[Rezension] Feeling close to you von Bianca Iosivoni

Bei besonders tollen Büchern ist es manchmal schwer, die richtigen Worte zu finden. Aber ich hoffe, ihr könnt trotzdem irgendwie verstehen, warum dieses Buch eins meiner Jahreshighlights war.

Das Buch ist 2020 beim Lyx Verlag erschienen. Danke für das Rezensionsexemplar und die tolle Blog Tour zum Buch, die Anabelle von Stehlblüten organisiert hat. Darum geht es in dem Buch:

Teagan hat nur einen Wunsch: endlich raus aus ihrer Heimatstadt und ans College zu gehen. Um das Geld dafür zu sparen, streamt sie nachts online Videospiele. Sie ist so gut, dass sie sogar Parker, den beliebten YouTube-Gamer, besiegt. Der will unbedingt herausfinden, wer die unbekannte Spielerin ist. Obwohl die beiden Tausende von Meilen trennen und sie zunächst nur über Chats und Nachrichten kommunizieren, knistert es schon bald heftig zwischen ihnen. Doch Teagan ist in der Vergangenheit zu oft verletzt worden – und auch für Parker sind Gefühle das Letzte, was er gerade gebrauchen kann. Dennoch können die beiden einander nicht so einfach vergessen …

Ein Buch nur für Gamer? Nein!

Zu Beginn des Buches war ich tatsächlich skeptisch, weil ich mit dem Thema Gaming nicht viel am Hut habe. Zwar habe ich früher sehr gerne mit meiner Tante und Schwester Playstation 2 Spiele gespielt, aber das ist etwas anderes als das, was heutzutage so auf Konsolen gespielt und gestreamt wird. Würde Bianca es schaffen, ein Buch zu schreiben, dass nicht nur für Gamer, sondern auch für Menschen außerhalb dieser Gruppe toll ist? Absolut ja! Man braucht kein Insiderwissen, keine Vorkenntnisse, Bianca hat wirklich ein Buch für alle geschrieben und das ist als Balance eine unglaubliche Leistung, vor der ich nur meinen Hut ziehen kann. Gamer werden vielleicht an der ein oder anderen Stelle aufgrund von persönlichen Erfahrungen nicken können oder kennen sich mit den genannten Spielen wie Dead by Daylight aus, aber auch mir haben die Szenen, in denen die Protagonisten spielen, sehr viel Spaß gemacht. Es war schließlich wie Kino, nur im Kopf.

Ein großartiger Schreibstil zum Genießen

Bianca Iosivoni schreibt tolle Bücher, was ich schon an Falling Fast genossen habe. Er ist aktuell und modern („#coupleGoals“ (S. 13), ohne platt mit hundert Serien und Pop Kultur Referenzen um sich zu schlagen. Bei den WG Beschreibungen musste ich einfach schmunzeln, weil sie super realistisch und gleichzeitig so herrlich amüsant waren. Die vielen Chat Nachrichten, die ich generell in Büchern sehr mag, haben einfach unglaublich viel Spaß gemacht zu lesen! Ich habe wirklich stundenlang gelesen, auch bis spät in die Nacht, musste grinsen und hatte dieses besondere Bauchkribbeln, dass man nur bei den ganz tollen Büchern hat. Die Bücher, bei denen man irgendwann weiß: Das ist ein weiteres Jahreshighlight. Und mit der Bezeichnung gehe ich nicht leichtfertig um, von allen gelesenen Büchern dieses Jahr hatte ich drei Jahreshighlights. Feeling close to you war eins davon. Das lag aber nicht nur am tollen Schreibstil, sondern natürlich auch an der Geschichte und den Charakteren.

Starke Charaktere zum mitfiebern

Teagan möchte Game Design in Pensacola, Florida, studieren. Dabei will ihr Vater etwas ganz anderes für sie. Mir hat nicht nur gefallen, wie sehr Teagan für ihre Träume kämpft, sondern wie mit ihrem Charakter auch immer mal wieder Vorurteile über Gamer Girls, Klischees und die sexistische Behandlung von Frauen in der Gaming Community aufgegriffen wurden. Das fand ich toll, weil das einfach mal thematisiert werden muss und hier mit Fingerspitzengefühl, aber auf sehr empowernde Art und Weise gemacht wird und bei mir Captain Marvel Vibes versprüht hat. „I play like a Girl. Just try to Keep up.“ (S. 20)

Genauso lebendig und interessant wie Teagan fand ich Parker. Sie haben beide ihre Stärken und Schwächen, Ziele und Träume, Ecken und Kanten, ohne in die Klischee Kiste zu fallen. Parker hat Angst, sich wieder auf ihn einzulassen, ist aber trotzdem kein Bad Boy im typischen Sinne. Außerdem wird zwar ein Geheimnis angedeutet, das wird aber relativ früh für den Leser geklärt und es ist nicht das große Thema des Buches, nur ein Teil seines Lebens und seiner Persönlichkeit. Ich mache ja manchmal Kommentaren in Büchern und bei diesem Buch habe ich ganz oft einfach nur „Schön!“ oder „:)“ an den Rand notiert, weil ich einfach nicht viel zu sagen hatte, außer, dass es toll war. Ich konnte sehr mit den beiden Charakteren mitfiebern, weil sie so rund waren, weil ich mich mit ihnen identifizieren konnte und weil alles so authentisch beschrieben wurde. Kopfkino auf Hochtouren. Der Alltag, die Suche nach sich selbst, Freundschaft, Liebe, das WG Leben, die Nebencharaktere (hier gibt es auch LGBTQ Repräsentation). Die Charaktere gehen rücksichtsvoll und respektvoll miteinander um und es hat einfach unglaublich viel Spaß gemacht, ihre Geschichte zu lesen. Aber nicht nur das, sie hat mich sogar berührt, inspiriert, mehr als einmal musste ich mit den Tränen kämpfen und dann wieder schmunzeln bei humorvollen Szenen und seufzen bei den Szenen, die einfach nur süß waren.

Fazit

Es fällt mir schwer, in Worte zu fassen, was ich an dem Buch alles so toll fand, weil ich es am liebsten nur mit einem Wort beschreiben möchte: Glücksgefühl. Es ist schön und spannend, witzig und traurig, inspirierend und berührend, interessant und vielseitig, authentisch und dramatisch. Ich liebe einfach alles an diesem Buch: Die Charaktere, die Liebesgeschichte, die Themen, das Setting und den Schreibstil. Wer ich nur eine New Adult Empfehlung aussprechen kann, dann lest bitte dieses Buch und hoffentlich verliebt ihr euch genauso wie ich.


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