[Schreiben] (M)ein Weg zum Buchcover

Gestern habe ich das Cover zu meinem Debütroman geteilt und bin immer noch ganz überwältigt von dem vielen positiven Feedback. Vielen Dank! In diesem Beitrag geht es um meinen Weg zum Cover, der nicht immer einfach war. Zu allererst hier nochmal das wunderschöne Cover, mit dem ich absolut wunschlos glücklich bin:

93390575_253010895856304_7327332301396770816_n

Meine Coverdesignerin ist meine Schwester, was auch gleich zum ersten Problem geführt hat. Aber der Reihe nach.

Erste Gedanken und Ideen

Wenn ich an die Cover für meine Orchideentrilogie und meinen Debütroman gedacht habe, hatte ich nie ein bestimmtes Bild im Kopf. Viel mehr war es ein Wort und eine Farbe. Es sollte blau sein und magisch aussehen. Blau für die Nacht (als Assoziation zu Mond) und weil ich mit der Farbe gefühlsmäßig eher Fantasy Romane verbinde, als beispielsweise mit Kanarienvogelgelb. Als Nadine mich zu Beginn der Zusammenarbeit fragte, was ich möchte und was nicht, wurde auch schnell klar, dass ich eben nicht ein Traum Cover im Kopf hatte. Auch die Frage nach meinen liebsten Covern zeigte sich kein einheitliches Bild, weil mir viele verschiedene Arten von Covern gefallen (können). Es kommt eben ganz drauf an. Dafür wusste ich relativ genau, was ich nicht wollte: Einen sehr dicken Rahmen, Double Exposure, Silhouetten und den „falschen“ Blauton (das wäre für mich Richtung Babylau, Aquamarin, grünblau oder ein quietschiges neonblau gewesen).

92948260_307555843562804_8012979579155120128_n

Dies ist einer der Entwürfe, der dem finalen Cover sicherlich am nahesten kommt. Ich finde die Gestaltung und das Konzept auch wunderschön! Aber mir war das Funkeln etwas zu viel (dabei muss ich immer an New Adult denken und bei dem Genre bin ich ja zwiegespalten). Ansonsten war das wirklich der beste Beweis für „Sehr tolles Cover, aber es nicht klick gemacht.“

Familie und Arbeit

Wenn deine Zwillingsschwester das Cover für deinen Debütroman gestaltet, dann kann das das wunderschönste Erlebnis und frustrierend sein. Bei uns war es aus zwei Gründen auch letzteres.

a) Fehlende Distanz und hohe Erwartungen

Als meine Schwester kennt Nadine natürlich die Geschichte. Von der Idee im Jahre 2011 über die erste Version 2012 (und sie ist mir heute noch böse, dass ich einen Charakter gestrichen habe!) bis zu der heutigen Version, die ich 2014 neu geschrieben und seit dem letzten Jahr erwartet habe. Das bedeutet, dass sie sehr intensiv und ausführlich mit der Geschichte und Reihe vertraut ist, was anfänglich schwierig war. Normalerweise hat Nadine bei Covern selbst ein paar Ideen für Entwürfe und dann wird das umgesetzt und zack, tollen Cover Wunsch erfüllt. Hier gab es etwas wie eine kreative Blockade, begleitet von Zweifeln an ihrem eigenen Können.

93899002_1107894672904242_2709345359787720704_n

Diese Idee fand ich ja auch super schön, allerdings hätten die Farben nur in dieser Bearbeitung einigermaßen einheitlich gewirkt und das war nicht die Farbe, die das Cover haben soll. Außerdem haben wir uns überlegt, ob es nicht zu literal ist. Es gibt ein Portal zum magischen Land, das allerdings kein klassisches Portal wie hier ist, sondern eine Klippe. Wir wollten beide keine falschen Erwartungen erzeugen, deswegen hatte Nadine die tolle Idee mit der Frau auf der Klippe auf der Rückseite des Buches, wie es auch im finalen Cover als Silhouette zu sehen ist.

