[Rezension] Superluminar 2 von Melissa Mai

Nach dem Ende von Superluminar war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung und hatte das Glück, das E-Book als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen. Vielen Dank dafür an Melissa Mai! Manche meiner Erwartungen wurden übertroffen, aber nicht alle erfüllt. Warnung: Diese Rezension enthält Spoiler zu Band 1!

Das Buch ist mit 440 Seiten als SP-Buch erschienen und darum geht es:

Das Zeitreiseabenteuer geht weiter…

Casper und Danica haben es geschafft: Das Medaillon gehört ihnen. Doch war das vielleicht nur der Anfang aller Probleme? Denn Danica kann plötzlich nicht mehr reisen und Casper hängt gegen seinen Willen im Jahr 2017 fest. Die Gräfin hat sich als neue Gegnerin entpuppt und auf wessen Seite steht Dany eigentlich? Und dann sind da noch die Zeireiseobjekte. Wenn sie doch nur wüssten, was es damit auf sich hat…
Begleite Casper und Danica auf ihren Reisen durch die Zeit, triff alte Bekannte und neue Verwandte und bange mit, wie es mit den beiden ausgehen wird.

Letzte Warnung: Diese Rezension spoilert Band 1.

Die Charaktere

Nach Band 1 hatte ich Erwartungen und gleichzeitig Probleme. Manches wurde in Band 2 wesentlich besser gemacht, aber zu 100% zufrieden war ich hier nicht. Zum einen fand ich Minny als Nebencharakter immer noch eher überflüssig. Ich hatte mir nach Band 1 ja mehr Tiefe, mehr Facetten und mehr „Nutzen“ gewünscht. Nutzen in dem Sinne, dass sie aktiv zur Handlung beiträgt. Das war leider nicht der Fall. Sie taucht ab und zu auf, kreischt dann rum und ist mal ganz süß/witzig, aber kommt über den Stereotyp beste Freundin nicht hinaus, der gefühlt nur existiert, um zu zeigen, dass Danica ein Leben hat.  Die Gräfin war mir insgesamt als Antagonist zu wenig furchteinflößend, oft zu nett und nicht mehr als „interessant“.

Ein anderer Antagonist kristallisiert sich später heraus, hier war es mir aber etwas zu klischeehaft. Manchmal hatte ich auch Probleme mit Casper, weil er mir zu wankelmütig war. Einerseits war es so unglaublich sauer auf Danica (verständlicherweise), andererseits ist er dann wieder so nett und liebevoll mit ihr, dass ich es gerade am Anfang nicht immer nachvollziehen konnte. Gegen Ende des Buches hatte ich leider auch kurz das Problem, die Zwillinge nicht mehr auseinander halten zu können. Wer war jetzt nochmal wer? Nachdem ich mir mit einer Notiz beim Lesen geholfen habe, wurde es nach ca. 10% besser und ich hatte bis zum Schluss keine Probleme mehr. Die Schreibweisen Dani und Dany waren da wohl teilweise ein Grund.

Im Gegensatz dazu hat mir aber Casper gerade in den ersten 50 % des Buches besonders gut gefallen, denn ich habe gerne mit ihm diese neue Welt erkundet und man hat gemerkt, dass die Autorin recherchiert hat. Sie hat sich nicht nur über typische Veränderungen wie Gebäude Gedanken gemacht, sondern z.B. auch über die Beschaffenheit von Stoff bei Klamotten. Solche Details finde ich sehr gut und werden in Zeitreise Romanen manchmal vernachläsisgt (da geht es wenn dann meist um Korsette oder die Kleidung an sich, aber nicht den jeweiligen Stoff/ wie sich besagter Stiff anfühlt).

Außerdem mochte ich, dass Danicas Bruder Andre mehr auftaucht. Er war mir sehr sympatisch und hat auch schön mit den anderen Charakteren agiert. Das Zusammenspiel zwischen Danica und ihrer Familie, der Oma, Mutter und Frank, waren wieder sehr interessant und schön zu lesen und realitätsnah. Danica selbst wächst an ihren Aufgaben und entwickelt sich weiter, weil sie aus ihren Fehlern aus Band 1 lernt und sich selbst hinterfragt. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Plot

Hier hatte wie auch bei den Charakteren Erwartungen, die erfüllt wurden und trotzdem Probleme. Ich unterteile das Buch so ziemlich in 50:50, weil für mich nach 50% ein Qualitätsverlust eintrat, der zum Ende hin wieder hochgeht und deshalb das Buch insgesamt wieder besser macht. Denn der Anfang handelte von Casper, der sich in seiner Umgebung zurechtfinden muss und genau DAS wollte ich. Genau darauf hatte ich mich gefreut. Und Melissa Mai hat meine Erwartungen übertroffen. Mein Schlaf ist mir heilig und es kommt selten vor, dass ein Buch es schafft, das ich meine Schlaf Grenzen ausreize. Aber hier habe ich bis spät in die Nacht gelesen, weil in die erste Hälfte des Buches einfach so interessant fand, das Lesen Spaß gemacht hat und ich auf keinen Fall aufhören wollte zu lesen. Da war das Buch für mich um Klassen besser als Band 1.

Nach der ersten Hälfte wechselt das Buch aber Stück für Stück das Setting, der Plot schreitet voran und auch wenn theoretisch mehr passiert, wirkte es auf mich praktisch gegenteilig. Die Mitte zog sich für mich hin, ich hatte das Gefühl, nicht richtig voran zu kommen und konnte mich mit dem Plot nur schwer anfreunden. Es zog sich etwas, weil ich die Antagonisten und auch die Suche nach den Zeitreiseobjekten nicht so spannend fand. Das Medaillon reichte für mich aus und ich brauchte nicht noch mehr. Gegen Ende hat sich das zum Glück wieder gebessert und Themen aus Band 1 werden aufgegriffen, was ich wieder toll fand. Das Ende war dann klasse und ich konnte das Buch mit einem zufriedenstellenden Gefühl schließen.

Der Schreibstil

Hier muss ich Melissa Mai loben, weil ich finde, dass Sie sich im Vergleich zu Band 1 sehr gesteigert hat! Was mich im ersten Band noch gestört hat, Begriffe wie „Fuck“ und „Bullshit“, kamen hier zwar gegen Ende noch mal öfters vor, aber im Gesamten waren sie doch wesentlich weniger vorhanden und das hat mir persönlich besser gefallen. Außerdem mochte ich, wie sich Casper Stück für Stück an die moderne Welt gewöhnt und das auch in der Sprache deutlich wird. Wo er anfangs Wörter noch komisch findet, weil sie für ihn neu und unbekannt sind, so spricht er im Verlauf des Buches immer fließender und passt sich auch sprachlich den Gegebenheiten an.

Fazit

Meiner Meinung nach eine gelungene Fortzsetzung, die jedoch in der Mitte ein paar Schwächen hatte. Ich hätte gerne von Nebencharakteren wie Minny mehr Facetten gesehen, dafür sind andere interessante Nebencharaktere wie der Bruder Andre mehr in den Vordergrund gerückt. Es hat Spaß gemacht, mehr mit und über die Charaktere zu lesen und das Ende konnte mich zufrieden stellen.

Lieblingszitat

„Die sehen aus wie Statisten in einem Neunzigerjahre-Low-Budget Musikvideo.“ (50%)


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