[Allgemeines] Zwei Erkenntnisse meiner Leseliste

Manchmal habe ich so Ideen. Meistens will ich die dann sofort umsetzen, bloß nicht warten, alles stehen und liegen lassen. Ich habe hier schon mal einen Beitrag zu meiner Leseorganisation geschrieben, aber seitdem hat sich einiges verändert und die Erkenntnisse wollte ich mit euch teilen.

Stand der Dinge letztes Jahr: Analog

Ich hatte ein Notizheft als Lesesliste, Bücher jeweils nach Alphabet sortiert. Das Problem dabei? Irgendwann war das Ding voll, Seiten sind endlich, Papier wächst nicht nach und wenn ich ein Buch gelesen habe und durchstreiche, wird der Platz auch nicht mehr. Ich wollte aber nicht mehrere Notizbücher haben und suchen konnte ich darin auch nicht. (Ob ich von einem Autor alle Bücher auf der Liste habe, ob ich von einem englischen Buch die deutsche Übersetzung auf der Liste habe, ob ich aus versehen Bücher zweimal aufgeschrieben habe)

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Lösung A: Digital

Eine Excel Tabelle, sortiert nach Alphabet. Man, war das eine Arbeit. Die handgeschriebene Liste musste ja abgetippt werden. So fand ich es schon mal wesentlich besser. Doppelte Bücher kamen nicht mehr vor, es war schön übersichtlich, gelesene Bücher konnte ich einfach löschen und ewig neue hinzu schreiben.

Problem bei Lösung A

Zum einen bin ich kein Excel-Mensch, echt nicht. Zum zweiten habe ich gemerkt, dass die Bücher für mich nur eine Anzahl von Buchstaben waren, ich hatte bei nicht mal der Hälfte einen inhaltlichen Bezug zum Buch. Bei den meisten hätte ich erst einmal Googlen müssen, was das denn für ein Buch ist, weil ich durchaus auch Bücher von 2005 auf meiner Liste habe. Und außerdem war es für mein Leseverhalten nicht mehr praktisch. Ich lese nämlich öfters nach Genre. Wenn ich einen Thriller gelesen habe, will ich vielleicht als nächstes auch wieder einen Thriller lesen, je nachdem wie gut oder schlecht er war. Vielleicht sogar vom gleichen Autor. Oder gerade weil ich einen Thriller gelesen und demnächst viel zu tun habe, will ich als nächstes ein Fantasy Buch lesen. Und wie finde ich das auf meiner Leseliste? Gar nicht? Wahlloses Stöbern, nur möglich bei den Titeln, bei denen ich noch weiß, worum es da geht.

Warum nicht online?

Ja, es gibt Seiten wie Lovelybooks, Goodreads, Amazon Merkliste..Viele Möglichkeiten, Bücher zu sammeln. Aber zum einen haben diese online Kataloge manche Bücher nicht (entweder sie erscheinen erst noch oder sie sind von Self-Publishern, schon sehr alt) und zum anderen möchte ich nicht, dass meine Leseliste online ist. Ich will eine Liste haben, die nur für mich ist und die auch übertragbar ist. (per USB Stick, ohne Internet Anschluss usw. usf.)

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Was habe ich also gemacht? Lösung B!

Ich habe meine Leseliste genommen und mir Buch für Buch angeschaut, um dann eine Liste nach Genre in Word anzulegen. Ja, das war Arbeit, aber es hat sich gelohnt und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Fragt sich natürlich wie lange, aber vielleicht ist diese Organisation ja wirklich längerfristig. Und wenn nicht, wird es eben wieder anders gemacht. Wie bei Notizbüchern auch: Probieren geht über Studieren. Aus der Arbeit habe ich ein paar Erkenntnisse gezogen:

