[Rezension] Wir sehen dich von Stephanie Marland

Diesen Thriller hatte ich mir für den August als interessante Neuerscheinung vorgemerkt und deswegen hat es mich umso mehr gefreut, dass das Buch meine Erwartungen absolut übertroffen hat! Das Buch erscheint mit 432 Seiten im DTV Verlag am 31.08.2018 und darum geht es:

Ein Killer wird gestalkt – oder ist es umgekehrt? 

Das Leben von Clementine Starke spielt sich fast nur online ab. Reale soziale Kontakte fallen ihr schwer. Auf einer Social-Media- Seite namens ›True Crime London‹ lässt sie sich in die Suche nach einem Serienmörder hineinziehen. Um an Informationen über den Fall zu gelangen, geht sie immer größere Risiken ein, verschafft sich Zugang zu einem versiegelten Tatort, hackt die Polizeicomputer, überwacht den Leiter der Ermittlungen, Dominic Bell. Was sie dabei über das Schicksal der Opfer erfährt, geht ihr zunehmend unter die Haut. Was sie nicht ahnt: Der Killer hat sie längst im Visier – er ist ihr näher, als sie glaubt.(Klappentext & Cover von dtv.de)

Ich habe das Buch als E-Book über Jellybooks gelesen. Vielen Dank an den DTV Verlag für die Möglichkeit! Meine Meinung wird dadurch jedoch nicht beeinflusst.

Die Charaktere

Dieses Buch wird abwechselnd aus der Perspektive von zwei Charakteren beschrieben:

  1. Dom: Der Polizist
  2. Clementine: Die Studentin

Dom ist ein sehr erfrischender Charakter. Auch wenn ich nicht super viele Thriller lese, so bin ich doch das Klischee vom Ermittler und Alkoholiker leid und das wird hier schön unterbrochen. Dom fühlt für die Opfer, brennt für der Suche nach dem Täter und spürt permanent die Zeit im Nacken, damit der Täter gefunden wird, bevor er erneut morden kann. Gleichzeitig hat er auch noch mit privaten Problemen zu kämpfen, hier im Falle von seiner Schwester Chrissi und einem Maulwurf in seinem Team. Ersteres verlor für mich im Laufe des Buches die Spannung, dafür gewann letzteres im Verlauf an Spannung und so gab es da eine gute Balance.

Clementine ist meiner Meinung nach ein unglaublich faszinierender Charakter! Auch wenn ich Dom interessant fand, so hat mich Clementine noch mehr mitgerissen. Sie lebt mehr online als in der realen Welt vor ihrer Haustür, sie hat Ängste und gleichzeitig so ein interessantes Spektrum an Gedanken und Aspekten zur Psychologie des Menschen in der realen wie auch in der Online Welt. Ich weiß, schon wieder „interessant“, aber das Wort beschreibt es einfach am besten. Ich war richtig gefesselt von ihrer Geschichte und während mich manche ihrer Gedanken oder Handlungen zum Nicken verleitet haben, konnten mich andere auch zum Nachdenken bringen. Clementine ist ein Charakter, der viel stärker ist, als es zu Beginn den Anschein hat und das finde ich toll. Man erfährt Stück für Stück mehr von ihrer Vergangenheit und Persönlichkeit, wie eine Zwiebel, die mehr Schichten freigibt.

Abgesehen davon gibt es in beiden Perspektiven noch eine Reihe von Nebencharakteren wie Polizisten, Verdächtige, Online User und natürlich der Mörder. Die Nebencharaktere sind soweit in Ordnung, aber hinter den starken Hauptcharakteren bleiben sie etwas blass zurück. Das hat mir aber nicht den Spaß am Lesen geraubt, denn manche der Nebencharaktere sind trotzdem sehr unterhaltsam oder sympathisch und andere haben mich überrascht.

Der Schreibstil

Ich kannte die Autorin vorher noch nicht und das ist auch ihr erster Roman. Die Sprache ist gut, nicht besonders toll, aber das ist keineswegs negativ gemeint. Ich konnte den Handlungen und Gedanken gut folgen, habe mit gefiebert und auf dem Kindle einfach immer weiter geklickt, weil ich wissen wollte, wie es weiter geht. Sie bringt alles leicht verständlich und klar auf den Punkt und das mochte ich.

Der Plot

Neben den faszinierenden Charakteren war das die zweite Stärke des Buches. Ich bin bei Thrillern immer skeptisch, weil ich Angst habe, dass Sie mich nicht überzeugen können. Was ist, wenn ich den Mörder schon auf den ersten Seiten erahne und nicht mehr überrascht werde? Was, wenn es nicht spannend ist? Zum Glück brauchte ich mir darum in diesem Buch keine Sorgen zu machen. Ich habe es recht zügig gelesen und muss zugeben, dass die Autorin mich wirklich in die Irre geführt hat! Da war ich so sicher, wer der Täter ist und lag dann doch falsch. So macht Lesen Spaß. Für mich war das Buch auch durch die beiden Perspektiven so spannend: Jede Perspektive ermittelt für sich in dem Fall und es ist wie ein Tischtennisspiel. Man schaut von einem zum anderen, wer macht den nächsten Zug? Sowohl der Polizist Dom, als auch die Online Community rund um Clementine finden Hinweise auf den Täter und manches fügt sich wie ein Puzzle zusammen und bei manchen hat die eine Partei einen Vorsprung vor der anderen. Stück für Stück können also gleichzeitig drei Gruppen ermitteln und mit fiebern: Polizei, Community und Leser. Das einzige, was mir an dem Buch nicht gefallen hat, war das Ende. Ich habe weitergeblättert, weil ich dachte „Wo ist das nächste Kapitel?“. Das war für mich zu abrupt und offen.

Auf Goodreads (Das Buch heißt im Original „My Little Eye“) habe ich gelesen, dass das Buch wohl der Start einer Serie sein soll. Das freut mich sehr! Die Charaktere verdienen mehr. Mit dem Wissen im Hinterkopf ist das Ende zwar „fies“, aber verständlich. Hoffentlich werden die Folgebände möglichst schnell übersetzt.

Fazit

Ein fesselnder Thriller, den ich nicht aus der Hand legen konnte und der zum Nachdenken anregt. Faszinierende, originelle Charaktere und tolle Plot Twists machen Spaß beim Lesen. Das Buch kann ich nur empfehlen!


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