[Events] Die LitBlog Convention 2018!

Ich liebe Conventions! Also war für mich ganz klar, dass ich auch diese Convention ausprobieren muss. Nicht mit Serien, dafür mit Bloggern, Lesern, Autoren und ganz viel Literatur. Da ich selbst erst seit 4 Wochen blogge, war ich dementsprechend auch nervös vor der ersten Blogger Veranstaltung.

Am Freitag reiste ich zusammen mit meiner Schwester nach Köln und am Samstag sollte es recht spät losgehen: Um 10 Uhr war der Einlass bei Bastei Lübbe.

Das Programm

Meine Schwester und ich waren doch schon kurz nach zehn Uhr am Gebäude und bestaunten im Foyer erst einmal die Stände, Leseproben oder Vorschauen und unsere Goodie Bags. Wahnsinn! Gleich darauf wurde der Foto Wohnwagen ausprobiert, was ich wirklich eine großartige Idee finde und nicht nur viel Spaß gemacht hat, sondern auch schöne Fotos produziert hat.

lbc2018 Foto Wohnwagen

Um 10:45 Uhr gab es eine nette Begrüßung und mit Wasser gegen die heißen Temperaturen gewappnet liefen wir dann auch schon zur ersten Veranstaltung in der 4. Etage. Puh, schon nach zwei Treppen wusste ich, dass das ein sportlicher Tag werden würde. Wie gut, dass ich erst kurz vor Schluss auf die glorreiche Idee kam, den Aufzug zu nutzen.

Bastei Lübbe Bücherwand

Christian Schünemann führte einen Vortrag über das Drehbuch Schreiben und obwohl ich mich auf diesen Tagespunkt am meisten gefreut und dementsprechend Erwartungen hatte, war es großartig. Christian Schünemann ist nicht nur Krimi Autor bei Diogenes, sondern war auch Autor bei Verliebt in Berlin und GZSZ. Für 45 Minuten erzählte er uns, aus wie vielen Szenen eine Folge bestand (18), wie sich das in den jeweiligen Storylines aufschlägt und wie wichtig Cliffhanger sind, damit der Zuschauer auch am nächsten Tag wieder einschaltet. An einem Praxis Beispiel überlegten wir uns Szenen und eine fiktive Leserin, die auf eine Blogger Convention geht. Dabei konnte er auch veranschaulichen, dass man beim Plotten auch die praktische Seite der Serie, wie die Möglichkeit von Außendrehs beachten muss. Denn ein Außendreh lohnt sich erst ab drei Szenen, was einen halben Drehtag ausmacht. Zum Schluss durften wir uns noch sein Buch „Daily Soap“ mitnehmen und es war einfach nur toll!

Es ging weiter zur 4. Etage, um mit Petra Hartlieb über Buchhandlungen zu reden. Ich habe Ihr Buch noch nicht gelesen, aber ihre Ansichten zu Buchhandlungen, der Buchbranche und den Käufern war sehr interessant. Auch ich kann in Buchhandlungen diese Sorte von Buchhändlern nicht leiden, die einem förmlich hinterherrennen und Beratung aufzwingen, wenn man nur in Ruhe alleine stöbern möchte.

Bastei Lübbe Foyer

Danach stand erst einmal die Pause an und im Foyer gab es leckere Brötchen und Cake Pops mit den Netgalley Logos drauf! Sehr süß. Leider ist uns persönlich das zu wenig gewesen und wir sind eben ins Hotel zurück gegangen, um da etwas Richtiges zu essen. Das Angebot war aber super!

