[Events] German Comic Con 2019

Etwas verspätet kommt mein Bericht zur German Comic Con im letzten Dezember! Es waren aufgrund des Jubiläums sehr viele Gäste da und das war auch Teil des Problems. Ich erzähle nicht chronologisch von meinem Wochenende, das wäre so chaotisch wie die Con selbst. Ihr kriegt die Tops und Flops Variante, denn obwohl mir viel gefallen hat, gab es auch einiges zu bemängeln.

Die guten Panels – nicht mehr und nicht weniger

Bei den vielen Panels hab es natürlich auch die, die weder besonders positiv noch negativ herausstachen und einfach gut waren. Schauspieler/Fandoms, mit denen ich nicht viel verbinde oder Fragen bei Panels, die ich schon öfters gehört habe. Trotzdem waren sie für sich gesehen interessant. Der Walking Dead Cast war super witzig und energiegeladen, der Game of Thrones Cast war beliebt, witzig und ehrlich, weil sie Fans kritisierten, die zum Ende der Serie einen Shitstorm auslösten oder Petitionen unterschrieben. Kristin van Straten war ruhig, lieb, erzählte von ihrer letzten Reise, Vegan Ernährung und fing bei der Erinnerung an Once Upon a Time an zu weinen, weil die Set Erfahrung und der Cast so toll war. Hach. Von Nick Carter haben wir nur ein paar Minuten gesehen, aber natürlich kam er groß mit Nebelmaschine rein. Alicia Silverstone war auch sehr lieb, sehr bodenständig, leider war das Panel nicht so mega gut besucht, aber sie hat auch viel über ihre vegane Ernährung gesprochen und warum Clueless heute noch so beliebt ist. Ihr Sohn war auch auf der Bühne und sie hat erzählt, dass sie bzw. Paul Rudd noch regelmäßig sieht, was ich schön finde. Der Charmed Cast war nett und witzig, vor allem Brian und Drew. Zu Holly kann ich nichts sagen, weil ich sie vorher schon nicht besonders mochte. Ich bin schon froh, dass sie auf die Frage nach dem Charmed Reboot so vernünftig war, Drew diplomatisch antworten zu lassen.

Die Highlights

Die Gäste, die noch lange danach in Erinnerung bleiben werden, die einen zum weinen oder Lachen bringen und das Herz höher schlagen lassen.

Tom Felton

Wie soll ich nur anfangen? Grundsätzlich wisst ihr vielleicht, dass ich Harry Potter über alles liebe. Aber hier bedarf es einer Vorgeschichte: Vor über 8 Jahren hatte ich schon von Conventions gehört, alles mitverfolgt, gelesen und gehofft, irgendwann mal selbst Conventions zu besuchen. Und dann kam die Ring Con mit u.a. Tom Felton! Wochenlang haben meine Schwester und ich debattiert, ob wir da hinfahren können, bis es beim Nein geblieben sind, weil es einfach zu teuer, zu weit weg, zu außergewöhnlich war. Vor 8 Jahren waren Conventions in meinem Umfeld auch noch wesentlich weniger akzeptiert. Heutzutage schüttelt meine Familie immer noch den Kopf, wenn ich ein Ticket kaufe, aber sie akzeptieren es, weil sie es eh nicht ändern können. Wir entschieden uns also gegen die Ring Con, weil wir ja noch jung sind und Tom Felton dann einfach beim nächsten Mal sehen würde, wenn er nach Deutschland kommt. Beim nächsten Mal hatten wir keine Zeit. Beim nächsten Mal war es zu weit weg. Dann kam das Studium, Verpflichtungen und Tom Felton kam zwar oft nach Deutschland, aber erst jetzt, 8 Jahre später, sollte es wieder passen. Und hat sich die Wartezeit gelohnt? Yes!

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Tom Felton war klasse! Ja, er hat sich verändert, aber er hat jede Frage nett beantwortet, auch wenn es sich größtenteils nur um Harry Potter drehte. Er war wirklich gespannt auf jeden Fan, jede Frage und hat am Ende sogar eine Quick Session gemacht. das liebe ich ja, denn wenn die Zeit ausgeht, kann es vor kommen, dass Stargäste sagen „Jetzt versuche ich noch so viele Fragen wie möglich zu beantworten“ oder bitten, die Zeit zu überziehen. Das macht immer viel Spaß und ist auch schön für die wartenden Fans, die doch noch ihre Frage stellen können.

