[Jahreszeiten Reihe] Winter

Auch wenn es in diesem Jahr draußen noch nicht danach aussieht, geht es heute um die nächste Jahreszeit: Winter. Und habt ihr gemerkt, was ich schon gemacht habe? Im ersten Satz habe ich Winter mit Schnee assoziiert. Wenn es draußen nicht weiß ist, ist noch nicht Winter, oder?

Winterliche Farben: Weiß, Blau und Grau

Wer im Winter an Schnee denkt, denkt an weiß. Aber was, wenn der Winter kahl bleibt? Dann wird es morgens hell, oft ist es nebelig oder regnerisch (Grau), abends wird es zu dieser Jahreszeit schon früher dunkel, der Himmel ist Blau oder Grau, die Bäume kahl, weil die Blätter gefallen sind. Trotzdem hat meine Pinterest Pinnwand auch Farben. Braunes Holz, Cremefarbene Decken für Gemütlichkeit, grüne Weihnachtstannen.

Winter Pinterest Seitenglück

Winterliche Sinne: Gerüche, Geräusche, Essen und Trinken

Schnee riecht nicht. Aber Winter bedeutet auch ohne Schnee kalte Temperaturen, das heißt ich finde, im Winter kann man die frische, kühle Luft am Morgen riechen, auch wenn ich es nicht in konkrete Worte fassen kann. Weil der Winter im Dezember beginnt, assoziiere ich mit Winter auch vorweihnachtliche Gerüche. Der Duft von gebrannten Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt, von selbstgebackenem Spritzgebäck zuhause, der Geruch der erloschenen Adventskerze. Das ist ganz individuell und regional verschieden. Für andere riecht Winter vielleicht nach Glühwein, dem verbranntem Holz im Kamin, Bratapfel im Ofen oder dem Zimt im Kakao. Besonders prägend und deshalb so interessant sind dabei aber Kindheitserinnerungen, wie dieser Forumsthread zeigt. Für manche Leute riecht Weihnachten nach Holz und Lehm, weil der Vater im Dezember besonders eifrig im Keller arbeitete oder nach Uhu, weil man in der warmen Küche der Oma hunderte Sterne und Engel geklebt hat.

Dieses sowie alle weiteren winterlichen Fotos stammen von Nadine von allimoblog.

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Ich verbinde Winter mit dem Knirschen von Stiefel in dickem Schnee, dem Heulen eines starken oder leichteren Windes, das laute Treiben von vielen Menschen auf dem Weihnachtsmarkt und in den vollen Geschäften und das eher schmatzende Geräusch, wenn man im Januar/Februar durch den matschigen, nassen Schnee schlurft. Schon vor dem offiziellen Winterbeginn, nämlich am ersten Advent fange ich an, Weihnachtsmusik zu hören. Klassiker, Pop, Akustik Versionen, ruhige Musik, die Möglichkeiten sind endlos, aber manche Lieder müssen jedes Jahr dabei sein, wie Wonderful Dream von Melanie Thornten. Zu winterlichen Geräuschen gehört für mich aber auch das klappern der Zähne, wenn man bibbernd in der Kälte steht.

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Essen und Trinken habe ich ja oben schon aufgegriffen, das ist wirklich ganz individuell. Im Herbst Beitrag bin ich noch auf regionale Gewohnheiten eingegangen, aber der Winter ist so sehr mit der Weihnachtszeit verknüpft, dass es schwer ist, die Jahreszeit vom Feiertag zu trennen. Zumindest geht es mir so. Es gab auch schon Jahre, wo es im Februar noch bitterkalt war oder im Januar schon angenehm. Mit Winter verbinde ich den Wunsch, sich warm zu halten, nicht so viel rauszugehen und durch die Vorweihnachtszeit auch Plätzchen. Drei Bücher, die ich im Winter liebe und viele tolle Rezepte beinhalten sind alle vom Hoelker Verlag. Zum einen New York Christmas, dann New York Christmas Baking und zuletzt habe ich White Christmas gelesen. Solche Bücher gibt es wie Sand am Meer, alleine mit Backbüchern zur Weihnachtszeit könnte man sicherlich eine ganze Regalwand füllen.

Aber im Vorwort zu White Christmas wurde das Gefühl von weißem Winter wunderschön formuliert:

„Der erste Schnee verwandelt unsere vertraute Umgebung – alles ringsum, Häuser, Straßen und Wälder werden sanft und ganz langsam mit einer Watteschicht bedeckt. Ruhe und Stille kehren ein […] Entschleunigung streichelt unsere Seele.“

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Kuschelige und sportliche To-Do Listen

Natürlich kann man im Winter nur zuhause bleiben und ganz viele Bücher lesen (vorzugsweise den SUB verkleinern, das wäre bei mir mal keine schlechte Idee), aber es gibt noch so viel mehr! Ein paar wundervolle Ideen findet man überall. Bei Tinka Beere gibt es eine Liste, bei der ich sogar einiges schon mal gemacht habe. Gebrannte Mandeln selbst machen ist lecker und gleichzeitig eine große Sauerei. (Vergesst nicht, dass Karamell wieder hart wird, wenn es erkaltet, ansonsten viel Spaß mit der Pfanne. Ich habs wieder erhitzt.)