Erkenntnis 1: Wie viele Bücher nicht eindeutige Titel haben

Von den ganzen Büchern auf meiner Liste waren würde ich sagen 50 % Bücher, die ich nur noch in vage Erinnerung hatte und dann habe ich mich ernsthaft gefragt: Ist dieses Buch jetzt Fantasy oder Jugendbuch? Könnte natürlich auch Thriller sein. Und ich habe durch das Durchgucken der Liste einen weiteren Blickwinkel auf Buchtitel bekommen. Wenn ich nur den Titel sehe, sollte man doch eigentlich wissen, welches Genre das ist? Die meisten Bücher waren eindeutig (besonders natürlich im Bereich Frauenroman und Liebesroman), aber ich fand es sehr interessant zu schauen, wie oft ich bei meinen Titel Ideen richtig oder falsch lag. Das ich mich nicht mehr an das Genre bestimmter Bücher erinnern konnte, hat übrigens nicht zu sagen, denn zum einen habe ich nicht gerade ein sehr gutes Gedächtnis und zum anderen habe ich gesehen, dass ich teilweise Bücher von 1995 oder zumindest 2005 auf meiner Liste habe.

Erkenntnis 2: Wie meine Genre Interessen verteilt sind

Eine weitere interessante Erkenntnis, weil ich mich falsch eingeschätzt habe. Ich brüske mich online immer damit, dass ich so gut wie keine Liebesromane lese. Weil ich eben genau weiß, welche Genres ich mag: Fantasy, Jugendbuch, Thriller. Ja. Und jetzt kommt das aber. Es waren viel mehr Liebesromane auf meiner Liste, als ich angenommen hatte! Die Sache ist halt die, dass Liebesroman und New Adult für mich nicht synonym sind. Im New Adult Bereich lese ich wirklich fast nie, aber ein Liebesroman, der sich fokussierter mit der Liebe (oder dem Verlust dessen) zwischen zwei Charakteren beschäftigt, ist schon eher meins. Und deshalb habe ich über 60 Bücher auf meiner Leseliste, die mich interessieren, bei denen ich immer wieder dachte „Oh, noch ein Liebesroman.“

Gleichzeitig ist wie erwartet Fantasy mit über 200 Büchern das am meisten vertretene Genre. Gefreut habe ich mich über die vielen Biografien und Sachbücher. Natürlich denke ich gerade in Buchhandlungen immer mal wieder an dieses oder jenes Buch, aber alle Sachbücher in einer Spalte zu haben ist noch einmal etwas ganz anderes und auch da sind die Themen quer verteilt. Meine Self-Care und Lernen Spalte richtet sich vorwiegend an Uni Themen oder Bücher zum Thema wie Angststörung, Stress, Glück usw. Aber da auch sind mit fast 200 Büchern ganz schön viele zusammen gekommen.

Außerdem dachte ich immer, dass ich vielleicht ein paar Familienromane auf meiner Leseliste habe, wo ich das Genre doch eigentlich so liebe, nur den ganzen Brief auf dem Dachboden Romanen nichts abgewinnen kann. Aber es gab doch so viele Bücher, die mich interessieren, die wahrhaftig Familienromane sind und das hat mich so glücklich gemacht! Oft gehen Bücher in der Menge unter. Da sehe ich ein Buch in der Buchhandlung, notiere mir den Titel, kaum bin ich zuhause, scrolle durch Instagram, sehe drei weitere Bücher und lese mein aktuelles weiter, da hat mein Kopf den Titel aus der Stadt schon wieder in die letzte Ecke des Gedächtnis gepackt.

Ich bin froh, die Aktion gemacht zu haben, weil ich meine Leseliste dadurch mit Leben und Inhalt gefüllt habe, die Bücher sind nicht nur irgendwelche Titel, sie sind potenzielle Geschichten mit thematischer Erinnerung. Ich habe mir auch immer wieder Bücher markiert, denn die will ich als erstes lesen. Es war schon fast schwer, nicht ins schmökern zu geraten. Hach, das Buch klingt toll und oh, das finde ich auch interessant! Ich bin mit meiner Leseliste so schlimm wie ein Kind im Spielzeugladen. Am liebsten würde ich alle sofort haben und lesen und lieben.

Fazit

Ich habe insgesamt 1036 Bücher auf meiner Leseliste. Die kann und werde ich natürlich nicht alle in meinem Leben noch lesen, aber mein Lesegeschmack verändert sich ja auch und so habe ich auch einige Teenie Bücher gestrichen, die mich jetzt nicht mehr interessieren. Auf der anderen Seite ist das aber auch ein schöner Gedanke: Ich habe 1036 Bücher, die ich lesen möchte und jeden Monat kommen neue Bücher raus. Ich habe 1036 Bücher, aus denen ich frei wählen kann, welches ich jetzt als nächstes lesen möchte. Das ist doch eine wunderbaren Liste! Ich bin für den Rest meines Lebens mit potenziellen Lieblingsbüchern ausgestattet.