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Bei dem Panel kamen mir natürlich wie so häufig beim Thema Harry Potter die Tränen. Es gab einfach so viele Fans, die davon erzählten, dass die Bücher oder Filme ihnen in dunklen und schweren Zeiten geholfen haben, wie viel ihnen das alles bedeutet, es ging um Hogwarts Häuser, Zaubersprüche und besonders berührend: Die Magie von Geschichten. Für viele war Harry Potter ein Zuhause und wird es auch immer bleiben.

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Aber das war noch nicht alles! Neben netten Antworten und witzigen Minuten (Tom Felton sagt gerne „Darling“, herrlich!) hat er ernsthaft noch gesungen und dabei noch überzogen. Es war unbeschreiblich, mehrere Songs von ihm zu hören, diese große Convention wurde plötzlich ganz klein und all die Fans und Cosplayer genossen für ein paar Minuten seine Musik, das Gitarrenspiel und seine ruhige Stimme. Einfach wunderschön.

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Christopher Lloyd

Das Panel war für mich schon deshalb ein Highlight, weil ich mich einfach so riesig auf ihn gefreut habe! Und da muss ich jetzt mal ganz klar sagen: Ich bin auch froh, ihn noch zu Lebzeiten gesehen zu haben. Das ganze Panel über hat einfach vor Augen geführt, wie alt er ist. Er wird keine 30 Jahre mehr leben, so unglaublich traurig das auch ist. Er musste rumlaufen, weil er nicht mehr sitzen konnte, fast jede Frage musste zweimal gestellt werden, weil er schwer hörte. Ich habe so einen großen Respekt, dass er sich diesen ganzen Convention Rummel in dem Alter noch antut. Und gleichzeitig war er überhaupt nicht abgehoben, ganz im Gegenteil. Er war sogar richtig verwirrt, als jemand ihn als Legende bezeichnete. All die Geschichten über Zurück in die Zukunft, die Marty McFly Cosplayer, seine lieben Worte über Michael J. Fox, seine Erinnerungen, Anekdoten und Diskussionen über andere Werke von ihm waren einfach unglaublich faszinierend und schön.

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Meat Loaf

Ich bin zu dem Panel gegangen, weil ich dachte „Das ist halt Meat Loaf“. Ich wollte wissen, wie er so ist, kannte und liebte ich doch nur dieses eine Lied. Und dann war ich geschockt! Aber positiv. Glaube ich. Auch Monate nach der Convention muss ich immer noch den Kopf schütteln und grinsen, wenn ich an den Auftritt zurück denke. Das fing schon damit an, dass zwar theoretisch der Moderator mit auf die Bühne kam, praktisch er das Ding aber alleine rockte. Der Moderator tat mir schon richtig leid, der hatte gar nichts zu melden. Meat Loaf stand überwiegend am Rand der Bühne oder lief hin und her, nahm Fragen entgegen und antwortete. Er hat wirklich das Zepter in die Hand genommen. Und seine ganze Art… das nenne ich mal Bühnenpräsenz! Mit ihm zu Abend essen würde ich aber nicht wollen. Er hat auch durchaus auch mal geflucht, sich gewundert, dass keiner mehr eine Frage hatte und es war einfach irgendwie herrlich. Auf alle Fälle ein Erlebnis mit vielen Lachern, vielen witzigen Situationen und eine Persönlichkeit, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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Kelly Rutherford

Kelly Rutherford kenne einige vielleicht auch Gossip Girl und obwohl ich mich vorher schon sehr auf sie gefreut hatte, war das Panel dann doch anders als erwartet. Kleiner leider, aber auch so viel besser. Mal wieder musste ich ein paar Tränen verdrücken, habe gelacht und diese Frau bewundert, die in ihren eleganten, aber lässigen Klamotten und mit dem Lebkuchenerz um den Hals auf der Bühne saß. Es gibt Menschen, die eine ganz spezielle Ausstrahlung haben. Bei Kelly Rutherford ist die für mich Eleganz und Inspiration. Ihre Panel begann schon lieb und herzlich, weil sie sich wunderte, dass alle so verstreut und weit weg waren, sie wolle uns doch sehen und befahl den Fans erst einmal, sich weiter nach vorne zu setzen. Meiner Meinung nach hat man gemerkt, wie sehr sie Gossip Girl nach wie vor liebt, hat von den Geschichten, Charakteren und Kostümen geschwärmt, hat den Fans Gegenfragen gestellt, Witze gerissen und wirklich fast alle (überwiegend Frauen) zum Weinen gebracht, als es um Frauen in der Branche und im Alltag geht. Wie viele Mädchen ihren Körper nicht lieben, wie viele Männern hinterherweinen, sich selbst zu wenig wert sind, denken, sie können etwas nicht, weil sie eine Frau sind und Kelly Rutherford hat einfach allen so viel Mut zugesprochen. Wir sollen Männer küssen, ohne an Morgen zu denken, unsere Körper lieben und daran glauben, dass wir unsere Träume verwirklichen können. Das ganze Panel war einfach wunderschön, authentisch und witzig, hat mich beeindruckt, berührt und begeistert.

