[Rezension] New Promises von Lilly Lucas

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Ganze vier Wochen lag es bei mir und wartete darauf, das ich die Zeit und Ruhe finden würde, es zu genießen. Denn ich habe den ersten Band der Green Valley Reihe geliebt und war mir sicher, das es hier ähnlich laufen würde. Zum Glück hatte ich recht! Da es aber der zweite Band von insgesamt drei Bänden ist, spoilert der Inhalt leicht den ersten Band, New Beginnings, denn in jedem Band geht es um ein anderes Pärchen in der Kleinstadt.

Das Buch ist 2019 im Knaur Verlag erschienen und darum geht es:  Izzy, die als Snowboard-Lehrerin in der Kleinstadt Green Valley in den Rocky Mountains arbeitet, hat sich damit abgefunden, dass sie für Will nie mehr sein wird als seine beste Freundin. Denn Will, beliebter Sheriff und Draufgänger, wird einfach niemals kapieren, was mit ihr los ist. Daran ändert auch dieser eine romantische Kuss an Silvester nichts. Eines Tages taucht Netflix-Star Cole Jacobs in Green Valley auf und bittet Izzy, ihm für eine Filmrolle das Ski-Fahren beizubringen. Je mehr Zeit Izzy mit ihm verbringt, desto mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und je näher sich Izzy und Cole kommen, desto mehr wird Will bewusst, dass die Gefühle für seine beste Freundin tiefer gehen, als er sich bisher eingestehen wollte. Doch was soll er nun tun? Mit „Liebe und so einem Kram“ kennt er sich doch gar nicht so gut aus. Und was will Izzys Herz?

Witziger Schreibstil, tolle Dialoge und schöne Details

Alles, was ich am ersten Band so sehr geliebt habe, gab es hier auch wieder, wenn nicht sogar noch besser umgesetzt, aber dazu bei der Liebesgeschichte mehr. Lilly Lucas schreibt herrlich spritzige Dialoge, Schlagabtausche, die einfach Spaß machen beim Lesen und Sätze, die mich zum Lachen und Schmunzeln bringen können. Dabei ist der Humor nie zu derb. Nachdem ich mir das Buch zum genießen gegönnt habe, habe ich es auch echt an zwei Tagen durchgelesen. Hätte ich nicht erst abends angefangen, hätte ich es auch an einem Tag durchlesen können, weil der Schreibstil so schön locker leicht und die Kapitel kurz sind. Das geht zack zack. Außerdem mag ich es, wie die Details der Handlung in Dialogen oder Szenen eingearbeitet wurden. So wird Coles Superstar Leben immer wieder thematisiert, die ständige Beobachtung und Bewertung, Instagram wird realistisch dargestellt (es gibt sogar Umfragen! Köstlich.) und auch sein Essverhalten, damit er so schön durchtrainiert bleibt.

„Ich würde dir ja was abgeben, aber am Ende hast du dann nur noch einen Fivepack und fliegst aus deiner Serie.“ (S. 64)

Wie im ersten Band gibt es auch wieder viele schöne Beispiele aus bekannte Serien (Downton Abbey! Hach.) oder Persönlichkeiten, die erwähnt werden, aber eben alles im gemäßigten Maße, ohne Überhand zu nehmen oder gar nervig zu werden. Außerdem beschreibt Lilly Lucas viele Situationen und Gefühle mit schönen Vergleichen, die ich leider nicht zitieren kann, weil sie zu sehr spoilern oder zu lang sind, aber ich merke sie mir!