Nach der Pause teilten meine Schwester und ich uns auf. Nicht zum ersten Mal haderten wir mit den Veranstaltungen, weil einfach so viele interessant waren. Wesentlich mehr, als wir hätten machen können. In solchen Momenten wünsche ich mir Hermines Zeitumkehrer herbei. Während Nadine zu einem Vortrag über Protagonistinnen ging, blieb ich in der 3. Etage für ein Gespräch mit Karosh Taha und Angela Tsakiris. Diese Veranstaltung wurde leider dadurch getrübt, dass ich auf dem Boden sitzen musste und es durch die zu vielen Leute im Raum sehr stickig war. Dazu das warme Wetter…nicht meins. Aber Karosh Taha war sehr interessant und so hat Sie zum Beispiel über den Zusammenhang zwischen Kultur und Sprache in Ihrem Roman geschrieben. Denn Karosh Taha hat ständig „in“ den Schoß setzen geschrieben, obwohl es ja „auf“ den Schoß setzen heißt. Das liegt begründet in der kurdischen Kultur, in der die Kinder sich z.B. beim Vater mehr in den Schoß setzen. Ich habe Ihr Buch noch nicht gelesen, möchte das aber auf alle Fälle noch nachholen.

Danach schloss meine Schwester wieder mit mir auf und wir stiefelten hoch zur Dachterrasse. Tief durchatmen, verschnaufen und weiter mit den Flyern Luft zu wedeln, dann konnte Florian Valerius von „der literarische Nerd“ auch schon mit seinem Vortrag starten. Ich folge ihm auf Instagram und war daher umso gespannter, ihn auch einmal live zu sehen! Und was soll ich sagen? Toller Mensch. Florian ist wahnsinnig sympathisch, hat den Raum das ein oder andere Mal zum Lachen gebracht, viel interessantes über seinen Account, die Folgen der steigenden Follower Zahl, Bücher und das Lesen, seine Presse Reisen nach Georgien und Norwegen erzählt. Und zum Schluss beantwortete er auch noch die Frage, ob es zu viele Neuerscheinungen im Jahr gibt, mit einem klaren Ja. Florian ist so erfolgreich, weil er ehrlich und authentisch ist und seine Leidenschaft für Bücher super teilen kann. Ich war wirklich froh, ihn mal live erlebt zu haben und auch meine Schwester meinte: „Dem muss ich mal folgen.“

Mittlerweile war es bereits 16 Uhr, ich schon dezent am hecheln, die Füße müde und das Kleid verschwitzt. Der Sommer und ich werden wohl keine Freunde mehr. Eigentlich wollten wir zum Vortrag zum Thema Übersetzung gehen, aber spontan entschieden wir uns dann doch für die 5. Etage (mit Aufzug!), wo Tanja Brandt eine Session hielt. Und was war das für eine tolle Entscheidung! Perfekter Abschluss, wirklich. Denn Tanja Brandt ist Tierfotografin und hatte nicht nur einen Steinkauz dabei, sondern erzählte auch mit solch einer Lebhaftigkeit von ihren Tieren, dass ich noch den ganzen Tag an ihren Lippen hätte hängen können. Da war ich definitiv nicht die einzige und Leute fielen fast vom Stuhl vor Lachen oder waren ansonsten auch erstaunlich still, weil jeder einfach nur ihren Worten lauschte. Im Hintergrund wurden dann die wirklich atemberaubenden Fotos von Tanja Brandt gezeigt, genauer gesagt von ihren Greifvögeln und dem Hund Ingo. Sie erzählte so viele Anekdoten von Hotels mit psychotischen Flyern, weil ein Freund ihr Zimmer gebucht hatte mit den Worten „Sie hat einen Vogel“. Sie erzählte von indischen Hochzeiten, Feuerwehr und Polizei oder erschreckten Putzfrauen. Es war purer Genuss und auch nach der Session blieben die meisten noch eine Weile, um Fotos mit und vom Steinkauz zu machen, wie ich auch.

Steinkauz von Tanja Brandt

Ich mit Steinkauz

 

Als letzter Punkt kamen alle noch einmal im Foyer zusammen und der Tag endetet auf meiner Meinung nach eher unbefriedigende Weise, weil Verlage fragten, warum Blogger die Möglichkeit, Autoren zu interviewen nicht so nutzen. Von Bloggern kam die Antwort, dass solche Beiträge meistens nicht so viele Leser hatten und es folgte eine Diskussion über praktische Hinweise. Welche Autoren mal überhaupt anfragen konnte, wen man beim Verlag deswegen anschreiben sollte, wann ein Autor denn auf den Messen Zeit habe und überhaupt. Da ich selbst ja erst seit vier Wochen blogge, stellt sich das Thema noch überhaupt nicht für mich, aber so richtig auf einen Nenner gekommen ist man bei der sehr kurzen Podiumsdiskussion nicht.

