[Rezension] Die Zuckermeister von Tanja Voosen

Wie lange habe ich kein Kinderbuch mehr gelesen? Zu lange. Denn Die Zuckermeister hat mir so unglaublich gut gefallen, dass ich jetzt am liebsten alle schönen Kinderbücher lesen möchte.

Das Buch ist als erster Teil einer Reihe 2020 mit 272 Seiten erschienen und darum geht es:

An Magie und echte Wunder glauben?

Für die Bewohner der Kleinstadt Belony selbstverständlich, nur Elina hält das alles für Unsinn. Bis ihrer nervigen Nachbarin Charlie eine Schokolade in die Hände fällt, die eine seltsame Wirkung hat. Plötzlich ist Elina sich sicher: Charlie wurde verzaubert! Hilfe bekommen die Mädchen ausgerechnet vom verschlossenen Robin. Er gehört zu einer Familie aus Süßigkeitenwerkern – Menschen mit der Fähigkeit, magische Süßigkeiten herzustellen, um anderen damit zu helfen. Und deshalb weiß er: Nur die geheimnisvollen Zuckermeister können Charlies Fluch umkehren. Mit einem Koffer voller magischer Süßigkeiten begeben sich die drei auf eine gefährliche Suche. Denn nicht jeder hält sich an den Pakt, die magischen Süßigkeiten nur zum Guten einzusetzen …

Warum hat mir das Buch so gut gefallen?

  1. Tanja Voosen hat einen schönen Schreibstil: Ich fand wirklich toll, wie locker leicht Tanja Voosen schreibt, was natürlich auch zu einem Kinderbuch passt. Trotzdem gab es durchaus Momente, die ernster waren, in deren Kinder meiner Meinung nach eine Message bekommen sollte und das wirkte nie wie mit dem Zeigefinger. Obwohl ich nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, konnte ich das Buch einfach nur genießen, der Humor hat mich zum Lachen gebracht und ich habe es an einem Wochenende durchgelesen, weil es einfach so leicht ist und Spaß gemacht hat. Ach ja, und es gibt Witze und Anspielungen auf Harry Potter! Ganz viel Liebe dafür. „Ach, jetzt bin ich die Auserwählte?“ „Hast du zufällig eine Narbe an der Stirn?“ „Ich bin makellos wie ein Einhorn.“
  2. Freundschaft ist ein wichtiges Thema: Das ist wirklich das zentrale Thema im Buch und das finde ich so schön! In Kinderbüchern (ist schon etwas länger her bei mir, aber trotzdem!) erinnere ich mich noch daran, wie wichtig das Thema Freundschaft war, was ich in Jugendbüchern meist vermisse. Ich will sehen, wie die Charaktere sich Stück für Stück mehr vertrauen, bis sie Freunde werden. Wie sie Vorurteile überdenken und revidieren müssen, wie sie zusammen halten und sich kennen lernen. Genau das gibt es in diesem Buch zwischen Elina, Charlie und Robin. Die drei sind ganz unterschiedlich und trotzdem oder genau deswegen funktioniert diese Gruppe. Auch direkt wird das Thema immer wieder angesprochen. Was bedeutet Freundschaft überhaupt und was ist wichtig?
  3. Die ganze Geschichte ist mit viel Liebe zum Detail erarbeitet: „Hier geschahen keine Wunder, sondern lauter merkwürdige Dinge!“ (S. 87) Der Weltenbau beginnt schon mit der fiktiven Kleinstadt Belony. Nicht nur konnte ich mir die Stadt wunderbar vorstellen, Tanja hat es auch noch geschafft, mich immer wieder staunen zu lassen. In den 266 Seiten steckt so viel Liebe zum Detail mit der ganzen Magie, den Süßigkeiten und dem Weltenbau. Es gibt Geschichten, viele kleine und große Orte, viele verschiedene Süßigkeiten, die Magie hat natürlich Regeln, Grenzen und Gesetze und der Weltenbau wird auch noch klasse mit der Vergangenheit und Gegenwart der Charaktere verbunden. Das war einfach bezaubernd, weil ich das Gefühl hatte, immer wieder etwas neues entdecken zu können.
  4. Die Gestaltung und Illustrationen: Das muss an dieser Stelle erwähnt werden, weil es neben dem Inhalt und Schreibstil zum Zauber des Buches beiträgt. Viktoria Gavrilenko hat einen fantastischen Job gemacht und die Charaktere und die Welt zum Leben erweckt. Es gibt wunderschöne Illustrationen im Buch, tatsächliche Bilder, aber auch große Kapitelzierden in Form eines Süßigkeiten Stroms. Im Buchdeckel gibt es außerdem den Koffer mit magischen Süßigkeiten und ich muss sagen, dass ich es klasse finde, was man hier alles für 14 Euro bekommt, zumal die äußerliche Gestaltung im Hardcover noch schöner und unglaublich detailreich ist. Ich könnte mir die Geschichte übrigens super gut als Fernsehserie oder Film vorstellen!

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Lieblingszitat

„Beliebt und besonders ist aber nicht dasselbe“, sagte Elina leise. (S. 68)

Fazit

Die Zuckermeister ist eine bezaubernde Geschichte über Freundschaft und eine Kleinstadt, in der Magie so vielfältig ist wie die Süßigkeiten, die sie ermöglichen. Es hat sehr viel Spaß gemacht zu Lesen und ich freue mich schon wahnsinnig darauf, die Fortsetzung genießen zu können.


4 Gedanken zu “[Rezension] Die Zuckermeister von Tanja Voosen

  1. Liebe Yvonne,

    ich finde die Idee so zauberhaft und das wäre wirklich etwas für mich. Es erinnert mich auch an „Die Duftapotheke“, übrigens sehr empfehelnswert. Doch bevor ich die Welt der Zuckermeister betrete, möchte ich die Reihe der Duftapotheke weiterlesen – 2 von 4 Bänden habe ich erst geschafft.

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Tina,
      ja, das finde ich auch! Alleine schon aufgrund der Idee musste das ein gutes Buch werden. Die Duftapotheke habe ich (noch) nicht gelesen, aber ich finde, die Reihe klingt wirklich sehr interessant und möchte die unbedingt gerne irgendwann lesen. Da ich die Blackthorn Code Reihe liebe, wird es Zeit für fantastischen Apotheken Nachschub. Ich höre von der Reihe ja nur positives, also wünsche ich dir jetzt schon mal viel Spaß beim Lesen der restlichen Duftapotheken Bände.

      Ganz liebe Grüße
      Yvonne 🙂

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