[Rezension] Wintervanille von Manuela Inusa

Wintervanille war mein erstes Buch von Manuela Inusa und obwohl mich auch einiges gestört hat, habe ich mir trotzdem danach die Valerie Lane Reihe von ihr besorgt, die mich allerdings auch nicht ganz überzeugen konnte.

Das Buch ist Ende 2019 mit 480 Seiten beim Blanvalet Verlag erschienen und darum geht es:

Mit viel Liebe führt Cecilia ihre Vanillefarm im kalifornischen Napa Valley. Sie handelt aber nicht nur mit dem Gewürz, sondern stellt auch leidenschaftlich gern köstliche Produkte damit her. Leider lässt ihre Passion Cecilia kaum Zeit für ihre beste Freundin Julia, geschweige denn für ein Liebesleben. Ein TV-Bericht über Cecilias Plantage und ihre besonderen Vanillekreationen weckt das Interesse von Richard Banks, dem Inhaber eines luxuriösen Hotels, der sie prompt einlädt, dort an einem Gewürzseminar teilzunehmen und selbst Vorträge zu halten. Cecilia ist begeistert, denn das Resort liegt am verschneiten Lake Tahoe – die perfekte Gelegenheit, echte Winterstimmung zu erleben! Sie ahnt nicht, dass Richard nicht nur ihre Vanillekekse zuckersüß findet …

Wenn der Klappentext in die Irre führt

Ich muss sagen, dass mir das Buch teilweise nicht so gut gefallen hat, weil ich durch den Klappentext ganz andere Erwartungen an die Geschichte hatte. Ich dachte, das dort erwähnte Hotel würde den Hauptteil des Buches ausmachen, dabei war das Gegenteil der Fall. Es wird erst der Alltag von CeCe und Julia erzählt, jeweils abwechselnd aus beiden Perspektiven (mit einigen Rückblenden!), bis irgendwann gegen Hälfte des Buches endlich der TV Bericht und im Anschluss das Hotel kommt. Dann war die Liebesgeschichte außerdem noch ganz anders als gedacht, dazu weiter unten mehr.

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Vanille und Vanille und? Vanille!

Im Buch kommt viel Vanille vor. Ja, dass ist nach dem Titel unvermeidlich und eigentlich ein tolles Thema, weil es auch do vielfältig ist. Aber mit der Vanille Farm, Vanille Soßen, Vanille Plätzchen, Vanille Marmelade und Vanille Marmelade war es für mich irgendwann ein Overkill. Ich hätte nicht in gefühlt jedem Kapitel indirekt oder direkt Vanille haben müssen.

Ab wann ist Romantik unangenehm?

Wie schon erwähnt, war die Liebesgeschichte leider ganz anders als gedacht und da ich das ausführen muss, muss ich leider auch ein bisschen spoilern, was für Ausgangssituation angeht. Ich dachte nämlich, dass sich CeCe und Richard in jenem Hotel kennenlernen. Stattdessen sieht Richard den TV Bericht mit CeCe, es ist praktisch Liebe auf den ersten Blick und er erfindet (!) die Veranstaltung, um CeCe ins Hotel zu bekommen. Das ist so, als würde ich eine Buchmesse organisieren, nur um am letzten Tag zuzugeben, dass mich die anderen Autoren gar nicht interessieren, dass ganze Event fake war und ich nur einen Autor kennenlernen um ein Date bitten wollte. Das klingt so schon daneben, oder? Er lügt sie an, lädt die ganzen Köche an und hört sich Vorträge an, die ihn nicht interessieren für einen Wettbewerb, den es nicht gibt, um die kennenzulernen. Er täuscht damit vor, professionelles nach ihrem TV Bericht zu haben, dabei ist er mehr von ihr fasziniert als von der Vanille. Ich denke, dass das so romantisch wirken sollte, aber mich hat es sehr gestört.

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Bezaubernde Atmosphäre

Etwas, was dieses Buch trotzdem überwiegend lesenswert gemacht hat, war gerade in der ersten Hälfte die Kunst der Atmosphäre, die Manuela Inusa unglaublich gut beherrscht. Sie beschreibt den Pier 39 in San Francisco, die Sandwiches von Julia in süßen Cafés. die Arbeit auf der Farm und später die Zeit im winterlichen Hotel so wundervoll, dass ich jedes Mal mit allen Sinnen genießen konnte. Das ganze Buch strahlt eine gewisse gemütliche Atmosphäre aus und es wurde mit ganz vielen Details gearbeitet, zum Beispiel bezahlt CeCe nicht einfach die Cable Car Fahrt in San Francisco, sie nennt sogar den Preis in exakter Zahl.