10 Gedanken zu “[Allgemeines] Zwei Erkenntnisse meiner Leseliste

  1. Was für eine Zahl. Krass. Ich habe nie darüber nach gedacht, mir eine Liste zu erstellen. Ich hatte zwar immer mal welche bei Lovelybooks in ein Regal gepackt, aber schnell es wieder sein gelassen. Bei Klassikern habe ich mir mal eine kleine Liste erstellt, die ich dieses Jahr in Angriff nehmen wollte. Aber alles darüber hinaus ist mir zu unwirklich und würde mich unbewusst unter Druck setzen, die Liste doch irgendwie abzuarbeiten, und bei meinen paar Büchern in Monat würde ich das never ever schaffen 😀 Dennoch interessant zu sehen, wie du deine Leseliste angefangen bist 🙂

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    1. Oh ja, die Zahl ist sowas von krass. Help 😀 Welche Bücher werde ich lesen und welcher fallen meiner endlichen Lebenszeit zum Opfer? Hoffentlich lebe ich möglichst lange 😀
      Dankeschön! 🙂 Oh ja, ich finde es wichtig, das realistisch zu lesen. Ist ja Quatsch, dass ich noch 1000 Bücher lesen werde. Aber das ist meine persönliche Backlist und das finde ich klasse. Meine eigene virtuelle Bibliothek sozusagen. 🙂

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  2. Was ein toller Post! Ich nutze eine Kombination aus Notizbüchern, meinen eigenen Blog und Goodreads für meine Bücher. Sowohl SuB, als auch Wunschliste und bereits gelesene Bücher und ich bin soweit super zufrieden 🙂
    Liebst, Lara.

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    1. Liebe Lara,
      ach das ist ja ein schönes Kompliment. Vielen lieben Dank! 🙂
      Ah das ist eine super Kombination! Von allem etwas. Goodreads benutze ich auch für meine gelesenen Bücher, finde das echt super praktisch!
      Viele Grüße zurück 🙂

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  3. Meine Leseliste ist auch lang und die wächst immer weiter. Die meisten Bücher sind da ehrlich gesagt in den letzten Jahren drauf gewandert bzw. seitdem ich das bloggen angefangen habe, weil mir nun natürlich konstant neue Bücher in den Sozialen Netzwerken und auf Blogs begegnen und ich so auch Up-To-Date bleibe, aber für die Wunschliste ist das natürlich tödlich. Ich würde die natürlich gerne etwas reduzieren, aber gerade macht da der Geldbeutel nicht mit, was auch ein Grund ist, wieso sie wächst und wächst und wächst. Aktuell habe ich in der Tat vermehrt Jugendbücher und Fantasy Werke auf meiner Liste stehen, weil ich das Genre (auch dank Buchblogs) erneut für mich entdeckt habe und jetzt einiges nachzuholen habe. Sprich viele bekannte Reihen habe ich noch nicht gelesen, aber da teilweise zumindest schon den ersten Band im Regal stehen wie zu „Die Gabe“ oder „Die rote Königin“, was auch so Bücher sind, die ich gerne demnächst mal lesen möchte. Ganz oben auf meiner Wunschliste steht auch noch „Der schwarze Thron“, mit dem Buch liebäugel ich schon länger. Auch die „Percy Jackson“ Reihe will ich bald zu Ende lesen, va da mir da nur noch Band 3 fehlt, denn ich mir noch zulegen muss, die anderen stehen alle schon im Regal.

    Finde es aber auch immer interessant, wie sich der Lesegeschmack verändert. Liebesromane habe ich ja in der Jugend geliebt, heute kann ich damit nichts mehr anfangen. Ich habe mich ab und an mal an einen gewagt, aber oft war mir das zu unrealistisch und gerade bei den aktuellen Trends, wo der männliche Protagonist oft erstmal ein richtiger Idiot ist und die Hauptfigur schlecht behandelt, bin ich eh raus.