Trotz allem war es ein rundum erfolgreicher und gelungener Tag mit sehr vielen Programm Highlights!

Die Organisation

Wie so oft auf Conventions, gab es Dinge, die gut liefen und Dinge, die für mich nicht so gut liefen. Also teilen wir das Mal auf, aber das negative zuerst, denn da habe ich nur einen Kritikpunkt:

Die Räume. Denn leider war es manchmal so, dass mehr Leute einen Vortrag hören wollten, als der Raum es zu ließ. So mussten Leute am Rand stehen, auf dem Boden oder auf Fensterbänken sitzen oder im Gang stehen und von dort aus lauschen, ohne etwas zu sehen. Natürlich ist es schwierig, vorab zu kalkulieren, wie viele Leute zu welchem Vortrag kommen werden, weil es manchmal auch so eine spontane Entscheidung ist, wo man dann hin geht, aber vielleicht findet sich da ja noch eine Lösung.

Und schon kommen wir zum Positiven! Da habe ich nämlich wirklich drei Punkte. Zum Einen wurde für die Buchhandlung Session spontan der Raum gewechselt, damit eben jeder einen Sitzplatz bekam und das fand ich super! Zum anderen war die generelle Organisation wunderbar, die Leute stets freundlich, das Essen reichlich und sehr schön angerichtet, die Tische bis ins kleinste Detail verziert, kostenloses Trinken auf den Gängen war auch immer da. Top!

Und zum dritten fand ich einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis so gut, dass ich mich am liebsten gezwickt hätte. Für 25 € Eintritt gab es so viele tolle Vorträge, einen Foto Wohnwagen, einen Goodie Bag mit mehreren (!) Büchern und umsonst Essen und Trinken, sowie ab 18 Uhr ein Buffett mit richtigem Essen wie Lasagne und Nachtisch. Dieses wirklich mehr als gute Preis-Leistungs-Verhältnis hat mich zwischenzeitlich sprachlos gemacht, weil ich es anders kenne. Nadine strahlte mit mir um die Wette, wenn die Antwort auf die eigentlich so selbstverständliche Frage „Was kostet das?“ ein „Nichts“ war. Hier also ein riesengroßes Dankeschön an Bastei Lübbe für das Ermöglichen einer tollen Convention, bei der ich die Liebe zu Büchern, Lesen, der Branche und dem Schreiben feiern konnte.

Bastei Lübbe Goodie Bag

Fazit

Ich war von meiner ersten LitBlog Con in so vielen Bereichen positiv überrascht oder meine Erwartungen wurden getroffen und darüber bin ich sehr glücklich! Wenn ich kann, bin ich sehr gerne nächstes Mal wieder dabei.


5 Gedanken zu “[Events] Die LitBlog Convention 2018!

    1. Hallo Isabel! 🙂
      Vielen Dank!
      Schön, dass es dir auch gefallen hat! Dankeschön, mich hat es auch sehr gefreut! 🙂
      Viele liebe Grüße,
      Yvonne

      Gefällt mir

  1. Liebe Yvonne,

    Ein sehr schöner Bericht!
    Ich selbst habe es leider nicht geschafft, freue mich dann aber immer umso mehr, wenn ich bei anderen stöbern kann. Schade, dass es auch ein paar Kritikpunkte bei der Veranstaltung gab, aber das bleibt bei so einem Event nicht aus. Es freut mich aber, dass ihr die Zeit dennoch genießen konntet und schöne Erinnerungen mitgenommen habt.

    Liebste Grüße ❤ Jill

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    1. Liebe Jill,
      Vielen lieben Dank!
      Oh , das ist ja schade, aber dann ist das stöbern irgendwie umso schöner. Darauf hatte ich mich eingestellt, aber letzten Endes war es dann doch so, so viel positiver, als ich es erwartet hätte. Wirklich toll. Dankeschön, darüber bin ich auch sehr glücklich 🙂
      Liebe Grüße,
      Yvonne

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