[Rezension] Ophelia Scale von Lena Kiefer

Dieses Buch ist mir aufgrund des schönen Covers aufgefallen, der Plot klang auch nach meinem Gefallen und als ich erstmal reingelesen hatte, wollte ich auch nicht mehr aufhören. Vielen Dank an cbj für das Rezensionsexemplar! Das beeinflusst meine Meinung aber nicht. Das Buch ist 2019 mit 459 Seiten bei cbj erschienen und darum geht es:

Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in dem Technologie per Gesetz vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wird sie als eine der Leibwachen in der Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien – den Bruder des Regenten. Und nun muss Ophelia sich entscheiden zwischen Loyalität und Verrat, Liebe und Hass …

Charaktere

Es gibt im Buch viele Charaktere und das tolle war für mich, dass ich nicht nur die beiden Hauptcharaktere Ophelia und Lucien mochte oder interessant fand.

Ophelia war ein klasse Hauptcharakter! Ich freue mich schon sehr, mehr von ihr zu lesen. Gleich am Anfang ist schon aufgefallen, wie anders sie ist. Damit meine ich ihre analytische Art. Sie sieht, hört, fühlt manchmal mehr und sie denkt scharf nach. Das hat unglaublich Spaß gemacht und natürlich für Spannung gesorgt. Trotzdem fand ich sie nie zu überlegen. Es gibt immer noch Leute, die besser sind als sie oder die sie durchschauen. Das fand ich eine sehr gute Balance. Sie ist aber auch witzig, hat viel Ahnung und Interesse an Technik und droht ständig aufzufliegen. Das ist etwas, was ich an ihr besonders toll fand. Sie wartet nicht ab, bis etwas passiert, sie wartet nicht ab, bis andere etwas machen können, sondern sie handelt aktiv und nimmt die Dinge selbst in die Hand.

56289395_757486191304802_552540576193445888_n

Bei Lucien hatte ich ja erst Angst, dass er einer dieser witzigen, obercoolen, heißen Love Interests sein würde, aber meine Skepsis verflog zum Glück schnell. Ja, Lucien ist humorvoll, liefert sich gerne mal mit Ophelia einen verbalen Schlagabtausch, wo es hin und her geht, so nennt er sie zum Beispiel nach ihrer erstes Begegnung Stunt-Girl. Aber an Lucien mochte ich seine Vergangenheit, die hoffentlich im zweiten Band der Reihe noch näher beleuchtet wird, sein facettenreicher Job und sein Familienbündnis. Ich fand es einfach klasse, mal wieder eine Familie zu sehen! Wie oft habe ich in den letzten Jahren Jugendbuch Büchern mit nur einem König/Königin plus Love Interest im Schloss gelesen? nein, hier gibt es den König Leopold, der getötet werden soll, seinen Bruder Lucien, in den sie sich verliebt und die Schwester der beiden, Amelie. Jeder hat seinen eigenen Charakter, es gibt natürlich unterschiedliche Machtgefälle, aber trotzdem fand ich diese Geschwisterdynamik sehr faszinierend.

Es gab mehrere andere Charaktere, von denen ich gerne mehr gelesen hätte oder mich sehr darauf freue, mehr von ihnen zu lesen. Knox, Ferro, Troy, Dufort, Leopold, Amelie…um nur Mal ein paar zu nennen. Einzig Troy war mir etwas zu eindimensional. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob es einen schwulen Nebencharakter gab, aber da der zu Anfang allen Anschein nach gestorben ist (da warte ich bitte in Band zwei auf einen Plot Twist!?), verfällt der Gedanke dann.

Allgemein fand ich die ganzen Dynamiken zwischen den Charakteren spannend. Entweder es gab ein Machtgefälle oder ein Interessenkonflikt oder die Angst, entdeckt zu werden und eine Art Katz und Maus Spiel.

Plot

Ich habe fast das komplette Buch an einem Tag durchgelesen, nämlich volle 400 Seiten davon. Es war einfach so gut, dass war schlimmer als Netflix gucken. Statt nächster Folge gab es dann halt das nächste Kapitel. Und noch eins. Nur noch eins! Bis es am späten Abend durch war und ich habe keine Sekunde bereut. Es ist nicht so, dass jedes Kapitel auf einem Cliffhanger endet, sondern der Gesamtplot war für mich einfach so spannend und interessant! Es fing schon gleich spannend an, halt mitten drin.

Das Buch hatte für mich keine Längen, weil Lena Kiefer sehr bewusst ausgewählt hat, was sie erzählt. Sie beschreibt zum Beispiel nicht jeden Tag, jede Unterrichtsstunde, sondern überspringt auch mal ein paar Tage, Wochen, Stunden und erzählt indirekt davon. Dadurch bietet jedes Kapitel entweder eine Plot oder Charakterentwicklung, nichts wirkte nach Füllmaterial oder war langweilig.

56472512_775924072801082_1865347254915694592_n

Den Plot Twist am Ende kaufe ich (noch?) nicht ganz ab, ich denke, die Trilogie wird in eine andere Richtung laufen, aber das fand ich nicht schlimm. Das Buch endet in einem Cliffhanger, der mich sehnsüchtig auf August warten lässt, wenn Band zwei erscheint. Aber es gab schon auf den ersten 100 Seiten einen Plot Twist, wobei ich mir dachte: „Oh, mega!“ Ja, mega coole Idee, mega gut gemacht. Spätestens da wusste ich, das wird mein Buch. Aber auch ansonsten mochte ich den Plot. Er ist schnell, ohne gehetzt zu wirken, aber zieht sich auch nicht wie Kaugummi. Gleichzeitig bietet das Buch auch viel zum Nachdenken an, führt viele Aspekte beim Thema Technik vs. Menschheit, Soziales Verhalten, Manipulation und Loyalität an.

Schreibstil

Noch so ein guter Punkt. Ein Lieblingszitat zu finden wird verdammt schwer, weil ich mehrere Stellen markiert habe. Lena Kiefer schreibt humorvoll, rasant und trotzdem nicht banal. Es gab die ein oder andere Wendung, wo ich innegehalten und anerkennend genickt habe. Denn manche Metaphern oder Vergleiche findet man wirklich in jedem Buch. Hier gab es manchmal Formulierungen, die ich so vorher noch nicht gelesen hatte und das hat super viel Spaß gemacht!

Fazit

Ein klasse Auftakt zu einer Jugendbuch Trilogie mit großartigen Charakteren! Für mich ein bisschen Tribute von Panem, ein bisschen die rote Königin, ein bisschen i Robot, ein bisschen Eagle Eye.

Lieblingszitat

„Meine Wut blieb wie ein Mantel an der Garderobe zurück.“ (S. 45)


Ein Gedanke zu “[Rezension] Ophelia Scale von Lena Kiefer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s