[Rezension] Secrets of Fall von Eve R. Vogel

Dieses Buch habe ich auf Instagram entdeckt, nachdem ich der Autorin schon einige Wochen folge. Sie hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, aber das beeinflusst meine Meinung in keiner Weise.

Das Buch ist 2018 als Selfpublishing erschienen und darum geht es:

Ein Austauschjahr führt Kiki Winter in die USA nach Little Leavestown. Aggressive Raben, unheimlicher Nebel und unerklärliche Ereignisse kreuzen dort ihren Weg.
Etwas scheint mit diesem Ort nicht zu stimmen.
Gemeinsam mit Henry Summer, einem Jungen aus der Nachbarschaft, versucht sie, die mysteriösen Geschehnisse zu entschlüsseln.
Doch auch Henry scheint einige Geheimnisse zu verbergen.
Zu spät erkennen beide, in welcher Gefahr sie sich bereits befinden. Dabei werden sie bis an die Grenzen ihres Verstandes geführt, nachdem nichts mehr so ist, wie es einmal war.

Charaktere und Handlung

Das Buch wird aus der Sicht der beiden Hauptpersonen erzählt. Das ist zum einen Kiki, die als Austauschschülerin neu nach Little Leavestown kommt und zum anderen Henry, mit dem sie die Geheimnisse der Stadt ergründet, obwohl er selbst etwas zu verbergen hat. Außerdem gibt es aber noch ein paar Nebencharaktere wie Kikis Gastfamilie mit den Eltern, Geschwistern, und Kikis bester Freundin Nina, die in Hamburg ist. Neben den Schülern und Lehrern der Schule gibt es noch Henrys Großmutter Maggie und viele Raben. Ja, die Raben kommen oft vor, aber dazu später mehr.

Ich hatte mit den Charakteren und ihren Handlungen wie Gedanken viele Hochs und Tiefs. Zum einen ist da die Gastschwester Selena mit ihren Freundinnen, die für mich einfach nicht über das Klischee der zickigen girly Girls hinausgekommen sind. Sie reden nur über Jungs, Make Up, sind beliebt und verurteilen andere. Das fand ich schade, weil diese Charaktere dadurch eher überflüssig oder wie ein Mittel zum Zweck wirkten, damit Kiki sich mehr auf die richtigen Freunde konzentriert.

Außerdem hatte ich gerade zu Anfang ein Problem mit Show dont tell. Die Autorin schreibt beispielsweise zu einem bestimmten Charakter, wie das Licht ihn noch unheimlicher wirken lässt. Ich sitze beim Lesen mit gerunzelter Stirn. Denn für mich war der Charakter nicht unheimlich, überhaupt nicht. Immer wieder sagt Kiki, wie unheimlicher besagter Charakter doch ist, aber sie sagt es, ohne dass ich selbst es fühle oder nachvollziehen könnte. Zurück bleibt die Frage „Warum“? Ich erkläre es mir so, dass die Autorin etwas mit diesem Charakter erreichen wollte, dass bei mir nicht angekommen ist. Mich hat das umso mehr geärgert, weil ich den Charakter sehr mochte und interessant fand. Zum Glück hat sich die Autorin aber im Laufe des Buches für eine Linie entschieden.

Mit Henry wurde ich auch nie so richtig warm. Er ist ein toller Charakter, keine Frage. Aber auch wirklich interessant? Kann ich mit ihm mitfiebern? Eher nicht. Kapitel fand ich gut, aber ich glaube, ich wäre auch nicht sauer gewesen, wenn sie nicht da gewesen wären. Mir fehlten bei ihm ein bisschen die Ecken und Kanten und ich mochte seine Kommunikation nicht. Wenn es ein Problem gab, war er derjenige, der komplett dicht machte, Kiki ignorierte oder sogar aggressiv wurde, teilweise absolut unnötig und es gibt tatsächlich eine problematische Szene im Buch, die ich aus Spoiler Gründen nicht weiter diskutieren kann. Das hat mich abgeschreckt. Henry ist kein klassischer YA Bad Boy, eher das Gegenteil und davon zu viel. Zu nett.

Kiki war mir dagegen sympathischer, obwohl mich ihre Tollpatschigkeit manchmal genervt hat. Sie ist nicht immer super schlau, aber sie ist interessiert, eine gute Freundin, stark und natürlich neugierig. Gleichzeitig lässt sie sich auch nicht alles gefallen und ich habe innerlich geklatscht, wenn sie Henry mal die Leviten gelesen hat, weil sein Verhalten nicht in Ordnung war.

