[Schreiben] Jahresrückblick 2018

Mein Projekt

Dieses Jahr habe ich im Januar angefangen und mein Projekt geplant. Eine große Reihe über eine Gruppe aus vier Freundinnen, die im Laufe der Jahre zu drei werden. Die Reihe wird viele Bände haben und zeitlich 50-60 Jahre umfassen. Recherche, Charaktere, Plot, Setting…2013 hatte ich zu der Reihe schon mal den ersten Band geschrieben, aber das Buch ist schlecht, deswegen wollte ich dieses Jahr alles neu aufrollen und genau das habe ich gemacht. Besser recherchiert, strukturiert, verknüpft und gewerkelt. Von Januar bis April war ich krank und im April im Urlaub, deswegen ging es erst im Mai so richtig los. Aber ich habe trotzdem jeden Monat direkt oder indirekt, produktiv zu Papier, in Scrivener, Word, mit Pinterest oder nur im Kopf an der Reihe und dem ersten Band gearbeitet.

Aber das Skelett steht, 50k von Band 1 sind geschrieben und bis jetzt kann ich noch sagen: Ich liebe mein Projekt. Ich liebe meine Reihe. Ich liebe meine Charaktere.

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Nanowrimo

Wer nicht weiß, was das ist, kann den Beitrag dazu hier nachlesen. Dieser Wettbewerb ist eigentlich immer mein Jahreshighlight, darauf fiebere ich die ganzen zehn Monate vorher hin. Dieses Jahr war alles anders. Bis Oktober dachte ich wirklich noch, ich kann nicht beim Nanowrimo mitmachen! Nicht genug Plot, die Charaktere sind noch nicht gut genug ausgearbeitet und überhaupt, ich habe doch gar keine Zeit. Eine Woche vorher packte mich dann aber doch der Ehrgeiz und weil es beim Plotten so gut lief, dachte ich mir eher so YOLO und machte einfach mit.

Und es war absolut nicht einfach. Was die Zielgerade angeht, war es einer der später gewonnenen Nanos, dieses Jahr am 30. November. Aber, das ist eigentlich egal, denn das wichtigste ist: Ich habe meinen 6. Nanowrimo gewonnen! Wahnsinn, darauf kann ich stolz sein.

Ich musste im November auf alle Fälle erfinderisch werden. Zeit vor der Uni finden, in dem ich sehr früh aufstehen, meinen inneren Schweinehund überwinden und anstatt zu schlafen bis Mitternacht noch schreiben, um den Rückstand von 10k aufzuholen. Außerdem hatte ich weniger Zeit durch das pendeln und habe um die Züge herum geschrieben, manchmal am Gleis im Handy. (Ich kann nicht beim Fahren schreiben) In manchen Hotelzimmern war die Steckdose auch so ungünstig, sodass ich einen Stuhl mitten in den Raum stellte oder sogar auf dem Toilettensitz tippte. Alles keine bequemen Schreibsituationen, aber Steckdosen sind nicht gerade flexibel und alles geht irgendwie.

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Erkenntnisse

Ich kann nur mit der Zeit arbeiten, die ich habe. Und damit meine ich keine theoretisch freie Zeit, sondern wirklich freie Zeit. Zeit alleine reicht nämlich nicht, um für den nächsten Roman zu recherchieren, ein Charakter Interview zu planen oder das nächste Kapitel zu schreiben. Dafür braucht es auch Gesundheit und eine gewisse Portion Ruhe im Kopf. Wenn meine Gedanken alle zwei Minuten wandern, komme ich auch nicht voran. Wie oft habe ich mich geärgert, weil ich Anfang des Jahres lange krank war und nicht so an meinem Projekt arbeiten konnte, wie ich mir das  gewünscht habe? Aber solche Gedanken bringen nichts außer Frust.

Ich habe stattdessen die Zeit, in der ich körperlich und geistig fit war genutzt. Und damit meine ich nicht nur die reine Wortzahl, sondern auch die vielen Stunden, Wochen, Monate, ich denken ich nur über das Projekt nachgedacht habe. Inhaltlich gab es viel Kopfzerbrechen, aber noch viel mehr Glücksmomente, wenn sich ein Puzzle Teil zusammengefügt und alles einfach so passt.

