liege!) ist es das einzige Fantasy Buch im Herbstprogramm mit einem schwulen Protagonisten und Love Interest, was sich im Titel und Cover widerspiegelt. Wie auch schon bei Kaleidra angemerkt ist ein dunkles grün außerdem nicht gerade die am häufigsten verwendete Farbe. Der Scherenschnitt mit zwei sich gegenüber stehenden Männer Profilen ist außerdem einzigartig, zudem Männer auf Fantasy Cover generell eher selten sind. (Bei den Porträts weiter oben gibt es nur Frauen, später bei den 13 anderen Covern mit Menschen genau 1 Mal einen Mann.
  • Schattentanz hat wie die anderen den Fokus auf einer verspielten Schrift, verschnörkelten Details und der Farbe Gold in verschiedenen Nuancen. Hier unterscheidet sich das Cover vom Rest für mich durch die auffällige Dekoration als Rahmen. Außerdem „verstecken“ sich kleine Tiere (Vögel, Fuchs?, Katze) zwischen den floralen Mustern. Mit der subtilen Verknüpfung zwischen Inhalt und Cover kann ich mich auch später noch gut daran erinnern.

Tiermagier Trilogie

Hof der Wunder ist mit einem anderen Cover bereits letztes Jahr als Paperback erschienen. Für das Taschenbuch gibt es ein neues Cover und ich finde solche Änderungen ja immer extrem spannend.

Das Hof der Wunder Cover Änderung

Diese beiden Cover unterscheiden sich sehr. Gleichzeitig unterscheidet sich Hof der Wunder vom Rest, weil es historische Fantasy ist. Vom Stil und den Farben her passt das neue Cover wesentlich besser ins Herbstprogramm und ich finde, dass das neue Cover besser zum alternativen Setting des Buches passt, in dem 1823 in Paris die französische Revolution fehlgeschlagen ist. Ich habe Kunstgeschichte studiert und das neue Cover verbinde ich wesentlich mehr mit Geschichte und Paris als das alte, weil die Motive bei mir mehr Assoziationen hervorrufen, die in die Richtung des Inhalts gehen.

Exkurs: Verwechslungsgefahr?

Manchmal war die Einordnung in das richtige Genre schwierig. Bei diesem Beitrag war die Herausforderung manchmal, festzustellen, ob das Urban Fantasy oder High Fantasy ist, aber ich möchte auch ein Buch zeigen, bei dem ich auf den ersten Blick dachte: Auch Fantasy! Dabei ist es ein ganz anderes Genre und ich nur an andere Konzepte gewohnt.

Ich dachte zuerst das ist Fantasy (Rahmen, Scherenschnitt), aber es ist ein historischer Roman

Wenn ich an Historische Romane denke, denke ich an Cover mit Frauen im Profil in Kutten, historischen Gebäuden, Kreuze und historische Gegenstände wie bei Rebecca Gable oder verzierte Initialen (Großbuchstaben) im Titel wie bei den Büchern von Daniel Wolf . 

Die Romanfabrik von Paris habe ich durch die verspielten Elemente als Rahmen mit dem Fantasy Genre assoziiert, beim Titel „Die Romanfabrik von Paris“ dachte ich an irgendwas magisches wie die Buchspringer Reihe oder Die Seiten der Welt von Kai Mayer. Den Hinweis „Historischer Roman“ auf dem Cover hat mein Kopf tatsächlich erstmal ignoriert. Ich kenne mich im Genre Historischer Romane nicht gut aus, weswegen mein Bild von den Cover Konzepten mehr klassisch einseitig als vielfältig ist.

Romanfabrik Fantasy Cover Vergleich

Dabei geht es in dem Buch um die Romanfabrik 1850 in Paris, in dem siebzig Angestellte die Geschichten von den drei Musketieren und dem Graf von Monte Christo schreiben, als im neusten Werk zwischen den Zeilen Staatsgeheimnisse entdeckt werden. Mit etwas Grübeln habe ich mich an das Cover von The Doll Factory erinnert, einem historischen Roman, der auch im Jahre 1850, aber in London spielt. Das Konzept entspricht vielleicht nicht dem Klischee und hat bei mir zunächst falsche Assoziationen hervorgerufen, aber zum einen steht auf dem Cover, welches Genre das ist und zum anderen stechen ungewöhnliche Designs hervor.

Romanfabrik Doll Factory Cover

3. Reale oder fantastische Motive und Gegenstände

Die letzte Kategorie, die ich mir die Fantasy Cover überlegt habe, ist meiner Meinung nach die auf den ersten Blick ähnlichste. Während ich alle Cover nach Motiven, Konzept oder farblicher Wahrnehmung sortiert habe, hieß diese Kategorie erstmal nur „Reale (Fantastische) Motive. Damit meine ich, das auf diesen Büchern ein Motiv, Gegenstand oder Ort gezeigt ist, der für das Buch wichtig ist. Beim zweiten Durchgang ist mir dann aufgefallen, wie viele der Cover blau sind. Nämlich alle! Das ist mir als erstes wirklich nicht aufgefallen, obwohl ich eigentlich so farblich visuell veranlagt bin. Natürlich habe ich mir gemerkt „Das war das blaue Cover mit der Blume“, aber die Farbe geriet in den Hintergrund, weil ich die Cover auch immer mit dem jeweiligen Motiv oder dem Design in Verbindung gebracht habe. Mein Kopf nimmt die Farbe wahr, stellt aber Motive über die Farbwahl. Im dritten Schritt ist mir nämlich auch aufgefallen, dass viele dieser Cover eine goldene Schrift haben.