    Ich führe meine Liste über Lovelybooks und Amazon. Ist leichter, als das dann per Excel oder Word zu machen (deshalb Hut ab, dass du dir da so viel Zeit und Mühe gemacht hast) oder über ein Notizbuch (Das halt irgendwann voll wird und das fand ich auch immer sehr unübersichtlich). Bei Amazon finde ich ja praktisch, dass man auch die Preisentwicklung sieht ,sprich man kann auch mal zuschlagen, wenn ein Werk im Angebot ist. Vor allem da ich wieder vermehrt auf Englisch lesen möchte, ist das ein Vorteil, weil die Bücher gibt es ab und an extrem günstig.

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    1. Liebe Nicole,
      danke für deinen langen Kommentar! 🙂
      Stimmt, in dem Jahr seit ich blogge hat sich meine Leseliste auch unglaublich vergrößert. „Früher“ habe ich halt im Buchhandel gestöbert und mal auf Amazon, aber da habe ich ja längst nicht alle neuen Bücher gesehen und auch vieles nur im Tunnel Blick gesehen, nur ein paar Genres und weniger von außerhalb, erst recht nichts auf Englisch. 😀
      Die Percy Jackson reihe habe ich auch erst 2017 angefangen zu lesen und dann auch die ganze Reihe innerhalb des Jahres durchgelesen und fand es toll! Solche „Klassiker“ will ich auch lesen, auch sowas wie Eragon im Fantasy Bereich. Oder zumindest anfangen 🙂
      Puh, ja, der männliche Protagonist geht mir in vielen Liebesromanen so auf die Nerven (schwarze Lederjacken!!), das mein Kopf das gar nicht ausblenden kann und ich mich gar nicht auf die Geschichte selbst einlassen und einlullen lassen kann.
      Das Notizbuch hatte ich letztes Jahr, weil ich warum auch immer nicht daran gedacht habe, wie schnell das voll werden kann 😀 Upps. Jetzt bei Word habe ich den Vorteil, dass ich da auch Bücher drauf setzen kann, die es bei Goodreads oder Amazon nicht gibt, weil sie so alt sind oder Self-Publisher oder die erst später veröffentlicht werden.
      Da kann ich dir nur zustimmen! Ein paar Bücher (40?) habe ich als gebraucht bei Amazon in die Einkaufsliste gesetzt und bin total gespannt immer, wie sich der Preis verändert und kann da auch zuschlagen, wenn es billiger wird.
      Ganz liebe Grüße und noch einen schönen (heißen) Sonntag
      Yvonne 🙂

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  4. Yvonne!

    Wie verrückt ist das denn?! So viele Bücher und du hast dich mit deiner Liste mehrmals auseinander gesetzt. Wow.
    Ich habe eine kleine Leseliste von Büchern, die ich mir wünsche, aber die ist echt human und ich schmeiße auch ab und zu etwas raus, weil ich zu Kurzschlussreaktionen neige („das muss ich unbedingt haben“) und es später anders sehe („oder auch nicht“).

    Einen schönen Sonntag
    Tina

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    1. Liebe Tina,
      Ja, es war wirklich so viel! Eine kleine Schatzsuche, Wiederentdeckungskunde und trotzdem irgendwie auch erschreckend, wenn da Bücher von 2004 drauf sind oder Bücher, die man damals SOOO gerne lesen wollte und dann doch nicht gelesen hat und diese Fülle an großartig klingenden Geschichten, die noch auf einen warten. Hach 🙂
      Dieses Reflektieren finde ich richtig gut von, dass mache ich auch von Zeit zu Zeit bzw. kaufe wenn dann lieber erstmal das E-Book. Bei Klamotten/anderen Sachen habe ich mir auch gewöhnt, etwas nicht sofort zu kommen, nur weil ich in dem Moment meine, etwas sofort haben zu wollen, sondern 30 Tage zu warten. Wenn ich es dann immer noch haben will und es finanziell okay ist, dann darf ich es kaufen. Deswegen werde ich meine Leseliste auch immer mal wieder durchschauen. Im Bereich Self-Care kann es ja auch sein, das mich manche Themen später gar nicht mehr interessieren.
      Dir auch noch einen schönen restlichen (heißen) Sonntag!
      Liebe Grüße
      Yvonne :),

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