[Rezension] The Little Library Cookbook von Kate Young

Das Buch fand ich schon klasse, bevor ich es überhaupt in den Händen hielt, weil ich das Konzept so wunderbar finde. Nach Lesen des Buches kann ich auch glücklich sagen: Ich wurde nicht enttäuscht.

Der Titel des Buches hält, was er verspricht: Die Autorin hat aus 100 Romanen Rezepte zusammengetragen, manchmal umgewandelt, angepasst und in dieses Kochbuch für Leser gepackt. Das Buch ist 2018 mit 320 Seiten im Wunderraum Verlag erschienen.

Die Aufmachung

Wie man es von Kochbüchern gewöhnt ist, ist das Buch sehr schön gestaltet. Hier fand ich allerdings die Liebe zum Detail auffällig. So sind zum Beispiel die Seitenzahlen nicht wie üblich unten am Seitenrand, sondern in der Mitte der Seite mit kleinen Klammern umrandet, farblich in dem Ton, der sich auch schon in den Überschriften und Buchrücken widerspiegelt.

Das Buch ist inkl. Lesebändchen gebunden, aber mit einem schönen blauen Leineneinband. Beim Essen ist mir dieser schon etwas dreckig geworden, also sollte der Buchrücken beim Kochen und Backen eher weiter weg stehen. Leinen lässt sich schlecht abwaschen.

Die Fotos sind sehr schön, manchmal nehmen sie auch eine Doppelseite ein, aber ich hätte mir bei Rezepten, die ich nicht kenne, ein Foto gewünscht. Einfach generell noch mehr Bilder.

Der Inhalt

Mir gefiel die Strukturierung richtig gut, auch wenn sie anders ausfiel als erwartet. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Autorin so viel aus ihrem Leben erzählt. Manchmal fühlte es sich auch so an, als würde mir eine Information fehlen, wenn es heißt „Lucy und Ich..“ und ich wusste nicht, wer besagte Lucy ist. Im Text Kontext wurde aber schnell klar, dass diese ihre Schwester ist.

Auf der Seite steht jeweils oben unter dem Rezepttitel ein Zitat aus dem jeweiligen Buch, in der es um das genannte Rezept geht, Manchmal ist es nur ein Wort, manchmal eine kleine Beschreibung, manchmal werden auch die Zutaten erwähnt und wieder ein anderes Mal nur die Reaktion/Gefühle der Charaktere auf das Essen. Das fand ich schon mal sehr interessant zu lesen, denn das Thema Essen wird in jedem Roman (egal ob Fantasy, Jugendbuch, Krimi oder Frauenroman) anders behandelt.

Darunter folgt dann erstmal eine mal kürzere, mal längere Anekdote, passend zum Rezept. Kate Young beschreibt, wie sie zu dem Essen steht, ob es ihr schon mal missglückt ist, wo oder bei wem sie es zum ersten Mal probiert hat oder was das Rezept für sie emotional bedeutet. Dabei erfährt man auch immer wieder etwas über ihr Leben in den verschiedenen Städten und Wohnungen (wie in London, Brisbane), über kulinarische Erlebnisse mit Freunden/Familie und Traditionen. Das fand ich sehr spannend, weil es nicht einfach nur eine Rezepte Sammlung war, die abgehandelt wird, sondern mehr wie eine kleine Geschichte über ihre Person und ihr Leben, aber anhand von Rezepten und Gerichten. Das hat mich auch zum Nachdenken angeregt, welche Gefühle/Erlebnisse/Tage ich mit bestimmten Rezepten verbinde und ob mir jedes Gericht beim Kochen gelungen ist, was mir am besten schmeckt.

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Was bei manchen Kochbüchern ein Problem ist: Sie können weltfremd sein. Damit meine ich, dass erst einmal eine schier endlose lange Liste an Zutaten und Materialien kommt, bevor man kochen/backen kann und das ist hier zum Glück nicht der Fall. Kate Young wollte, dass es auch etwas für den Alltag ist und so muss man z.B. Blätterteig nicht selbst backen, sondern wird darauf hingewiesen, das die gekaufte fertige Variante genauso gut schmeckt.

Je nachdem in welcher Zeit der Roman spielte, ist das Rezept etwas abgewandelt worden und manche wurden generell etwas an die heutige Zeit angepasst. Aber es sind einige Schätze dabei, vieles werde ich ausprobieren und vor allem merkt man dem Buch auch die Leidenschaft zum Lesen an. Kate Young schreibt nicht nur von Essen, sondern auch von Büchern und Charakteren. Wer will nicht den Türkischen Honig probieren, den Edmund in den Chroniken von Narnia so hoch lobt?

Fazit

Dieses Buch verbindet Lesen und Essen auf so wundervolle Weise, dass man es einfach nur genießen kann. In jeglicher Hinsicht.


2 Gedanken zu “[Rezension] The Little Library Cookbook von Kate Young

  1. Liebe Yvonne,
    ich bin auch ganz begeistert von dem Buch, auch wenn ich es (noch) nicht habe. Vor kurzem habe ich schon in der Buchhandlung drin gestöbert und mich auf Anhieb verliebt. Es ist so besonders. Mir haben aber auch schon beim Durchstöbern die Bilder gefehlt. Ich finde, in Kochbücher gehören einfach Bilder. Sie sind oft ausschlaggebend, ob ich ein Rezept probiere oder nicht 🙂
    Alles Liebe,
    Janika

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Janika,
      Das ist wirklich so, so schön, wenn ein Buch einen begeistern kann, obwohl man es noch nicht richtig gelesen hat! Oh ja, stöbern kann man darin super. Ich freue mich schon, wenn es bei dir ankommt!! 🙂 Da hast du recht. Rezepte mit Bild probiere ich eher aus als Rezepte ohne Bild.
      Liebste Grüße,
      Yvonne

      Gefällt 1 Person

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