[Event] Die Frankfurter Buchmesse 2013

2013 war es endlich so weit: Meine allererste Buchmesse stand an! Und dann auch noch in Frankfurt, so weit von Erlangen entfernt. Aber es war der Wahnsinn, rückblickend sogar noch mehr. Darüber will ich jetzt berichten.

Am Samstag, den 12.10.2013 stand ich um 6 Uhr morgens an der Bushaltestelle in Erlangen, um mit Thalia nach Frankfurt zu fahren. Überraschung Nummer 1: Leute hatten Koffer dabei. Ich war mit meiner Handtasche äußerst verwirrt und dachte nur: „Die wollen aber viele Bücher kaufen.“ Ha. Überraschung Nummer 2: Es gab einen Goodie-Bag mit einem Flyer, Lesezeichen und Notizzettel von Thalia, dem Hallenplan der Messe, Traubenzucker und sogar einem Buch. Damals war ich hellauf begeistert dachte schon „Das wird toll“, bevor überhaupt die Sonne aufging. Die nächsten vier Stunden verbrachte ich also im Bus, lauschte dem verzerrten Radio und malte mir aus, wie es wohl sein würde, auf so einer Buchmesse zu sein. Bestimmt voll und laut. Das die Realität meine Erwartungen so übertreffen würde, wusste ich damals ja noch nicht.

In Frankfurt angekommen wurde ich erst einmal mit Nebel und grauem Himmel begrüßt. Der Gedanke, auch irgendwas von Frankfurt selbst zu sein, verflüchtigte sich also in den Wolken.

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Nach der Einlasskontrolle war ich erstmal eins: Überfordert! Ich wusste nicht, wo ich zuerst hingucken sollte, wo ich hin laufen musste und überhaupt war alles so riesig! Aber während ich mit dicker Jacke über das Gelände lief, sah ich auch schon das (riesengroße, wie sollte es auch anders sein) Poster zu Die Bücherdiebin für den Kinostart am 13. Februar 2014 und war ganz begeistert. (Fun Fact: Bis heute habe ich weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen. Aber ich habe es noch vor!)

In den Hallen waren die Gänge so lang, die Stände so prall an Informationen, Büchern und Menschen. Ich brauchte bestimmt eine Stunde, um mich an all diese Reize zu gewöhnen, mich durch die Menschenmengen zu wuseln und einigermaßen einen Plan davon zu bekommen, wo ich eigentlich lang lief. Natürlich verlief ich mich trotzdem im Laufe des Tages noch ein paar Mal. Man merkt vielleicht, dass ich nicht aus einer großen Stadt komme und gereist war ich 2013 auch noch nicht wirklich. Das Messegelände kam mir vor wie eine kleine eigene Welt. Für Büchermenschen.

Ich blieb am blauen Sofa stehen, lauschte einem Vortrag über Goethe, staunte über die Werbung von Vorsicht Buch! („Alles fürs Kopfkino findest du in deiner Buchhandlung“), freute mich über die pinke Buchwand zu Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner von Kerstin Gier, stolperte mehrmals fast über Koffer, Trollys und Kinderwagen und machte zu viele verschwommene und verwackelte Fotos im Gehen.

Mittags aß ich Pommes, frierte in der Kälte und stürzte mich dann wieder ins Getümmel. Noch mehr Menschen, noch mehr Plakate, noch mehr Bücher. Plakate zu Büchern von Gabi Hauptmann und Adler Olsen. Ich machte bei der ARD Fotobox ein Foto vor einem Poster mit fliegenden Büchern, versuchte Vorträgen zu lauschen, die ich nicht sehen konnte und stolperte über Trolleys, die mitten auf den Treppen standen. (Warum macht man sowas?)

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Irgendwann hörte ich auch kurz bei Jannis Niewöhner und Maria Ehrich zu, die wegen ihres Films Rubinrot gekommen waren und die DVDs signierten. Da ich die beiden durch die Menge (und Handys) aber eh kaum sehen konnte und sie schon mal bei einer Kinovorstellung näher getroffen hatte, lief ich bald wieder weiter. Interessant war es trotzdem.

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Am Nachmittag folgte unter anderem eine Lesung mit Wolfgang Hohlbein und Markus Heitz, die ich ebenfalls interessant fand. Bücher gekauft habe ich aber nicht. Überhaupt hatte ich bis jetzt noch gar keine Bücher bei Autogrammtischen gekauft.

