[Allgemein] Netzwerken in der Buchbranche (YPD)

Auf der Frankfurter Buchmesse war ich am Samstag unter anderem beim Young Professionals Day und habe viele spannende Vorträge gehört. Ein Thema, dass mich schon vorher interessiert hat: Netzwerken in der Buchbranche.

Dieser Post enthält unbezahlte Werbung für den Young Professionals Day.

Meine Vorkenntnisse zu dem Thema

Ich habe zwar Buchwissenschaft im Bachelor studiert und ein acht-wöchiges Praktikum in einer Buchhandlung absolviert, aber so richtig praktisch bin ich mit dem Thema noch nicht in Erfahrung gekommen. Theoretisch habe ich übers Netzwerken auf Buchmessen als kleinen Teil meiner Bachelorarbeit geschrieben, was ich wirklich sehr spannend fand! Seit Mai diesen Jahres blogge ich und seit März diesen Jahres habe ich einen Bookstagram Account und konnte damit schon „schnuppern“, was es heißt, Menschen online kennenzulernen, die in der Branche arbeiten, jemanden kennen, der jemanden kennt…oder sich einfach nur mit anderen Bloggern und Lesern auszutauschen. Das ist unheimlich toll und dafür bin ich sehr dankbar. Ich habe jetzt schon so viele tolle Leute kennenlernen dürfen, das hätte ich vorher nicht so erwartet.

Vernetzen in der Buchbranche

Vernetzen entsteht durch Kommunikation, wenn wir Leute treffen, sie kennenlernen. Und Vernetzen muss gar nicht im Sinne von beruflichem Nutzen sein. Vernetzen bedeutet grundsätzlich einfach, Kontakte zu knüpfen, Menschen kennenzulernen.

Bei Veranstaltungen oder Netzwerken wie die im Vortrag genannten ist der Vorteil, dass die Menschen, die dort zusammenfinden, alle in irgendeiner Weise mit der Buchbranche zu tun haben. Egal ob es Autoren, Verlagsmitarbeiter, Buchhändler, Blogger oder Leser sind: Sie alle verbindet die Liebe, das Interesse und die Arbeit mit Büchern. Das macht es einfacher, Menschen kennenzulernen.

Schon 1951 sagte Verleger und Schriftsteller Ernst Heimeran nach der Frankfurter Buchmesse:

Das Bemerkenswerte an modernen Messen ist ja nun eben dies, dass sie sich nicht wie ehedem auf Kollegenkreise beschränken, dass sie sich nicht in Angebot und Nachfrage händlerisch erschöpfen, sondern daß sie eine Art öffentlicher Geselligkeit darstellen, in der man Meinungen austauscht, allerlei Unerwartetes erfährt, neue Bekanntschaften macht, alte erneuert, sich angeregt, bestätigt und berichtigt fühlt.

(Weidhaas, Peter: Zur Geschichte der Frankfurter Buchmesse. 2003, S. 172 f. )

Nicht nur die Messe lebt vom Austausch, von den neuen wie alten Kontakten und vielen Menschen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten zur Vernetzung wie Hot Spots auf Buchmessen, die Frankfurt Academy, Barcamps, Literaturcamps, Lesungen, Conventions, Social Media, Foren, Lesefestivals oder Speed Datings.

Katrin Ills hat zum Thema Netzwerken auf der Messe auch noch einen guten Tipp getwittert: Visitenkarten

Unbewusste Vernetzung passiert, wenn wir Menschen treffen, uns das Gesicht oder auch nur den Namen merken und unser Gedächtnis diesen Namen oder das Gesicht später wieder aufruft. Wenn man sich über ein Buch austauschen möchte, wenn man Testleser für sein Buch sucht, wenn man Leute braucht, die mitkommen zu einer Veranstaltung. Aktive Vernetzung entsteht bei der direkten Kontaktaufnahme mit Leuten, die im besten Fall thematisch ähnlich aufgestellt sind. Um Menschen aus der Buchbranche kennenzulernen und sich auszutauschen gibt es verschiedene Netzwerke, die sich dafür einsetzen und Menschen zusammenbringen.