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Brant Daugherty und Huw Collins

Von diesen beiden Schauspielern hatte ich im Vorfeld schon gehört, dass sie super Convention Gäste sein sollen, Nadine auch überzeugt, mit zum Panel zu kommen, obwohl sie erst nicht so das Interesse hatte und es hat sich gelohnt! Ich hatte schon richtig Bauchschmerzen vom Lachen! Warum? Weil die beiden ein unschlagbares Duo und herrlich witzig, gut drauf und Fan nah sind. Die beiden konnten sogar Fans an den Mikrofonen mit Namen begrüßen oder jemandem zur neuen Figur beglückwünschen. Die beiden machten so viele Witze, VPN wurde zum Running Gag des Panels, Isabel harmonierte mit ihnen natürlich auch großartig und gleichzeitig war es aber auch nachdenklich und interessant, wenn es zum Beispiel um die schwierigste Emotion zum Schauspielern ging. Das war für Brant Überraschung, denn Tränen kann man „gut“ nachspielen, Überraschung passiert im Moment. Wenn die beiden noch mal zu einer Con kommen, bin ich auf alle Fälle dabei. Mit Brant habe ich später noch so geredet über einen meiner liebsten Filme mit ihm und er hat sich so gefreut, war ganz überrascht (Der Film ist jetzt nicht gerade High Quality oder super bekannt in Deutschland: Actually Engaged) und dann habe ich spontan in den letzten fünf Minuten des Tages noch die Chance genutzt und ein Selfie mit ihm gemacht. Er war einfach so lieb und witzig, hat mich von sich aus mehrmals umarmt und er ist einfach ein toller Gast.

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Robert Buckley

Auf Robert Buckley habe ich mich persönlich am meisten wegen One Tree Hill gefreut, aber in iZombie mochte ich ihn auch. Die Serie habe ich allerdings abgebrochen. Bei dem Panel war ich alleine, Nadine war zuvor bei Dominic Purcell gewesen (mit der Bühnenpräsenz einer Schlaftablette und war laut Berichten von anderen Gästen auf Facebook angetrunken gewesen). Jedenfalls saß ich alleine bei Robert Buckley, aber es war SO toll! Ein Mini One Tree Hill Traum wurde wahr und es war einfach so schön, wie er über seine Zeit in Wilmington geredet hat, ein paar Super Fans saßen im Publikum und gleichzeitig war er so witzig, erzählte krasse Geschichten von seinem Flug nach Deutschland und entschuldigte sich für seine Müdigkeit aufgrund des Jetlags. Außerdem kritisierte er die Autoren von iZombie, weil er sich manchmal dachte „Jetzt ist doch gut! Lasst Major glücklich sein“ und er fand es schade, dass sein Charakter später so isoliert war von den anderen Cast Mitgliedern. Das ist wirklich nicht selbstverständlich, finde seine Ehrlichkeit (ohne irgendwie zu stänkern oder so!) wirklich toll. Als Robert eine Frage eines Fans inhaltlich nicht verstand, meinte er sogar, ob das Mädchen nicht zu ihm kommen wollte und klopfte neben sich aufs Sofa! Hallo! Und das Mädchen sagte sogar Nein. Aber das zeigt nur, wie wenig Berührungsangst er hat, was als Stargast natürlich klasse ist. Auch bei den Fotoshootings war er so lieb, witzig und obwohl es schnell gehen musste, hat er seine Größe jedem Fan angepasst, das war so klasse! Hat immer gelächelt, sich verabschiedete und jeden Fan begrüßt. Mein Foto mit ihm war auch eigentlich schöner, weil Robert von sich aus den Arm um mich gelegt hat, was bestimmt toll ausgesehen hätte, aber der Fotograf hat die Kamera nicht gedreht (ich habe auch nicht daran gedacht, ihn darum zu bitten), also ist der halbe Körper abgeschnitten und es sieht so aus, als würde ich nur so neben ihm stehen. Aber die Erinnerung bleibt ja und die war super schön.