Blau und goldene Reale Motive Fantasy Cover

  • Unendlich Funkenhell. Du und ich durch alle Zeiten spielt wie die Secret Academy Dilogie von Valentina Fast in London, was auf dem Cover auch präsentiert wird. Dadurch, dass diese Cover reale oder fantastische Motive darstellen, sind sie alle für sich einzigartig. Das Cover verweist auf die magische Blume des Lebens und mit dem goldenen Scherenschnitt des Pärchens über dem „e“ und „n“ auf die Liebesgeschichte.
  • Mondorchidee, mein Debütroman, zeigt als Gebäude die Akademie, die im Laufe der Trilogie immer wieder vorkommen wird. Die Schrift ist wie bei Unendlich Funkenhell Gold und eine Mischung aus Verschnörkelt und klar, aber die Symbole wie die Flamme als i-Punkt zeigen die drei Elemente Feuer, Wasser (im O) und Erde, die beherrscht werden müssen. Der florale Rahmen verweist auf die Orchideen und die Zelte oben links symbolisieren den Ort der Traummagier.
  • Der Schlüssel der Magie ist wie die anderen primär in blau und Gold gestaltet, allerdings ist das Gold hier dunkler und das Konzept ganz anders. Die Perspektive ist nicht frontal, wirkt wesentlich mehr dreidimensional, weil ich das Gefühl habe, den Schlüssel greifen zu können. Er ist im Vergleich zu Mondorchidee und Unendlich Funkenhell realistisch dargestellt, gleichzeitig unterbricht er die Titelschrift. Das Design der Schrift greift gleichzeitig das Design des Schlüssels auf (siehe die Anfangsbuchstaben S und M)
  • Stormsong. In Winterstürmen ist die Fortsetzung des im letzten Jahr erschienen Witchmark. Die Spur der Toten. Die Schrift ist ähnlich wie bei Talus leicht rund, das Cover Motiv geht von allen Covern aber am meisten in die Tiefe, weil es Vordergrund (Eisfläche + Kutsche), Mittelgrund (Zaun + ich glaube Schnee) und Hintergrund (Sturm) gibt. Wie bei Unendlich Funkenhell wirkt die Schrift leuchtend, allerdings ist sie vollkommen klar anstatt verschnörkelt.

Witchmark Stormsong Bücher

  • Hidden Worlds. Kompass im Nebel erscheint zwar Ende August, aber ich habe es trotzdem mit aufgenommen. In dem Urban-Fantasy Roman geht es um den Kompass, der zur Stadt Avalon führen soll, die vor Jahren von der Kirche geschlossen wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen Covern ist die Schrift mit dem Motiv verzweigt (der Schwanz der Drachen hinter dem Kompass ragt z.B. durch das O beim Wort Worlds). Außerdem ist es zwar überwiegend in blau und Gold gestaltet, aber durch das Meer ist es für mich eher ein grünblau und durch den Himmel, der den größten Teil des Hintergrundes einnimmt, wirkt das Cover insgesamt sehr hell. Am einprägsamsten ist aber natürlich der große Kompass und der Drache, die sehr detailliert ausgearbeitet sind und mir Steampunk Vibes geben.
  • Talus. Die Hexen von Edinburgh ist das neue Urban Fantasy Buch von Liza Grimm. Ihre vorherigen Buchcover passen zum neuen Design, weil sie sich auch auf ein zentrales Motiv konzentriert haben. Ihre letzte Reihe hat mich etwas an das Nordische Mythologie Buch von Neil Gaiman erinnert, was passend ist, weil die Bücher Fans von Thor empfohlen werden.

Liza Grimm Bücher

  • Talus spielt wie der Untertitel schon sagt in Edinburgh, es hat also ebenso wie Secret Academy und Unendlich Funkenhell das Setting am unteren Bildrand dargestellt, nur sind es hier die Burgen von Edinburgh. Bei dem Motiv in der Mitte des Covers handelt es sich um den uralten Würfeln mit ungeahnten Kräften. Könnte er Auslöser für die unerklärlichen Katastrophen in der Unterwelt sein, die Hexer Noah zu Erin führen? Auf dem Würfel sind verschiedene Symbole dargestellt und dieses Cover ist auch das einzige, das weder einen floralen, noch einen verspielten Rahmen hat, sondern dieses Muster in den Ecken, dass mich irgendwie an Federspitzen von Füllfederhaltern oder Flammen erinnert.