Aber ich holte mir ein Autogramm von Karen Rose und machte ein Foto mit ihr, weil sie so nett und ihr Buch interessant aussah. Dafür holte ich mir das Buch Meeresflüstern mit Autogramm von Patricia Schröder, die auch nett war. Das Buch habe ich kurz nach der Messe gelesen und fand es nicht gut, mittlerweile ist es verkauft.

Draußen lief ich noch an Werbung zum Kinofilm Catching Fire vorbei, der am 21. November 2013 erscheinen würde und lauschte am Nachmittag der Synchronsprecherin von Katniss Everdeen, Maria Koschny, bei ihrer Lesung. Das war toll!

Auf dem Gelände sah ich immer wieder vermehrt Cosplayer, aber damals konnte ich damit weniger anfangen als heute. Ich fragte mich entweder „Ist denen nicht kalt?“ oder „Wen stellen die da?“. Manche andere, wie Harry Potter Charaktere, erkannte ich aber natürlich sofort! Auf der offenen Bühne gesellte ich mich dann noch zu der Bühne, um Guido Maria Kretschmar live zu sehen und war begeistert. Er war so lieb und genauso witzig, wie man ihn aus Fernsehformaten wie Shopping Queen her kannte. Sein Buch wollte ich auch unbedingt bald nach der Messe lesen! (Habe ich bis heute nicht gemacht, muss ich zugeben.) Kaum war er da, las etwas vor und gab sporadisch ein paar Autogramme an die vordere Reihe, war er aber auch schon wieder weg. Gut abgeschirmt von Bodyguards natürlich.

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Um 15.45 Uhr stand dann mein Highlight des Tages an. In dem Moment war es eins, aber rückblickend noch viel mehr. Der DTV Verlag hielt eine Lesung mit einer mir völlig unbekannten amerikanischen Autorin, deren englisch mich anzog und ich setzte mich dazu. Von dem Buch Throne of Glass hatte ich noch nicht gehört, aber die Autorin Sarah J Maas hatte ihr Buch zuerst unter einem anderen Titel selbst im Internet veröffentlicht und war dann an einen Verlag gekommen. Das fand ich spannend. Ebenso interessant fand ich ihre Ausführungen zu der Grundidee der Reihe. Sie hatte sich zur Geschichte Cinderella die Frage gestellt „What if?“ Was wäre gewesen, wenn Aschenputtel eine Auftragskillerin gewesen wäre? Und so entstand die Reihe Throne of Glass. Ich war begeistert! Die Reihe klang so toll, die Inspiration dahinter fand ich gut und inspirierend und die Autorin war auch noch nett. Es folgte eine deutsche Lesung aus dem Buch und ich kaufte es mir direkt, um es von Sarah J Maas signieren zu lassen und machte auch ein Foto mit ihr. Ich sah zwar ziemlich fertig aus, aber das war mir egal. Das Erlebnis war das schönste des Tages gewesen und ich freute mich schon darauf, das Buch zu lesen. Tatsächlich fand ich Throne of Glass dann auch gut. Die Reihe verlor mich nur später und so viele Jahre später habe ich diese kleine Lesung mit Sarah J Maas in wunderbarer Erinnerung, aber ihre Bücher finde ich leider nicht mehr so klasse. Mal schauen, wie das in diesem Jahr mit Catwoman funktioniert. Ich würde mir wünschen, dass mich die Autorin nochmal so begeistern kann wie auf der Buchmesse oder wie mit Acomaf viele Jahre später.

DSCN2317.JPG Foto mit Sarah J Maas FBM 2013.jpg

Rückblickend ist es natürlich interessant, weil Sarah J Maas eine wirklich kleine Lesung hatte, ich sie nicht kannte und heutzutage hat sie wirklich was erreicht. Das ist auch sehr schön, so zurückzublicken und sich daran zu erinnern, wie viel man erreichen kann, wenn man hart arbeitet. Denn Sarah J Maas schreibt bei weitem nicht wenige oder dünne Bücher.

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Kurz danach musste ich mir auch schon wieder einen Weg durch die Menge und Gänge bahnen, um zurück zum Bus zu kommen, sodass ich gegen Mitternacht wieder zuhause ankam. Meine Füße taten höllisch weh, ich war unglaublich müde, aber ich hatte neue Bücher zum Lesen, ich hatte Autoren gesehen und Verlagsstände bestaunt, ich war von der Größe der Messe gleichermaßen überfordert wie begeistert gewesen und es war klar: Ich komme wieder!

 

 

 


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