Bei Jessi von misspaperback steht die Gemütlichkeit hoch im Kurs:

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Wer in der Adventszeit Tipps zum Wohlfühlen braucht, wird bestimmt bei der Liste von Clara von tastesheriff fündig! Habt ihr schon mal ein Indoor-Picknick gemacht? Ich schon! Durch die kalten Temperaturen muss man darauf nämlich nicht verzichten und es kann sehr schön sein. Weitere schöne Tipps für mit und ohne Kinder gibt es hier

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Über Winter schreiben: Harmonie oder Chaos?

Ich finde es toll, wenn man über den Winter schreibt und dann mehr als nur eine Facette wählt. Nicht nur das verliebte Pärchen in einer kleinen Hütte vorm Kaminfeuer. Der Winter kann auch nasskalt und gefährlich sein. Es kommt immer drauf an, wo die Charaktere leben, ob es gar kein Schnee oder massenhaft gibt, ob es einen großen Weihnachtsmarkt oder nur zwei Buden gibt, ob der Charakter Winter mag oder die Sonne vermisst, ob der Charakter voller Tatendrang das Jahr ausklingen lassen möchte (siehe To-Do Listen) oder nostalgisch zurückblickt.

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Der Winter lädt ein für Geschichten über Liebespaare und solche, die es noch werden wollen. Mit all den bisher erwähnten Gerüchen, Plätzchen oder Liebesbekundungen nach etwas zu viel Glühwein. Genauso interessant finde ich aber die harte Seite des Winters, wenn das kalte weiß die Stadt in Chaos stürzt. Das kann bedeuten, dass ein Charakter zu spät zur Arbeit kommt, weil er das Auto noch freikratzen musste, dass er auf der dem glatten Gehweg ausrutscht und stürzt, dass er sich in der frühen Dunkelheit verfährt. Aber es kann auch von außen kommen, wie am Beispiel USA im Januar 2018, wo der Winter besonders extrem war. Was hatte der Snow Blizzard für Folgen?

  • über ein Dutzend Tote
  • Kein Schulunterricht, weil Schulen geschlossen blieben
  • Tausende Flüge wurden gestrichen
  • Büros empfahlen ihren Angestellten, von zuhause aus zu arbeiten
  • Stromausfall
  • Straßensperrungen
  • 900 Autounfälle in North Carolina
  • Im Restaurant fielen TV, Handy und das Kreditkartengerät aus
  • Zugausfälle und Leute, die 2,5 Stunden im Zug feststecken
  • Durch die Schneemassen auf den Straßen auch erschwerte Bedingungen für Krankenwagen
  • Der ganze Müll liegt auf den Straßen, weil die Müllabfuhr hinter dem Zeitplan liegt. Zusätzlich zu den normalen Müllsäcken liegen auch noch Weihnachtsbäume auf den Straßen

Solche extremen Wetter Bedingungen haben nicht nur Auswirkungen auf das Leben von Menschen, sondern auch ihre Psyche. Wer hilft anderen, wer steht sich selbst am nächsten? Dazu weiter unten bei den Büchern mehr.

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Zu guter Letzt kann man im Winter auch mit Erwartungen spielen und was das für Konsequenzen hat. Denn was ist, wenn der Winter mal viel länger anhält als geplant? Dieses Jahr war wirklich ein extremes Wetter Jahr, denn die Leute, die im März zur Leipziger Buchmesse wollten, haben sicherlich nicht mit Kälte und Schnee gerechnet. Viele Leuten konnten gar nicht erst anreisen oder hatten es bei der Rückreise durch Zugausfälle schwer. Was im realen Leben mit viel Ärger, zeitlichem Verlust und je nach Ausmaß sogar Tränen verbunden ist, sorgt im Roman für Konflikte und Spannung. Wie kommt der Charakter nach Hause, wenn alle Züge ausgefallen sind? Umso „besser“, wenn am nächsten Tag ein wichtiger Termin ansteht. Und alles nur, weil der Winter noch nicht gehen wollte.