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Pretty Little Liars

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Schauspieler sind keine Götter, sondern Menschen wie jeder andere auch. Und wer zu spät kommt, entschuldigt sich. Ich mag Ian Harding eigentlich, aber dass er fast eine halbe Stunde zu spät kam, damit den Zeitplan des Tages crashte und sich weder entschuldigte noch erklärte, hat bei mir einen faden Beigeschmack hinterlassen. Sehr schön und nostalgisch war es allerdings, dass Isabel wieder die Panels moderierte. Isa hat vor ziemlich genau 4 Jahren meine allererste Convention organisiert und moderiert, deswegen war das echt schön. Auch ein Opening Video zu sehen war wieder so toll, ich liebe einfach Serien Conventions mehr als die großen Comic Cons. Gregg Sulkin war hingegen super! Soo lieb, etwas schüchtern, ruhig, aber auf eine charmante Art und Weise und dieser Akzent…hach.

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Die Gäste waren allesamt toll. Das schließt diejenigen ein, die wir schon mal gesehen hatten, wie Keegan Allen (der aber irgendwie extrem witzig und aufgedreht war…wir haben uns schon gefragt, was da in seinem Tee war) oder Janel Parrish (sie ist so eine Liebe!) und die, wir noch nie gesehen hatten. Tammin Sursok war nett, Ashley Benson wirkte noch etwas unsicher, aber sie hatte auch das Pech, echt dämliche oder super peinliche Fragen gestellt zu bekommen. (Wenn Teenager „I love you“ ins Mikrofon quiekten und Ashley lächelte und lapidar zurück sagte „love you too“, habe ich mich schon ein bisschen fremdgeschämt. Das war einfach etwas cringe, allerdings sind die meisten Pretty Little Fans auch etwas jünger als ich.)

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Von Troian Bellisario habe ich nicht alles gesehen, sie war aber genau so, wie ich es erwartet habe, nett, aber professionell distanziert und bekam leider auch keine großartigen Fragen. Wenn ich schon die Augen verdrehe, wenn mal wieder gefragt wird, was denn die Lieblingsfolge sei, ob es witzige BTS Situationen gab…dann tun mir die Gäste schon leid, die sicherlich 100 Mal die immer gleichen Fragen beantworten müssen. Es ist dann auch einfach langweilig.

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Das Vampire Diaries Fiasko

Anders kann ich es auch nicht nennen. Prinzipiell war das Panel mit dem Cast von Vampire Diaries toll, ich mochte Michael Trevino und Riley Voelkel sehr gerne! Daniel Gillies kam zu spät und seine Art muss man einfach mögen. Er ist sarkastisch, flucht gerne und ich bin kein Fan, obwohl er ein großartiger Schauspieler ist.

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Olga Fonda war auch lieb und so, ging aber in der Präsenz von Ian Somerhalder etwas unter.

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Ian hatte Geburtstag, weswegen natürlich jeder Fan (!) vor seiner Frage „Happy Birthday“ sagen musste. Irgendwann hatten es alle kapiert und es war einfach nach Ständchen, drei Kuchen und dem fünften Geburtstagsgruß so unnötig. Bei jedem weiteren Happy Birthday vor einer Frage an Ian hätte ich ausrasten können. Alle Fans gratulieren ihm, ja, aber dann muss dass doch nicht jeder noch mal einzeln machen. Uff. Aber das war gar nicht das Problem. Abgesehen davon, dass Ian ein ziemlich großes Ego hat, gab es während und nach der Convention wegen u.a. ihm noch so unglaublich viel Stress! Paul war übrigens auch da von TVD, den habe ich aber nie gesehen und er musste aus gesundheitlichen Gründen auch eher weg.