„Mit ihrem platinblonden Long Bob erinnerte sie mich einen Moment lang an Jennifer Lawrence in diesem Raumschiff-Film.“ (S. 14)

Eine Protagonistin, die sich weiter entwickelt

Izzy ist eine tolle Protagonistin, die auch wunderbar zu ihrer Darstellung im ersten Band passt. Ich habe als Leserin damit kaum Erfahrungen, hätte aber aus Autorensicht auch die Angst, dass die Izzy, die man in Band 1 als Nebenfigur kennengelernt hat, nicht mehr zu der Hauptfigur im zweiten Band passt. Das ist hier nicht der Fall, denn sie entwickelt sich weiter, bleib aber trotzdem auch so, wie sie ist. Besonders schön fand ich, dass ihre Dreadlocks zwar durchaus thematisiert wurden, sie sich aber nicht verändert hat. Nicht, dass ich jetzt eine Verwandlung a la amerikanische High School Teenie Filme erwartet hätte, aber man weiß ja nie. Man lernt mehr über sie als Person, hier greift Lilly Lucas auch wieder Klischees über Snowboardlehrer auf (schon im ersten Satz des Buches!), was ja auch keine Skifahrer sind. Ich hatte das Gefühl, dass die Charaktere sich allgemein weiter entwickeln, so stehen Lena und Ryan als Nebenfiguren zur Seite und reden auch über Inhalte aus Band 1, versuchen Fehler zu vermeiden, weil sie aus diesen gelernt haben. Das fand ich eine sehr schöne Entwicklung.

Eine schöne Liebesgeschichte

Die Liebesgeschichte zwischen Izzy und Will mit Cole im Spiel ist toll, weil Lilly Lucas es geschafft hat, dass man den Charakteren abkauft, dass sie schon lange befreundet sind, weil sie vertraut miteinander umgehen, alles übereinander wissen und sich ganz selbst verständig in intimen Räumen, wie dem eigenen Wohnzimmer aufhalten oder das Lieblingseis auf Vorrat haben, obwohl sie es selbst gar nicht merken. Auch verknüpft Lilly Lucas das amerikanische Setting mit dem Hintergrund der Charaktere und der Handlung, wenn sie exotische Bier Sorten trinken, die sie immer auf dem Colorado Brewers Festival probieren. (Das gibt es übrigens wirklich, siehe hier.) Die Kuss und Sex Szenen waren sehr schön, wenn auch letztere eher lang sind, hat mich das nicht gestört. Sie sind gut beschrieben, keineswegs peinlich, obwohl wirklich in allen Liebesromanen die Charaktere immer ganz ausgehungert sind aber gut.  Die Geschichte hatte für mich genau die richtige Länge, das passte alles so, nichts wurde künstlich in die Länge gezogen, es gab keine 400 Seiten langes Hin und Her usw. und ich fand das Ende nachvollziehbar, wenn auch ein kleines bisschen kitschig.

Negative Anmerkungen auf hohem Niveau

Als Mini Anmerkung hätte ich noch, dass es ich es schöner gefunden hätte, außer Lena und Ryan noch andere Freunde und Charaktere aus Izzys Umfeld kennenzulernen. Das passierte zwar ganz am Rande, aber da hätte man ruhig noch mehr ihre Welt kennenlernen können, sowie Lena im ersten Band auch die beste Freundin aus Deutschland und vor Ort Izzy hatte. Außerdem hatte Will durchaus seine Facetten und Tiefe, blieb für mich zum größten Teil aber eher „der Frauenheld“, zumal das auch oft erwähnt wurde und man sieht zwar hinter das Klischee, aber da hätte man gerne noch ein bisschen mehr herauskitzeln können.

Lieblingszitat

„Wir sind Freunde.“ […] „Nein, Ernie und Bert sind Freunde. Ihr hingegen […] seid eine tragische Ansammlung verpasster Chancen.“ (S. 122)

Fazit

New Promises ist wirklich ein wundervolles Buch mit tollen Charakteren, einer schönen Liebesgeschichten, witzigem Schreibstil und damit eine absolut gelungene Fortsetzung der Green Valley Reihe, wenn nicht sogar in manchen Aspekten besser, weil die Charaktere aus den Fehlern im ersten Band gelernt haben. Trotzdem fand ich Ryan noch etwas interessanter als Will. Ich freue mich riesig auf den dritten Band im nächsten Jahr, auch wenn ich die Charaktere noch nicht kenne und bin mir ganz sicher, dass das auch wieder ein purer Genuss wird.


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