Gemeinsamkeit 1: Der Fantasyherbst ist dunkel

Ich wollte ja schauen, inwiefern sich die auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Cover ähneln. Insgesamt sind mir zwei Gemeinsamkeiten aufgefallen. Zum einen finde ich, wie auch in der Übersicht zu erkennen ist, dass die meisten der Cover eher dunkel gestaltet sind.

Dunkle Fantasy Cover 2020

Gemeinsamkeit 2: Der Fantasyherbst ist verspielt

Mit verspielten Covern meine ich solche, auf denen es entweder Rahmen gibt (siehe Reihe 1) oder verschnörkelte Motive (zumeist floral) als Dekoration wie in der zweiten Reihe oder eine besonders verspielte Schrift, wie in der letzten Reihe. Eine Kombination von verspielter Schrift, Rahmen und dekorativen Elementen kommt natürlich auch vor.

Fantasy Cover 2020 verspielt

Fazit

Es ist gut, wenn sich Cover eines Genres gleichen, weil der Leser dann auf den ersten Blick weiß, was ihn erwartet. Es ist genauso gut, wenn Cover individuell gestaltet sind, weil jede Geschichte individuell ist. Ich dachte auf den ersten Blick, dass doch alle Fantasy Cover so unterschiedlich sind! Dabei gibt es natürlich auch Gemeinsamkeiten, ähnliche Farben, Konzepte oder wiederkehrende Elemente. Ich persönlich mag es allerdings lieber, wenn bei einer Fantasy Trilogie Band 2 und 3 ähnlich aussehen, aber nicht genau gleich, nur mit anderen Farben. Ich kaufe schließlich drei Geschichten, nicht ein Buch in drei Farben. Einheitliche Gestaltungen liebe ich, aber etwas Individualität zwischen den Bänden finde ich toll und da reicht auch schon so etwas wie die kleinen leichtenden Symbole bei der Kaleidra Trilogie, die sich pro Band ändern.

Das gleiche Motiv muss nicht automatisch dazu führen, dass die Cover selbst gleich aussehen, wie bei den Covern mit Porträts. Gleichzeitig kann es passieren, dass sich eine Farbe als Trend herauskristallisiert, wie Blau oder verspielte Dekoration. Diesen Herbst sind für mich die drei vorgestellten Designs beliebt, aber in anderen Subgenres der Fantasy sieht das sicherlich wieder ganz anders aus.

Findet ihr die Cover eher ähnlich oder eher unterschiedlich? Und hättet ihr Die Romanfabrik von Paris in Fantasy eingestuft, wenn das Genre nicht drauf gestanden hätte? Welche der Fantasy Cover mögt ihr am liebsten?


6 Gedanken zu “[Fantasy Jugendbuch] Wie ähneln sich die Buchcover?

  1. bin wieder sehr beeindruckt! Was mir im Gesamten auffällt, dass ich die Cover so viel schöner finde, als es früher der Fall war, ich habe einige Cover in Regal stehen, die mir optisch so gar nicht gefallen, hier gefallen mir die meisten. einzig diese Spinnenwinter Reihe ist so gar nicht meins. Früher waren Gesichter auf Covern auch echt beliebt, muss da an Vampire Academy und Bloodlines denken, ich liebe die Bücher zwar, aber nicht die Cover, die Personen passen da auch so gar nicht zu den Protas.
    Danke für diesen interessanten Einblick.
    Alles liebe

    Nadine

    Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön Nadine! 🙂
      Da stimme ich dir absolut zu! Ich finde, da hat sich im Fantasy Genre echt so viel getan, so viele der Cover finde ich wirklich wunderschön, was vor ein paar Jahren noch seltener der Fall war.
      Die Spinnenwinter Reihe hat mir noch nie gefallen, die geben mir nichts, weder auf inhaltlicher noch auf ästhetischer Ebene. Ja, Gesichter auf Covern gab es vor vielen Jahren noch wesentlich mehr als diesen Herbst/2021. Das nervt mich dann auch.
      Vielen Dank und liebe Grüße 🙂
      Yvonne

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  2. Liebe vonne,

    werde ich im Herbst einen Buchladen überfallen? Ja, auf alle Fälle. Oh Gott, das wird hart, so viele tolle bücher für mein Fantasyherz.

    Ich brauche mich wohl nicht zu wiederholen, wie gut mir diese Beitragsreihe gefällt und ich immer nur nicken und zustimmen kann.

    Das Thema PoC auf Cover, ja, das ist echt ein Armutszeugnis und sorgt immer wieder für Diskussionen, was ja auch richtig ist.

    Danke dir 🙂

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Tina,
      danke für deinen Kommentar! 🙂
      Haha JA, genau das habe ich mir auch gedacht. Wahnsinn, wie viele tolle Fantasy Bücher im Herbst erscheinen, freue mich echt total. Das wird episch und magisch 🙂
      Dankeschön! Schade, dass das Thema vor allem immer wieder aufkommt. Verlage ändern sich leider extrem langsam, aber es braucht mehr Repräsentation, auch auf Covern.
      Bitte gerne und ganz liebe Grüße zurück
      Yvonne 🙂

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