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Das Problem lässt sich erst einmal in einem Satz zusammen fassen: Der Veranstalter hat zu viele Tickets verkauft. Wie auch schon das gierige Line Up herrschte Quantität über Qualität. Das Resultat? Chaos, Tränen und Verzweiflung. Als Nadine und ich am Samstag Abend den Heimweg antraten und durch die leeren Hallen liefen, änderte sich das Bild im Bereich der Fotoshootings. Eine riesengroße Menge an Fans stand noch vor dem Bereich für Ian Somerhalder. So viele traurige und erschöpfte Gesichter habe ich auf einer Convention in dem Ausmaß noch nie erlebt. Die Stimmung war bedrückt. Wir haben den Wartenden noch viel Erfolg gewünscht und von ihnen kam nur ein müdes Danke. Sie taten mir so unglaublich leid! Das waren Fans, die stundenlang (das meine ich wortwörtlich, 4 bis zu 7 Stunden!) des Tages damit verbracht hatten, da anzustehen. Ohne die Möglichkeit, sich etwas zu essen zu holen, auf Toilette zu gehen, etwas von der Convention, den Ständen oder den anderen ca. 70 Stargästen zu erleben. Es dauerte einfach viel zu lange und am Ende des Tages mussten sehr viele Fans nach Hause gehen mit verlorenen Zeit, Tränen und Geld, dass sie vielleicht später wieder bekommen würde. Und das auch nicht immer.

In Insider Gruppen wurde online natürlich viel diskutiert und wird es immer noch. Schon beim Panel war klar: Hier sind zu viele Menschen. Das war nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Das Panel musste geschlossen werden, weil niemand mehr rein oder rauskam, die Masse staute sich und im Ernstfall hätte das sehr schlimm ausgehen können. Das darf nicht passieren. So viele Fans wurden enttäuscht, weil sie stundenlang warteten und dann entweder nur ein Selfie oder gar nichts bekamen, weil der Tag eben auch nicht mehr Stunden hat. Ich habe für mein Foto mit Robert auch angestanden und die ganze Organisation war ein Chaos (wo ist welche Schlange für wen?), aber ich habe mein Foto ja bekommen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie die ganzen Ian Fans sich gefühlt haben müssen. Allerdings kann man vielleicht nicht dem Veranstalter die alleinige Schuld geben. In den vielen Gruppen online kam nämlich Ian auch nicht gut weg.

Es gibt viele Erfahrungsberichte von Fans selbst und „Augenzeugen“ (das klingt jetzt sehr dramatisch, aber für ein Triple Fotoshoot zahlen Fans mehrere hundert Euro), die sagen, dass Ian sich pro Fan viel Zeit genommen hat. Von seiner Art beim Panel (Fans umarmen, gefühlt endlose Antworten geben) kann ich mir das sehr gut vorstellen. Es ist ja eigentlich super nett und der einzelne Fan freut sich bestimmt über die Zeit und Zuneigung. Auch Geschenke wurden gemacht. Aber so geht es halt nicht. Geschenke gibt man bei Autogrammen, nicht bei Panels oder Fotoshootings und für lange Gespräche gibt es die Autogrammtische oder Mett & Greets. Bei Fotoshootings hat jeder Fans ein paar Sekunden Zeit, manchmal sogar eine ganze Minute. Wenn sich jede einzelne Fan denkt „Ach, die eine Minute, die er jetzt länger mit mir geredet hat, ist ja nicht viel“, stimmt das zwar individuell. Wenn das aber ei jedem Fan passiert und da stehen 200 Leute vor der Fotoshoot Box, macht das 200 Minuten, also über 3 Stunden Verzögerung. In Gruppen hieß es wie gesagt auch, dass Mitarbeiter Ian und seine Fans auf das Zeitproblem hinwies, es sich aber nichts änderte. Ich war nicht dabei, kann also nichts dazu sagen. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass es eine Mischung aus beidem war. a) Der Veranstalter hat zu viele Tickets verkauft. b) Ian/Fans haben pro Foto zu lange gebraucht.

Es war allgemein aber definitiv zu voll, das Fotoshooting Chaos herrschte ja auch bei anderen Gästen (Nick Carter, einer von Stranger Things), die Organisation war einfach schlecht (keine Asperrbänder, Markierungen zu weit unten, keine eigene Halle für die Fotoshootings, die Panel Area war mal wieder zu laut drumherum und die meisten Helfer entweder überfordert, ahnungslos oder unfreundlich. Ich hoffe sehr, dass aus dem Shitstorm online, den vielen Beschwerden und der Kritik gelernt wird. Eigentlich müsste man als Fan aber seine Konsequenzen ziehen und zu keiner German Comic Con mehr gehen. Leider nehme ich mich nicht aus, dass ich doch wieder hingehen werde, wenn das Line Up mich anspricht.