Neben oben genanntem Charakter hat mir aber Maggie mit am besten gefallen. Vor allem, als mehr über ihre Hintergrundgeschichte erzählt wurde. Das hat sogleich nicht nur ihr, sondern dem gesamten Buch so viel mehr Tiefe und Lebendigkeit gegeben, das war toll. Über ihre Hintergrundgeschichte könnte ich echt ein Spinn off lesen! Es hat sich für mich so angefühlt, als lief die erste Hälfte des Buches mit angezogener Handbremse und ich war etwas distanzierter beim Lesen. Mir sind Kleinigkeiten aufgefallen, ich habe mir Gedanken darüber gemacht, wie groß der Schulspind sein muss, damit eine Gitarre darein passt. Wann der Schulunterricht anfängt, wenn sie doch um acht Uhr noch frühstücken können. Mir sind Perspektivfehler aufgefallen, wenn Kiki etwas schreibt, was sie gar nicht sehen kann, weil ihre Kapitel in der Ich-Perspektive sind.

Das Alter der Protagonistin hat mich etwas irritiert, weil ich dachte, dass sie älter ist als 15 Jahre. Aber gerade später passt es wieder, wenn die Schüler zu Justin Bieber oder Ariana Grande tanzen.

Ab der Mitte des Buches und wenn mehr über Maggie bekannt wird, hat sich mein Gefühl schlagartig verändert. Ich war weniger distanziert, sondern mittendrin. Es wurde richtig spannend, sodass ich las, bis mir die Augen zufielen. Und wer mich kennt, weiß, dass mir mein Schlaf eigentlich heilig ist. Da muss ein Buch schon sehr gut sein, um den hinauszuzögern. Aber ich wollte unbedingt weiter lesen!

Das Ende wurde dann noch mal sehr spannend und interessant und auch wenn mich nichts richtig überrascht hat, fand ich es toll, wie sich die gesponnenen Fäden zusammenfügten. Der Epilog war für mich das beste Kapitel des Buches, weil es stimmig ist und trotzdem SO unglaublich viel Vorfreude auf den zweiten Band bereitet. Ich kann es kaum abwarten! Wirklich ein großartiges Ende.

Das Setting und die Atmosphäre

Das ist dem Buch wirklich gelungen. Müsste ich das Buch durch andere beschrieben, würde ich sagen, es ist eine Mischung aus Chesapeake Shores und Twilight, nur in der Mystery Variante. Daran hat es mich zumindest zweitweise erinnert. Die Atmosphäre in dieser kleinen Stadt zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und intensiviert sich gleichzeitig im Verlauf der Geschichte, was Spaß macht. Gab es am Anfang noch wenige Unwetter, gibt es dafür später mehr. Es regnet, dann prasselt er auf die Dachfenster, es gibt Kaminfeuer, Decken, große Kissen, eine Fensterbank mit Kissen vor dem Fenster und (zu meiner Freude) ganz viel Kakao. Natürlich heiß, wie sich das für den Herbst gehört. Viel Wald, Nebel, bunte Blätter, Wind, natürlich die für die Geschichte wichtigen Raben…ihr habt bestimmt ein Bild vor Augen. Das hat einfach Spaß gemacht, weil es super zum Rest des Buches passte und zum stimmigen Gesamtbild beitrug.

Die Herstellung

Hier einmal ein riesengroßes Buch an alle Beteiligten! Das Buch hat zwar inhaltlich ein paar Kritikpunkte, aber dafür ist es äußerlich so tadellos, dass ich mir wünschen würde, mehr Bücher würden genau so produziert. Die Bindung war klasse, ich habe das Buch gut lesen können und – jetzt kommts – es gab keine einzige Leserille! Ist das denn zu fassen. Mehrmals habe ich über den Buchrücken gefühlt, aber wirklich. Das Buch sieht nach dem Lesen aus wie neu. Das Cover ist wunderschön, ebenso der Buchrücken mit der kleinen „1“ unten, das Papier ist toll und ebenso die Innengestaltung. Die Kapitel Blätter sind mit einer großen Feder verziert, zwischen Zeitwechseln gibt es kleine Federn, wenn das Kapitel noch nicht vorbei ist und jede Seitenzahl prangt auf einem kleinen Blatt.

Fazit

Ein schönes Mystery/Fantasy Buch mit ein paar Mängeln, was die Charaktere anbelangt. Die Handlung ist interessant und wird ab der Hälfte des Buches so richtig spannend. Es hat trotz der Kritik sehr viel Spaß gemacht zu Lesen und durch die klasse Atmosphäre passt das Buch auch wunderbar zum Herbst. Ich würde es jederzeit empfehlen und bin gespannt auf den zweiten Band.

Lieblingszitat

„Und es weiß wirklich niemand, wo sie so plötzlich herkommen?“ […] Aus unseren schlimmsten Träumen“, flüsterte er. (S. 215)

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