Zum Zweiten waren die Erwartungen riesig, teilweise wirkte es einfach utopisch. Im Nachhinein erinnert es mich etwas diese Nachmittagssendungen, in denen Frauen ihr Brautkleid suchen. Jedes Kleid ist schön, aber das reicht nicht. Es muss Klick machen und jemand sagen können „Das ist es!“. So war es bei uns auch und zwar von beiden Seiten. Wenn ich Entwürfe von Nadine schön fand, hat sie den Kopf geschüttelt. Weil schön nicht reicht. Sie wollte in meiner Reaktion das volle Programm sehen, das Leuchten, das „Das ist es!“ Gefühl und danach habe ich auch gesucht.

Wir haben uns sehr viele andere Urban Fantasy Cover angeschaut, überlegt, was wir mögen und was nicht. Weil Nadine als Coverdesignerin ja nicht nur meine Vorstellungen umsetzen soll, sondern selbst ebenso zufrieden sein muss. Motivisch wurde bald klar, dass auf dem Cover die Akademie und die Elemente sein sollen. Allerdings führte das zur nächsten Hürde.

b) Schöne Bilder ohne Lizenz

Meine Akademie, die in der ganzen Trilogie vorkommt, ist inspiriert vom Kristallpalast in London. Heutzutage gibt es jenes Gebäude in Madrid und dazu gab es auch viele schöne Bilder, aber alle hatten keine Lizenz für kommerzielle Zwecke. Das hat mich kirre gemacht! Nadine hat so viele Stunden mit dem Suchen des richtigen Materials verbracht, aber es gab wirklich fast nichts zur Auswahl. Sie ist zwischendurch auf ein Gewächshaus als Gebäude umgestiegen, aber das hat sich einfach nicht richtig angefühlt und wirklich schön sah das auch nicht aus.

93025126_523940965183132_8675339028838481920_n

Hier ist ein Entwurf ohne die Akademie mit einem Gebäude, dass zwar verfügbar gewesen wäre, sich als Material aber nicht eignet, weil man nicht richtig erkennt, was das Gebäude sein soll. Also es ist vom Bildausschnitt her nicht eindeutig genug. ES gab wenn überhaupt auch einfach sehr touristische Bilder vom Kristallpalast, schön mit Touristen und einfach nicht geeignet für ein Buchcover. Hier haben wir auch mit Charakteren ausprobiert, was wir als Idee aber schnell verworfen haben.

c) Ein Trilogie Konzept

Die letzte Herausforderung bestand darin, ein Konzept zu finden, dass mit allen drei Bänden funktionieren kann. Das Motiv für Band 2 stand sehr schnell fest, weil es das zentrale Thema der Fortsetzung absolut perfekt symbolisiert. FürBand 3 sollte es ein würdiges Finale sein und gleichzeitig sollte bei jedem Band eine andere Magie Art im Vordergrund stehen. Alle drei Bände haben die Schrift mit den kleinen Elementen, aber abgesehen davon andere große und kleine Motive. Die Kunst bei dem Cover Entwurf für Band 1 war es also, ein schönes Cover zu gestalten und gleichzeitig ein Konzept zu erstellen, dass mit drei verschiedenen Bänden funktionieren kann. Band 2 und 3 der Trilogie haben eine andere Farbe, aber die Schrift, der Rahmen, die Frau auf der Rückseite des Buches und die Rückenfigur auf dem Frontcover bleiben wiederkehrende Elemente.

92927064_306640206983221_1144745390113816576_n

Hier wurden im Rahmen Blumen integriert, um die so aufzugreifen und der Farbton trifft schon sehr das finale Cover, ebenso die Wolken und der Mond ist auch so schön! Die Akademie im Hintergrund ist allerdings aufgrund des Mangels an vernünftigem Bildmaterial nicht so prägnant und ein Mädchen von hinten lässt mehr Spielraum für die eigene Fantasie des Lesers.