Fazit

Conventions sind intensiv, emotional, witzig, aufregend, anstrengend und manchmal auch zum Haare raufen. An diesem Wochenende war wirklich alles dabei, aber ich blicke trotzdem mit einem guten Gefühl daran zurück, weil ich an die tollen Gäste denke, die die Convention für mich so toll gemacht haben. Außerdem waren die Fans und Cosplayer toll und ich konnte in der PLL Area eine liebe Bloggerfreundin treffen. In diesem Jahr sind neben (eventuell!) weiteren Comic Cons sicher aber eine The 100 Convention und eine Shadowhunters Convention geplant, beide im April! Darauf freue ich mich riesig, weil es nach der Reign Convention 2017 endlich wieder reine Serien Hotel Conventions werden und die sind einfach so viel besser. Da weiß ich auch, dass die Veranstalter keinen Mist bauen. Allerdings hat die The 100 Convention auch ein extrem großes Line Up (15 Gäste glaube ich?), deswegen bin ich da auch sehr gespannt, wie das wird.


6 Gedanken zu “[Events] German Comic Con 2019

  1. Ich muss ja gestehen, dass ich von der Comic Con mittlerweile in Bezug auf Orga und Fotos mehr schlechtes als positives lese. Deshalb werde ich wohl glaube ich den Fokus verstärkt auf Hotel-Conventions legen und vielleicht davon eine auch als ertstes Besuchen und das mit einem kurzen Städtetrip verbinden. Teen Wolf hat immer tolle Conventions in Brüssel und Paris, wo fast der komplette Cast anwesend ist und ich bisher nur positives gelesen habe, auch in Bezug auf die Orga. Könnte mir gut vorstellen, dass das irgendwann meine erste Convention wird :D. Bei Vampire Diaries bin ich nun etwas unsicher, habe jetzt schon mehr negatives über bestimmte Schauspieler gehört, weiß nicht ob das in Hotel-Conventions dann besser ist. Ich bin da ja auch im Zwiespalt wie du: Auf der einen Seite ist das für die Fans, die ihr Foto machen konnten schön, dass Ian sich so viel Zeit genomme hat, auf der anderen Seite sollte man da dann aber doch auf die Veranstalter hören, wenn die einen darauf hinweisen ,dass das Zeitlich so nicht funktioniert, gerade mit dem Wissen, dass da noch mehr Leute warten, die viel Geld bezahlt haben. Ist halt ein Fehler in Bezug auf die Organisation, aber sicherlich hätte man da auch als Schauspieler reagieren können. Wobei es für den einzelnen halt wsl auch doof ist, wenn dann Geschenke nicht angenommen werden – dann hätte Ian auch wieder viel Kritik geerntet, was das denn soll, ob man sich dafür zu fein sei etc.

    Über Tom Felton habe ich ja auch schon so viel Gutes gelesen, würde den gerne auch mal treffen, nicht nur weil ich Harry Potter liebe, sondern ich mochte auch seine Rolle in „The Flash“ hätte ihn da gerne mal gefragt, wie er denkt, dass seine Handlung weitergegangen wäre, wenn wir in der kommenden Staffel auch gesehen hätten. Fand es so schade, dass Julian nur für eine Staffel mit dabei war und war auch überrascht, dass man Tom so schnell wieder rausgeschrieben hat. Aber vielleicht war die Rolle ja so angelegt, finde es dann aber immer spannend zu hören, was Schauspieler sich vorstellen, wie die Geschichte der Figur weitergeht :D. Dass er mehr Fragen zu Harry Potter bekommt überrascht mich nicht, dafür ist er auch bekannt. Ich finde es schön, dass er davon dann nicht genervt ist. Viele Schauspieler sind das ja und wollen dann gar nichts mehr zu der Rolle sagen, die sie berühmt gemacht hat. Finde ich immer etwas komisch, weil man der Rolle ja viel zu verdanken hat und egal wie sehr das dann nervt, sollte man das halt nicht vergessen. Aber ich finde man merkt schon, wie sehr sich Schauspieler dann freuen, wenn sie auch mal zu neuen Projekten befragt werden :D. Gregg Sulkin mag ich als Schauspieler ja auch, bin jetzt kein Fan, aber habe letztens einen echt guten Psychothriller mit ihm gesehen, wo er mich schauspielerisch überrascht hat. Schön zu hören, dass der so sympathisch ist und bei Drew Fuller und Robert Buckley hatte ich mir das schon gedacht, die wirken auch so immer sehr nett und freundlich. Erleichtert bin ich auch, dass der Pretty Little Liars Cast so lieb ist, die würde ich auch gerne irgendwann mal treffen. Bis auf die letzten zwei Staffeln, mochte ich die Serie gerne und habe die dann auch wegen des Casts weiter verfolgt.

