[Rezension] Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben von Matt Haig

Manchmal hat man an Bücher keine Erwartungen. Manchmal hat man eher schlechte Erwartungen. Und manchmal werden diese Erwartungen um so vieles übertroffen und widerlegt. Matt Haig konnte mich mit seinem Buch vollends begeistern! Das Buch ist mit 304 Seiten im dtv Verlag erschienen und darum geht es:

Dies ist ein Buch, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Denn mit 24 Jahren wird Matt Haig von einer lebensbedrohlichen Krankheit überfallen, von der er bis dahin kaum etwas wusste: einer Depression. Plötzlich findet er sich buchstäblich am Abgrund wieder … Dieses Buch beschreibt, wie er allmählich die zerstörerische Krankheit besiegt und ins Leben zurückfindet. Es ist eine bewegende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und das Menschsein geworden.

Meine Meinung

Zu Beginn war ich wirklich skeptisch, was das Thema dieses Buches anging. Depressionen sind individuell, Depressionen sind schmerzhaft und nicht jeder Autor schafft es, angemessen darüber zu schreiben. Hier hat mich Matt Haig so überrascht, im positiven Sinne. Das Buch ist genau die richtige Mischung zwischen Autobiografie, Ratgeber und Sachbuch.

Es gibt 3 Dinge, die das Buch für mich zu einem Monatshighlight im Monat April gemacht haben (da habe ich es gelesen). Deswegen fand ich das Buch so besonders toll und bin sehr gespannt, weitere Romane des Autors zu lesen.

  1. Der Schreibstil
  2. Das Format
  3. Die Ehrlichkeit

Matt Haigs Schreibstil

Es gibt sicherlich Ratgeber und Sachbücher, aber auch Biografien, die einen eher „verschwurbelten“ Schreibstil haben oder einen wissenschaftlichen Ansatz als Grund für verschachtelte, lange Sätze und viele Fachwörter sehen. Bei Matt Haig ist das anders, denn seine Wortwahl ist immer auf den Punkt. Klare Sprache und nicht zu lange Sätze, einfach geschrieben. Er schreibt so gut, dass Ich, die mit Panikattacken zu kämpfen hat, am liebsten „Danke“ sagen möchte. Danke, weil er Worte für etwas gefunden hat, was ich dachte nie beschreiben zu können. Danke, weil seine Worte einfach wahr sind. Danke, weil ich bei so vielen Sätzen einfach nur nicken konnte und dachte: „Ja, genau so ist es.“

Das Format des Buches

Damit meine ich, wie viele verschiedene Arten in diesem Roman verarbeitet werden. Es gibt Tagebuchähnliche Beschreibungen, es gibt Fakten über Depressionen. Es gibt Aufzählungen und Fragen. Es gibt Antworten auf Fragen, die man noch gar nicht zu stellen gewagt hat und Sarkasmus. Das macht das Buch lebendig, vielfältig und regt zum Nachdenken an.

Die Ehrlichkeit

Gerade im Internet gibt es ja unendlich viele Ratgeber, auch was Depressionen, Angstzustände oder Panikattacken angeht. Und oft liest man Beispiele, Tipps, die sich anhören wie ein Befehl. „Mach XY und dann wird es dir besser gehen!“ Aber so ist Matt Haig nicht. Er beschreibt, was ihm in seiner Situation und seinem Leben geholfen hat. Aber er geht nicht davon aus, dass es jedem anderen auch helfen muss. Jeder sollte für sich selbst ausprobieren, was ihm hilft und das kann für jeden etwas anderes sein. Genauso wie es nicht DIE Krankheit gibt, gibt es auch nicht DIE Lösung.

Fazit

Ein wirklich tolles Buch! Ich habe es sehr gerne gelesen, kann es nur empfehlen und bin sogar der Meinung, dass jeder dieses Buch einmal gelesen haben sollte. Um andere zu verstehen oder einfach Danke zu sagen für Worte, die man selbst nicht findet. Matt Haig findet sie und ist dabei so ehrlich wie nötig. Ich freue mich schon sehr darauf, weitere Bücher von ihm zu lesen!

Lieblingszitat

„Schmerz jeder Art ist eine isolierende Erfahrung“ (S. 144)


4 Gedanken zu “[Rezension] Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben von Matt Haig

  1. Liebe Yvonne,
    das klingt nach einem rundum gelungenen Buch! Matt Haig ist mir auch ein Name und es gibt einige Bücher von ihm, die auf meiner Wunschliste stehen. Gelesen habe ich aber noch keins, aber vielleicht wird „Ziemlich gute Gründe am Leben zu blieben“ mein erstes. Ich habe zwar keine Depressionen o.Ä. finde die Thematik aber unglaublich wichtig und auch sehr interessant.
    Liebste Grüße,
    Janika

    Gefällt mir

    1. Liebe Janika,
      Es war für mich auch wirklich rundum gelungen! Das wäre ja super. Den Einblick in Depressionen fand ich auch sehr interessant und das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt. Sowas ist immer toll. Viel Spaß beim Lesen, hoffentlich!
      Liebe Grüße,
      Yvonne

      Gefällt 1 Person

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