Netzwerke für die Buchbranche

Im Rahmen des Young Professionals Day habe ich mir am Samstag von 14-14:30 Uhr den Vortrag „Wir machen das zusammen. – Gute Netzwerke für die Buchbranche“ angehört. Dabei stellten sich verschiedene Netzwerke und ihre Vertreter vor. Das fand ich deshalb so toll, weil ich nicht alle kannte und wirklich für jeden etwas dabei ist.

Bücherfrauen

  • Die Bücherfrauen ist ein weibliches Branchenportal, dass es seit 1990 gibt. Entstanden ist es nach dem Vorbild der Woman in Publishing in England.
  • Das Herzensprogramm ist das Mentoring
  • Netzwerken bedeutet für sie = gemeinsam schneller voran kommen
  • im November finden Barcamps statt
  • mehr Infos hier

Claus

  • das Netzwerk wurde in den 90er Jahren gestartet
  • damals wurde er gegründet als gegründet als Club der Auszubildenden
  • das hat sich dann weiter entwickelt zu einem Netzwerk mit Volontären
  • es gibt einzelne Veranstaltungen, wo man „Lichtgestalten“ der Branche trifft und Betriebe kennenlernt
  • man lernt nicht nur Leute auf der gleichen Hierarchiestufe kennen (z.B. Azubis), sondern auch zu den anderen Hierarchien und Bereichen
  • mehr Infos hier

Verband der freien Lektorinnen und Lektoren

  • das Netzwerk besteht seit dem Jahr 2000 und hat über 900 Mitglieder
  • es gibt eine Mailing Liste als virtuelle Tür, an die man klopfen kann, was sehr hilfreich ist
  • es gibt ein Lektoren Verzeichnis
  • die Jahrestagung findet in Nürnberg statt und ca. 10-12 regionale Treffen
  • mehr Infos hier

Nachwuchsparlament

  • das findet einmal im Jahr während der Buchtage in Berlin statt
  • 100 Leute fahren da hin, die zuvor über ein Bewerbungsverfahren ausgewählt worden sind
  • es werden viele Themen diskutiert und der Nachwuchs bekommt die Möglichkeit, sich vorm Börsenverein zu äußern
  • nächstes Jahr findet das Treffen zum 10. Mal statt
  • man netzwerkt nicht mit einem bestimmten Ziel („was bringt mir dieser Kontakt jetzt beruflich?“), sondern einfach, um sich mit anderen Menschen auszutauschen
  • mehr Infos hier

Nane

  • gibt es ca. seit 2006
  • es ist ein Kreis von 10 ehrenamtlichen Leuten, die sich 6-8 Mal im Jahr treffen
  • Neben den festen Terminen im Jahr gibt es Abendveranstaltungen oder Besuche von Druckereien etc.
  • im Juni organisiert Nane das Exkursionsprogramm beim Nachwuchsparlament in Berlin
  • im September finden Nachwuchstreffen statt, wo auch Referenten eingeladen werden (ca. 80 Leute kommen zusammen und diskutieren)
  • sie empfehlen, vorbeizukommen und ins Gespräch zu kommen. Es ist wichtig, sich auszutauschen
  • mehr Infos hier

Junge Verlagsmenschen

  • das Netzwerk hat mehr als 800 Mitglieder
  • 13 Städtegruppen treffen sich monatlich: auf Messen, Veranstaltungen, dem Jahrestreffen im Juli, Workshops und Vorträgen
  • nächstes Jahr ist das 10-jährige Jubiläum
  • angesprochen sind Young Professionals, Studenten und Berufseinsteiger, weil es um die Nachwuchsförderung geht
  • mehr Infos hier

 

Fazit

Wie ihr seht, gibt es sehr viele verschieden Möglichkeiten, um sich in der Buchbranche zu vernetzen und auszutauschen. Wie sind eure Erfahrungen zu dem Thema?


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