    Ansonsten freut es mich aber, dass du doch einige schöne Panels hattest – auch wenn ich diese Fremdschäm Momente komplett verstehe – da geht es mir nämlich auch immer so, sodass das wohl bei Conventions nicht anders wäre.

    Gefällt 2 Personen

    1. Hey Nicole,
      dem Eindruck kann ich leider bestätigen. Die German Comic Con macht garantiert nicht den besten Job auf dem deutschen Convention Markt.

      Ich fände als allererste Convention eine Serien Hotel Convention auch am besten und drücke dir die Daumen für Teen Wolf! Der Cast macht ja klasse Conventions.
      Bei Tvd muss ich dir wieder zustimmen, eine reine Tvd Convention wäre auch nichts für mich.
      Jaa Julian fand ich auch super und echt schade, dass das mit ihm nicht weiter ging. Hätte ihn mal wirklich jemand zu The Flash befragen sollen 😀
      Vielen lieben Dank und ganz liebe Grüße 🙂

      Liken

  2. Ich muss auch irgendwann mal auf eine Comic Con! Ich verstehe nicht wie das all die Jahre an mir vorbei gehen konnte, ich muss echt hinter dem Mond gelebt haben… Nur hat es aus meinem Umfeld niemanden interessiert und gut die Anreise wäre aus meinem weit entfernten Dorf auch lange gewesen, das wäre anders gewesen, wenn es eine in Köln geben würde. Nach deinem beschriebenen Theater bei den Fotos werde ich mir keins holen, denn auf das ganze Anstehen und das ganze Geld wäre mir ein schnell gemachtes Foto einfach nicht wert. Ich habe einmal ein Foto mit Sum41 gemacht, ohne Anzustehen, und so eine Erinnerung ist schön, aber alles über zwei Stunden wäre mir einfach zu heftig. Über Ian habe ich ja schon einiges negatives gehört, bin jetzt auch nicht sein größter Fan und Pll fand ich irgendwann auch nur noch schlecht und oh je so kleine nervige Teenies, dass muss echt anstrengend gewesen sein.

    „Für viele war Harry Potter ein Zuhause und wird es auch immer bleiben“ – das hast du schön geschrieben! Und das wird es auch immer für mich sein. Daher bin ich ja schon was neidisch das du Tom Felton gesehen hast, zu ihm habe ich im Gegensatz zu Ian bisher ausschließlich positives gehört und dein Eindruck klang auch sehr sympathisch!

    Das Christopher Lloyd in seinem Alter noch zu einer Comic Con kommt finde ich echt beeindruckend, ihn hätte ich auch gerne gesehen. Wenn es um Zurück in die Zukunft geht werde ich immer ein wenig traurig um Michael J. Fox…

    Die Frage-Runde mit Kelly Rutherford klingt ja echt interessant! Und was sie so gesagt, ist so wahr. Tolle Frau.

    Ein wirklich schöner Bericht!

    Alles Liebe

    Nadine

    Gefällt 2 Personen

    1. Hey Nadine.
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! 🙂
      Da kann ich dich beruhigen. Die Convention Szene ist sehr vernetzt und informiert, aber außerhalb aus der Bubble bekommen Außenstehende ja überhaupt nichts von Conventions mit.
      Ich überlege mir auch wirklich zwei Mal, mit wem ich mir ein Foto hole. Deswegen mag ich Serien Conventions in Hotels mehr, da ist es entspannter bei den Photoshoots. 🙂
      Vielen Dank! Jaaa Harry Potter bedeutet mir so viel und ich bin auch so glücklich darüber. ❤️ Tom Felton macht oft Conventions, vielleicht hast du ja noch mal deine Chance, ihn zu sehen.
      So geht es mir auch bei Zurück in die Zukunft.
      Jaa, Dankeschön und ganz liebe Grüße 🙂

      Gefällt 1 Person

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