Wenn Freundschaft und Familie ebenso wichtig ist wie Liebe

Das ist ein Thema, was das Buch für mich wirklich „gerettet“ hat. Ginge es wirklich nur um die Liebesgeschichte, hätte ich es vermutlich abgebrochen, aber das Buch zeichnet sich vor allem durch die beiden Frauen aus. Im Laufe der Geschichte wird die Freundschaft zwischen den beiden und die jeweilige Familiensituation (die ganz unterschiedlich ist) immer wieder betont und weiter entwickelt. Das ist eins dieser Bücher, bei denen ich es wirklich in Ordnung gefunden hätte, wenn die beiden Single geblieben wären. Weil Freundschaft und Familie mindestens genauso wichtig ist wie die Liebe.

Das gewisse Extra für die Weihnachtszeit: Die Ausstattung

Der Charme des Buches besticht mit der Klappbroschur, in dessen erste Klappe das Rezept für CeCes Vanilleplätzchen steckt. Auf den letzten Seiten des Buches finden sich dann tatsächlich noch ganz viele Rezepte zum Nachmachen, die alle in der Geschichte vorkommen: CeCes Vanilleplätzchen, Vanillezucker und Vanille-Himbeermarmelade. Das finde ich eine schöne Idee, weil man während und nach dem Lesen garantiert Hunger bekommt und man die Leckereien bestimmt schön genießen kann.

Fazit

Es ist ein schönes Buch für kalte Winterabende, in der viel Wert auf Familie und Freundschaft gelegt wird, was mit gut gefallen hat. Julia, die auch POC ist, hat mir aber besser gefallen als CeCe, da ich Richard als Charakter langweilig und als Love Interest eher problematisch als romantisch fand. Trotzdem freue ich mich auf die folgenden Bände der Reihe, in dem hoffentlich die Struktur der Geschichte besser verteilt ist und die Atmosphäre wieder bezaubern wird.

In der Reihe „Kalifornische Träume“ erscheint Band 2 (Orangenträume) im April, Band 3 (Mandelglück) im August 2020. Die Cover und Gestaltung der Reihe finde ich übrigens wunderschön.

Andere Rezensionen

Vera von Buchwurm hat das Buch und die winterliche Stimmung gut gefallen


12 Gedanken zu “[Rezension] Wintervanille von Manuela Inusa

  1. Liebe Yvonne, ich finde es wahnsinnig schade, dass dir das Buch nicht so gut gefallen hat. Allerdings kann ich deine Punkte absolut nachvollziehen. Mich persönlich würde so ein Verhalten auch abschrecken, aber in dem Buch und für CeCes Geschichte fand ich es süß. Für mich macht aber etwas anderes den Hauptteil der Geschichte aus. Der Charme, die Familie und das ganze drum herum. Die Freundschaften, gerade die Vanille, die dir zu viel war (Ich liebe Vanille und jedes Mal musste ich schmunzeln, wenn es um die Vanille ging 😉 ). All das macht das Buch und bestimmt auch die anderen beiden Bände lesenswert.
    Danke, dass du deine Meinung geteilt hast, ich finde persönlich negative Bewertungen hilfreicher als ständiger Zuckerguss!
    Alles Liebe, Ella

    Gefällt 2 Personen

    1. Liebe Ella,
      das finde ich ja super interessant! Also dass dich persönlich abschrecken würde und im Buch war es passend. Tendenziell Stimme ich dir da auch zu, es hat sehr gut zu den Charakteren und zur Geschichte gepasst. Ich hätte es trotzdem schöner gefunden, wenn sie sich wirklich erst bei im Hotel getroffen hätten, aber dann hätte Richard halt keinen Plot oder Konflikt mehr gehabt und das hätte die Geschichte insgesamt langweiliger gemacht.
      Ich liebe Vanille auch 😀
      Charme, Familie und Freundschaft trifft es perfekt. Freue mich sehr auf die anderen Bände. Manuela Inusa hat ja jetzt den vierten Teil angekündigt. Also das es einen geben wird.
      Vielen lieben Dank für dein Feedback und den Kommentar!
      Ganz liebe Grüße, Yvonne 🙂

      Gefällt 1 Person

      1. Hey 🙂 Ich versuche in der Regel persönliche Vorlieben und Charaktervorlieben zu trennen, um ein bisschen unvoreingenommen zu bleiben. Allerdings ist es natürlich toll, wenn meine und die Vorlieben des Charakters übereinstimmen 😉 Es wird einen vierten geben? Wie toll! Das wusste ich noch gar nicht … da freu ich mich aber drauf 🙂
        Liebe Grüße, Ella ❤

        Gefällt 1 Person

      2. Das finde ich richtig klasse von dir! Klappt bei mir noch nicht immer, aber ich bin auf dem Weg. Freut mich, dass ich dich mit den Neuigkeiten glücklich machen konnte! Ja, das wird bestimmt toll. 🙂 Ganz liebe Grüße zurück ❤️

        Gefällt 1 Person

    1. Danke Nadine 🙂 Ja, das ist dann sehr zwiespältig, aber ich freue mich trotzdem auf ihr Buch „Orangenträume“. Das ist sogar jetzt schon draußen. Mal gucken, wann ich das lese und ob es mir etwas besser gefällt 🙂

      Gefällt 1 Person

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