Der Tag des finalen Covers

Eines Tages hat Nadine mir morgens gesagt: „Ich habe eine Cover Idee, aber ich will erst abwarten, ob ich das umsetzen kann. Warte mal.“ Wenn man wie wir Anfang Februar zusammen im Elternhaus wohnt, ist das wirklich eine Geduldprobe. Ich saß in meinem Zimmer und wusste, dass Nadine zwei Meter weiter in ihrem Zimmer an einem potenziellen Cover arbeitet. Herzklopfen hoch zehn! Nadine hat das unmögliche möglich gemacht und ihr Talent und ihre Kreativität eingesetzt, um mir trotz aller Hürden den Covertraum zu erfüllen und meine Wünsche sogar bei weitem noch zu übertreffen. Sie hat verschiedene Bilder genommen und sie so zusammen geschnitten, dass sie wie ein Gebäude aussehen. Auch bei den Elementen, von denen es entweder nur Zeichen oder nicht zum Cover Stil passende Bilder im Comic Stil gab, hat sie gezaubert. Die kleinen Symbole hat sie mit verschiedenen Ebenen, Pinseln und Bearbeitungen dafür gesorgt, dass sie zuvor so unscheinbaren Motive gefühlt leuchteten.

Als ich an diesem Tag das Cover gesehen habe, sagte Nadine zuvor: „Das ist es. Das und kein anderes. Wenn es das nicht ist, dann weiß ich auch nicht mehr.“ Nur kein Druck. Aber der Moment war unbeschreiblich. Es war ein wahres Gefühlsfeuerwerk. Ich habe geweint, war verzaubert, verliebt, begeistert und meine schier unmöglichen Wünsche waren nicht nur erfüllt, sondern perfektioniert und übertroffen. Ich liebe, liebe, liebe das Cover!

Ich habe während der ganzen Arbeit an den drei Covern niemals an Nadine gezweifelt. Sie hat mich tatsächlich gefragt, ob ich sie als Coverdesignerin behalten will, als die ersten paar Entwürfe nicht funktionierten und keiner von uns beiden so richtig zufrieden war. Aber für mich war es nie eine Frage, ob es Klick macht und ob Nadine das perfekte Cover für mich macht, sondern nur wann. Niemand anderes kennt mich oder diese Reihe so gut wie sie und niemand anderes hätte die wunderschönen Cover machen können. Zuzüglich zum Cover hat mir Nadine auch wunderschöne Grafiken für Mondorchidee gemacht, die zum Cover passen und die ich in Insta Stories oder für Zitate verwenden kann. Ich bin wunschlos glücklich und auch über 2 Monate nach Entstehung der Cover immer noch verliebt. Ich liebe das Blau, das Konzept, die magische Atmosphäre, die Schrift und die Details, die ich euch jetzt noch mal näher zeige.

Details zum Abschluss

Cover Detail 1

 

Das sind Symbole, die für die drei Elemente Wasser, Erde und Feuer stehen. Sie wurden in den Schriftzug integriert und passen auch von der Art her zum Cover.

Cover Detail 3

 

Es war nicht möglich, alle Magiearten auf das Cover zu packen, aber hier stehen die Zelte für eine Stadt im Buch, in der die Traummagier zuhause sind. Weil es nicht die Hauptstadt ist, passt es ganz gut in dieser Form. Das ist eins der Details, die man vor dem Lesen des Buches nicht erkannt hätte, was ich immer sehr schön finde.

 

 

 

Cover Detail 2

 

Auf dem Buchrücken oben über dem Titel gibt es eine kleine Orchidee, deren Farbe der Cover Grundfarbe angepasst ist. Bei den Covern zu Band 2 und 3 gibt es diese also auch wieder, nur in den anderen Farben. Außerdem ist der Rahmen um das Cover nicht einfach nur Dekoration, weil das Muster im Rahmen an Pflanzen erinnert und beinhaltet, was wieder zu Orchideen passt.

 

Jetzt freue ich mich umso mehr auf die Veröffentlichung im September bei BOD und kann es gar nicht erwarten, das Cover auf einem Taschenbuch zu sehen! Danke an die beste Coverdesignerin und Schwester, die ich mir wünschen kann.

 


4 Gedanken zu “[Schreiben] (M)ein Weg zum Buchcover

Schreibe eine Antwort zu Seitenglueck Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s