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Winter in Fantasy Romanen

  • In der Geschichte der Jahreszeiten Reihe von Jennifer Wolf sind die Jahreszeiten personifizierte Söhne und die Protagonistin muss sich für einen von ihnen entscheiden, während die Erde unter einer dicken Eisschnee liegt.
  • Ein absoluter Klassiker ist sicherlich das Märchen die Schneekönigin von Hans Christian Anderson.
  • Im High Fantasy spielt der Winter ebenso oft eine Rolle, am bekanntesten ist da wohl Das Lied von Eis und Feuer, aber auch Das Reich der sieben Höfe (Link zur Fanart) und Schnee wie Asche spielen wie schon im letzten Beitrag erwähnt mit Winter als Mitglied eines Hofes oder ganzes Königreich im Weltenbau.
  • In Fire & Frost von Elly Blake gibt es das Reich des ewigen Eis, den Frostkönig, Krieger mit Kälte und Eis als Waffen und zwischen den Protagonisten „schmilzt das Eis“.
  • In Schneeflüstern ist die Protagonistin die perfekte Spionin, weil sie sich in Schneeflocken auflösen kann.
  • In Der Winter erwacht geht es um die Sommerprinzessin Chamsin und Wynter, der das Reich durch seine Magie mit ewigem Eis überzog.
  • Im Einzelband Ein Königreich aus Feuer und Eis müssen sich die verfeindeten Wasserfeen (die die Kälte des eisigen Winters lieben) und Feuerfeen zusammentun, um das Land zu retten.
  • In Das erste Horn treffen in einem alten Gasthof magische Kraftlinien aufeinander und es passiert ein Mord, nachdem genau dieser Gasthof im Norden durch einen Schneesturm von der Außenwelt abgeschottet wird
  • Eine moderne Adaption des Schneekönigin Märchens ist Das Schicksal des Winters
  • Erst im September 2019 erscheint Die Gabe des Winters, in der das Reich vom ewigen Eis heimgesucht wird und in Nuria die verloren geglaubte Kraft der Gabe des Winters erwacht.

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Über Winter lesen: Romance und Thriller

Für mich gibt es bei Büchern mit Winter als Setting nur schwarz oder weiß. Entweder ich gehe voll in die Winter Romance Ecke oder ich nehme die andere Seite des Winters, die dunkle Seite der Kälte.

Typische Winter Romance ist äußerlich leicht zu erkennen. Schnee, Ein Liebespaar, vielleicht noch Glitzer, weiß-bläuliche Coverfarben, im Titel etwas mit Liebe/Kuss und manchmal noch eine bekannte Großstadt (New York, London, Paris..). Hier habe ich z.B. winter-weihnachtliche Liebesromane vorgeschlagen bekommen, nachdem ich mir Midnight in Manhattan angeschaut habe, auch ein Winter Romance Buch.

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Ich bin wahrlich keine Expertin in Liebesromanen, Midnight in Manhattan war mein erster in dem Bereich, aber ich denke, dass mir das Genre allgemein zu oberflächlich ist, zu süß. Wie wenn Plätzchen zu viel Zucker haben. Komischerweise bin ich da bei Filmen ganz anders! Von schnulzigen Weihnachtsfilmen, die nur so von Klischees triefen und eigentlich immer unrealistisch oder wirklich zuckersüß sind, kann ich nicht genug bekommen. Dazu in meinem Weihnachtsbeitrag mehr, der in ca. zwei Wochen online kommen wird. Bei den Weihnachtsfilmen von Hallmark und Netflix gibt es nämlich auch ein Farbkonzept.

Ein Autor, der in seinem Thriller das oben beschriebene USA Winter Chaos fiktional ausgereizt hat, ist Marc Elsberg. In Blackout geht es um einen Stromausfall. Das Thema an sich ist natürlich schon spannend und interessant, aber das Setting macht es noch dramatischer. Stromausfall im tiefen Winter bedeutet nämlich auch keine Heizung. Keine Heizung kann den Tod bedeuten, kein Strom bedeutet Verkehrshindernisse und wenn die Bahn nicht fährt, muss man eben zu Fuß gehen. Aber bei Kälte und Schnee lange Zeit zu Fuß nach Haus laufen? Das Thema Menschlichkeit war im realen Leben im Januar in New York und anderen Staaten Amerikas wichtig, im Roman von Marc Elsberg beleuchtet er auch die Fragen, wer mit anderen das Kerzenlicht teilt, wer den Supermarkt plündert und wie sich die Bedingungen von den normalen Bürgern zu denen der Regierung unterscheiden. Jeder Charakter hat auf seine Weise mit den Folgen des Stromausfalls und den Bedingungen des Winters zu kämpfen, was für mich ein absolut spannender Thriller war.

Und weil Literatur nicht nur schwarz weiß ist, gibt es natürlich auch Schneestürme, die trotzdem zum romantischen Liebesroman führen. Siehe hier

Abschließen möchte ich den Beitrag mit diesem Gedicht der Lyrikerin Monika Minder. Ist es nicht schön?

Winterwunsch

Flocken taumeln sacht
Tanzen durch die Winternacht.
Die Welt wird leise
Nur der Wind lacht.

Grosses Schweigen
Umhüllt die Zeit
Hoffnungsvolle Geigen
Singen ein Vielleicht …

Links und Buch Empfehlungen

Gruß Göttin von Jetta Heinen

Übersicht Online Adventskalender

Zimtkekse zum Buch Winterglück

Winter Buch Tipps

Teil 1 der Reihe: Herbst

Teil 3 (Frühling) und Teil 4 (Sommer) folgen 2019.


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