Außerdem habe ich den Entschluss gefasst, zu veröffentlichen. Nicht als „Irgendwann mal“-Gedanke auf der Reservebank, sondern als Entscheidung und „packen wirs an“ Entschluss ab 2019. Dazu beigetragen haben auch mein Blog und Bookstagram, nachzulesen hier

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Inspiration

2018 war für mich persönlich voll von Inspiration fürs Schreiben! Und das auch noch auf so vielen Ebenen:

  • USA Urlaub (jeder Ort, jede Begegnung, jedes Erlebnis war irgendwie inspirierend, egal ob gut oder schlecht. Manchmal reicht ein Bild, ein Moment, eine Stimmung, ein Geruch oder auch nur ein Gefühl. Das Gefühl von Ruhe, von Stärke, von Freiheit, aber auch Angst oder Verzweiflung. Allein über eine bestimmten Nacht könnte ich einen ganzen Roman schreiben.)
  • London „Urlaub“ (Wie interessant ist eine Ruine, die früher eine Kathedrale ist, aber jetzt mit Efeu und Gewächs bewachsen, während Business Männer mit ihrem Mittagessen durch die Gemäuer laufen? Mitten in London. Auf der Inspirationsskala steht das für mich ganz weit oben.)
  • Krankheit (ich war mit Zahnschmerzen für eine Wurzelbehandlung auf einem Helene Fischer Konzert, habe meiner Schwester mit zwei ausgerenkten Rückenwirbeln beim Umzug geholfen (damals noch ohne Diagnose) und saß mit einer Mandelentzündung im Flieger nach New York. Schmerzen können Geschichten verändern oder bereichern. Was passiert, wenn ein Charakter eine wichtige Präsentation halten muss und dann eine Mandelentzündung bekommt? Wie geht er damit um, wie reagieren andere, wie fühlt er sich, woran denkt er als erstes?
  • Alle Bücher (Jedes Buch ist irgendwie eine Inspiration. Was gefällt mir an dem Buch, was mag ich nicht, was empfinde ich anders als andere, wann macht mir das Lesen Spaß?)
  • Das Wetter (Ich mag Romane, die sich auf ein bestimmtes Setting oder Thema stützen und Hitze wie Kälte sind zwei Extreme, die so viele interessante Aspekte mit sich bringen. Die Extreme haben positive wie negative Seiten, sind so schön wie gefährlich und einen Roman mit einer Gruppe von Charakteren in Hitze oder Kälte werde ich sicherlich irgendwann mal schreiben.)

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Bloggen

Ich finde, man kann Bloggen auch zum Schreiben zählen. Immerhin bringt man Worte zu Papier (in diesem Fall natürlich PC, aber das klingt nicht so gut) und alleine dieser Beitrag hat schon wieder über 1000 Wörter. 2018 habe ich ca. 70 Blog Beiträge geschrieben, jeder zwischen 1-2k. So ungefähr macht das also auch 70-90.000 Wörter aus. Das hat schon Romanlänge. Also Hut ab an alle lieben Blogger Freunde, die teilweise noch viel mehr Blog Beiträge geschrieben haben als ich. Ich bin ja auch erst seit Mai dabei, freue mich aber auch 2019.

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2019

Theoretisch hätte ich im Dezember noch Zeit gehabt, weiter zu schreiben und eigentlich wollte ich Band 1 bis Ende des Jahres fertig schreiben, aber mir war es wichtiger, für die Uni zu lernen. Deswegen werde ich das 2019 angehen:

  • Band 1 der Freundschaftsreihe zu Ende plotten und dann auch fertig schreiben.
  • Außerdem möchte ich Band 2 planen, wofür ich sehr, sehr viel recherchieren muss. Aber ich freue mich schon darauf!
  • Und weil Ziele besonders Spaß machen, wenn sie schön groß sind, will ich 2019 auch noch Band 1 einer Fantasy- Trilogie überarbeiten und an Testleser schicken
  • Mich in Scrivener einarbeiten. Bisher kenne ich nur die Demo Version, aber auf den ersten Blick wirkt das Programm toll und ich mag es sehr.

Das war also mein Schreibjahr 2018. Sehr ereignisreich, sehr produktiv, vor allem im Kopf. Ich wünsche allen Autoren ein wunderschönes und in Worten oder im Geiste reiches 2019!

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4 Gedanken zu “[Schreiben] Jahresrückblick 2018

  1. Ach da bekomme ich nach dem Lesen wieder Lust, doch mal meine ganzen Ideen und Geschichtenanfänge aus den Tiefen meines PCs zu kramen!
    Ich wünsche dir bei dem Umsetzen deiner Zielen viel Erfolg! Aus deinem Beitrag vermute ich, dass du eine sehr zielstrebige Person bist, daher wirst du das auch schaffen!
    Hoffe du hattest ein paar schöne Weihnachtstage! Ich wünsche dir schon mal ein frohes neues Jahr. Alles Liebe, Nadine

    Gefällt 1 Person

    1. Hey Nadine, oh, das kann ich so gut nachvollziehen! Das Gefühl werde ich 2019 erleben, wenn ich den Roman rauskrame und überarbeite. Es wird so spannend! 😀
      Vielen Dank! 🙂 Ja, das bin ich wirklich. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann gebe ich nicht so schnell auf.
      Ja, die Feiertage waren sehr schön. Ich habe zwar Grünkohl umgeworfen und an Möbel, Tapete, Boden geschmiert, aber wir konnten drüber lachen und ich habe die Zeit mit der Familie genossen. 🙂
      Das wünsche ich dir auch!! Liebe Grüße,
      Yvonne

      Gefällt 1 Person

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