[Rezension] Invalidum. Gefährliche Perfektion von Phillippa Penn

Das SciFi Debüt habe ich so schnell gelesen, dass ich es nur weiter empfehlen kann und ganz gespannt auf den zweiten Band bin! Trotzdem hatte es auch ein paar Schwachstellen.

Es ist 2019 als Selfpublishing Titel erschienen und darum geht es:

Ausgefeiltes Gen-Design sorgt dafür, dass jedes Baby perfekt ist. Doch was, wenn etwas schief geht? Linn liebt es als Geburtshelferin die Neugeborenen zu versorgen. Doch dann muss die 17-jährige erfahren, welches Schicksal einem Kind droht, das nicht der Norm entspricht…

Runa steht vor einer Herausforderung: der Aufnahme in die renommierte Lamarck-Akademie. Doch die Prüfung, die sie dafür bestehen muss, ist nicht, was die junge Studienanwärterin erwartet hätte…

Beide blicken hinter die Maske ihrer scheinbar makellosen Welt und entdecken ein Geheimnis, das alles verändert.

Ein stimmiger Weltenbau

Den Weltenbau fand ich sehr stimmig, weil an sehr viele Details gedacht wurde. Wie es sich anfühlt, nicht draußen zu leben, wie die Technik überlistet werden kann, wie das System mit Bots (also Robotern) abläuft, wie die Transportmittel sind…und ich will auch so eine Dusche mit Frühlingsregen haben! Es hat mich ein bisschen an Divergent erinnert, wobei ich da nur den Film gesehen habe.

Die Charaktere waren für mich sympathisch und gut ausgearbeitet, wobei ich bei Linn prinzipiell mehr mitfühlen konnte als bei Runa. Linn wirkt auch eher wie die ruhigere der beiden, Runa ist eher temperamentvoll und impulsiv. Über Linn erfährt man im Laufe des Buches auch nicht allzu viel, aber das fand ich gar nicht mal schlimm, ich hatte auch so ein dreidimensionales Bild von ihr im Kopf und freue mich schon darauf, im zweiten Band mehr von ihr zu lesen!

Rasanter Schreibstil und Plot

Der Einstieg fiel mir leicht, weil es direkt actionreich losgeht, man steckt mitten in der Handlung! Das Buch beginnt mit einer Geburt und was passiert, wenn das Baby nicht perfekt ist. Linn war als Charakter aktiv an der Handlung beteiligt und ich habe auch direkt mit ihr mitgefühlt! Die Kapitel aus den beiden Perspektiven waren aber alle nicht lang, maximal zwei Szenen und schwupps ging es zur anderen Perspektive. Dadurch hat es sich zack, zack, zack so angefühlt, wie beim rennen, wenn man nicht stehen bleibt. Es war in sich stimmig und passte zum Buch und der Geschichte, weil im Buch selbst nur sehr wenig Zeit vergeht. Die Handlung verläuft innerhalb von ich glaube zwei, drei Tage nur? Das kann für mich gerne mehr sein.

Fast jedes Kapitel endet mit einem Cliffhanger, das heißt, wenn man für das Buch eins braucht, dann ist es Selbstbeherrschung und Disziplin. Essen anstatt lesen. Schlafen anstatt lesen. So, so schwer! Ich musste mich förmlich zwingen, aufzuhören. Viel zu oft habe ich gesagt „Okay, nur noch ein Kapitel!“ Und dann gab es wieder einen Cliffhanger und ein Kapitel war eh so kurz und wieder die andere Perspektive und schwupps, war es ein Uhr nachts. Tja.

Der schnelle Schreibstil und Plot hat zwar beim Lesen sehr viel Spaß gemacht, aber manchmal hätte es länger sein dürfen: Die Entwicklung von Runas Mutter Ida ging mir zu schnell, das passierte gefühlt innerhalb eines Fingerschnippens. Ich mag es lieber Stück für Stück, immer mal wieder ein bisschen Entwicklung. So war das für mich schwer nachvollziehbar.

Bei der Erzählperspektive war manchmal die Perspektive von A, aber zwischendurch gab es Einblicke in die Gedanken anderer Charaktere, also doch allwissender Erzähler? Das war etwas unscharf.

Manchmal war es mir zu viel tell statt Show, sodass die Gefühle und Entwicklungen etwas auf der Strecke blieben: Dem Leser wird gesagt, was die Figur fühlt („sie fühlte sich ertappt“) oder die Figur meint, was andere fühlen („Ida schien nicht zu wissen, was sie sagen sollte“) anstatt es zu zeigen, zu beschreiben und mich als Leser selbst darauf kommen zu lassen, dass sie sich ertappt fühlt. Da kommt dann die Autorin durch, denn die weiß ja, dass Ida nicht weiß, was sie sagen soll. Runa weiß nicht, wie es Ida geht, weil sie nicht in ihren Kopf gucken kann. Runa denkt sich das aber, damit ich als Leser erfahre, wie sich Ida fühlt.

Fazit

Die Rezension klingt zwar jetzt nach viel Kritik, aber durch die vielen Cliffhanger und Verbindungen kann ich nicht wirklich was anderes sagen, was nicht mega spoilern würde, leider. Das Debüt hat mir aber insgesamt sehr gut gefallen mit vielen Cliffhangern am Ende, kurzen Kapiteln, stimmigem Weltenbau, tollen Charaktere und Beziehungen! Ein Buch zum genießen und in 24 Std durchlesen, weil das bekannte Thema der Perfektion und Gen Manipulation weiterhin interessant und spannend umgesetzt wurde. Ich bin auf alle Fälle mega gespannt auf Band 2 und freue mich schon darauf!

 


5 Gedanken zu “[Rezension] Invalidum. Gefährliche Perfektion von Phillippa Penn

  1. Auf der Frankfurter Buchmesse hat mich das Buch neugierig gemacht und ich wollte es danach auch unbedingt lesen, sollte ich mal ändern, denn deine Rezension klingt ja sehr positiv und eine dystopie habe ich lange nicht mehr gelesen, jetzt brauche ich nur noch mehr Zeit haha 😀

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    1. Ohhh das freut mich so doll! Es ist wirklich ganz toll und die Autorin arbeitet ganz fleißig an Band 2. Wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen, wenn du dazu kommst und freue mich dann schon sehr auf dein Feedback ❤️

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